Interview mit Simone Tripodi über Cocoon

Cocoon-Anwendung zusammenbauen, wie man möchte.

Nach Cocoon 2 wurde es still um das Framework, jetzt ist Cocoon 3 im Alphastatus. Wir hatten Gelegenheit, uns mit Simone Tripodi, Apache Cocoon PMC Chair, über das neue Cocoon-Projekt zu unterhalten.

Java Magazin: Simone, du bist Chair des Cocoon-Projekts. Danke, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen dazu zu beantworten.

Simone Tripodi: Danke für die Chance – ich fühle mich geehrt und ein wenig stolz, dem Java Magazin Rede und Antwort zu stehen.

Java Magazin: Viele Leute denken, das Cocoon-Projekt sei tot. Sogar Apache-Committer haben so etwas in der Vergangenheit über Twitter und Co. verbreitet. Wie denkst du darüber?

Simone Tripodi: Oh, die sind wohl nicht bei unserer Entwickler-Mailingliste (dev@cocoon.apache.org, Anm. d. Red.) angemeldet, sonst hätten sie festgestellt, wie gesund Cocoon tatsächlich ist. Abgesehen davon, dass ich persönlich etwas getroffen bin, so etwas zu hören, wissen die Leute vielleicht nicht, dass Cocoon lange Zeit von verschiedenen Gruppen unterstützt wurde. Firmen haben ihre Produkte auf die Basis des Projekts gesetzt und dabei Entwickler bezahlt, die Vollzeit an Cocoon gearbeitet haben! Leider haben sich die Zeiten geändert, neue Apache-Software-Foundation-Projekte wurden gegründet und haben das Interesse der breiten Masse auf sich gezogen. Die Firmen sind dann von Cocoon abgewandert, um neue Lösungen zu entwickeln, und so gibt es nur noch eine Gruppe von Freiwilligen, die sich um Cocoon kümmern. Dieser Rückgang an Committern erklärt vermutlich, warum die Leute denken könnten, Cocoon wäre tot.

Java Magazin: Wenn du zurück auf Cocoon 2 blickst, was denkst du waren die größten Fehler, die in dem Projekt gemacht wurden?

Simone Tripodi: Ich denke nicht, dass wir von „Fehlern“ sprechen können – die goldenen Tage von Cocoon 2 strahlen noch immer bis in die heutige Zeit. Meiner Meinung nach war Cocoon 2 zu „produktorientiert“ und hat sich auch zu sehr auf externe Frameworks konzentriert. Die internen APIs zu hacken ist immer schwerer geworden, sogar für uns fortgeschrittene Benutzer. Die Anzahl der Module stieg an und die Architektur zersplitterte. Es war dringend etwas nötig, das dem KISS-Prinzip näher kommt.

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