Narsimha Rao Mannepalli im Interview zum Infosys Cloud Radar

„Es gibt eine starke Korrelation hinsichtlich der Bottomline-Leistung, wenn die Cloud eingesetzt wird“

Ann-Cathrin Klose

© Shutterstock / vs148

Cloud-Technologien können Unternehmen zu mehr Umsätzen verhelfen. werden in Europa aber noch vergleichsweise wenig eingesetzt. Das zeigt das neue Cloud Radar von Infosys. Wir haben mit Narsimha Rao Mannepalli darüber gesprochen, wohin sich die Cloud-Nutzung entwickelt.

Was ist die wichtigste Erkenntnis des Infosys Cloud Radars?

Narsimha Rao Mannepalli: Die Cloud als Technologie hat in den letzten drei bis vier Jahren die Transformation von Unternehmen unterstützt und vorangetrieben. Dank der Cloud konnten Unternehmen Ausfallsicherheit, Security, Kosteneffizienz sowie neuere Geschäftsmodelle und eine verbesserte Zusammenarbeit einführen. Die Umfrage hat insbesondere gezeigt, wie sich die Transformation – die erst durch die Cloud möglich wurde – direkt auf die Geschäftsergebnisse auswirkt. Dazu gehört beispielsweise auch eine positive Auswirkung auf den Umsatz sowie den Gewinn. Eines der wichtigsten Ergebnisse: Es gibt eine starke Korrelation hinsichtlich der Bottomline-Leistung, wenn die Cloud eingesetzt wird. So lässt sich die „Geschäftsgeschwindigkeit (durch eine schnellere Markteinführung)“ und neuere Funktionen (wie eine optimierte Zusammenarbeit und KI-gesteuerte Erkenntnisse) verbessern.

Wie werden Cloud-Technologien typischerweise eingesetzt – setzen Unternehmen vollständig auf sie oder ist dies eher selektiv?

Mannepalli: Die Einführung der Hybrid-Cloud im Hinblick auf Infrastruktur, Systeme und Business-Funktionen beschleunigt sich. Es geht nicht um eine bestimmte Richtung oder einen spezifischen Service – Unternehmen verlagern alle Elemente ihrer Systeme sowie Funktionen in die Cloud. Unsere Daten zeigen, dass sich Unternehmen mit einer außergewöhnlichen Cloud-Performance häufiger für eine Hybrid-Multi-Cloud-Implementierung entscheiden. Diese Organisationen setzen auch eine größere Anzahl von Cloud-Service-Providern ein. Allerdings hat nur ein kleiner Teil der Befragten eine entsprechende Anzahl von Systemen in die Cloud verlagert, um eine Gewinnsteigerung zu erzielen.

Erwarten Sie, dass sich der Einsatz von Cloud-Technologien in den kommenden Jahren weiterhin verbreiten wird (und warum)?

Mannepalli: Bei der Einführung der Enterprise Cloud im Jahr 2020 ging es um defensive Prioritäten wie Zugang, Ausfallsicherheit und Kosten. Ein Ergebnis der Cloud Radar Studie: Unternehmen über alle Regionen und Branchen hinweg planen, ihre Ausgaben bis 2022 zu erhöhen. Mehr als die Hälfte der Organisationen in unserer Umfrage gaben an, dass sie im Jahr 2022 einen Großteil ihrer Systeme und Business-Funktionen in die Cloud migrieren werden. Wir gehen davon aus, dass Firmen offensive Strategien verfolgen. Sie fokussieren sich dabei auf eine schnellere Bereitstellung und Skalierung sowie verbesserte digitale Fähigkeiten.

Wie sieht die Akzeptanz der Cloud in Europa aus, beispielsweise im Vergleich zu den USA – ist Europa eher ein Vorreiter oder nicht ganz so gut dabei?

Mannepalli: Die Cloud-Adoption beschleunigt sich weltweit. Im Vergleich zu den USA und Australien/Neuseeland verfügen europäische Unternehmen über einen relativ geringeren Anteil an IT in der Cloud. Befragte aus Frankreich und Großbritannien beabsichtigen dennoch, die IT-Cloud schneller als bislang einzuführen. Bis zum Jahr 2022 planen sie die 50 Prozent-Marke zu überschreiten. Europäische Unternehmen planen, ihre Offensiv-Strategien schneller als ihre Kollegen in anderen Regionen zu verdoppeln.

Welche Schritte würden Sie Unternehmen empfehlen, die noch in einem eher kleinen Maßstab mit Cloud-Technologien arbeiten?

Mannepalli: Die Cloud ist ein echter Enabler für die Geschäftsziele von Unternehmen. Daher ist es wichtig, dass Organisationen festlegen, welche Vorteile sie erzielen möchten. Unternehmen müssen eine durchdachte Strategie und einen Plan haben, wie die Cloud sie unterstützen kann, die Business-Geschwindigkeit und Fähigkeiten zur Zusammenarbeit zu verbessern. Auch das KI-gestützte, auf Erkenntnissen basierende Business, die Ausfallsicherheit, die Security sowie andere wichtige Elemente lassen sich optimieren. Unternehmen müssen im ersten Schritt das Ziel und die Strategie festlegen. Im Anschluss sollten sie agile Arbeitsweisen und „Schnell Lernen/Schnell Versagen“-Methoden in Betracht ziehen. Eine Standardanwendung, die für alle Organisationen passend ist, gibt es nicht. Hybrid-Adoptionsstrategien sind eine gute Lösung, um Best-of-Breed-Applikationen einzuführen und Wege zu finden, um Interoperabilität und Portabilität zu implementieren. Die Umstellung auf die Cloud bedeutet einen zyklischen, saisonalen Aufwand. Es ist keine lineare Umstellung.

Vielen Dank für das Gespräch!

Für weitere Details ist der vollständige Cloud Radar 2021 Report von Infosys auch hier zu finden.

Im Interview: Narsimha Rao Mannepalli, Executive Vice President, Head – Cloud Infrastructure and Security Solutions and Head – Infosys Validation Solutions, Infosys

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Geschrieben von
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose hat allgemeine Sprachwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert. Bereits seit Februar 2015 arbeitete sie als redaktionelle Assistentin bei Software & Support Media und ist seit Oktober 2017 Redakteurin. Zuvor war sie als freie Autorin tätig, ihre ersten redaktionellen Erfahrungen hat sie bei einer Tageszeitung gesammelt.
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