Cloud Computing mit Gütesiegel "Made in Europe": Europäischer Gold-Standard gefordert

Hartmut Schlosser

Nach einer Studie von SAP und Roland Berger Strategy Consultants beschert Cloud Computing der IT-Branche neue Wachstumsmöglichkeiten, die deutliche Impulse für den europäischen Arbeitsmarkt bringen werden. Bis zum Jahr 2015 soll sich das Umsatzvolumen für Cloud Computing auf 73 Milliarden US-Dollar beziffern, was im Vergleich zum Status Quo ein Verdreifachung bedeutet. 70.000 neue Arbeitsplätze sollen allein durch diese „Cloud Economy“ entstehen, wobei die Studie politische Maßnahmen fordert, damit ein einheitliches rechtliches Rahmenwerk für Cloud Services in Europa Investitionssicherheit schafft.

Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen sieht Peter Lorenz, Leiter des Bereichs On-Demand-Solutions bei SAP, durch Cloud Computing revolutionäre Möglichkeiten heranwachsen. Diese Unternehmen erhielten Zugriff auf IT-Architekturen, die bislang nur Großunternehmen vorbehalten waren.

Dadurch werden sich neue Marktchancen für IT-Anbieter ergeben, ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen und flexible Dienstleistungen anzubieten.

Das größte Potenzial identifiziert die Studie in den Bereichen „Software as a
Service“ und „Platform as a Service“. Diese Plattformen bildeten einen
Nährboden für starke Ökosysteme mit zahlreichen IT-Unternehmen, sodass positive volkswirtschaftliche Effekte zu erwarten seien.

Im Rahmen der Studie wurde ein Fünf-Schritte-Programm ausgearbeitet, mit dem Ziel, einheitliche technische, juristische und wirtschaftliche Standards für das Cloud Computing zu etablieren. Beispielsweise müsse sich der Bereich Datenschutz weg von einem angstbehafteten Begriff hin zu einem Gütesiegel für „Made in Europe“ entwickeln.

Insbesondere empfiehlt das Programm:

  1. Die Schaffung eines europäischen Rechtsrahmens: Der Rechtsrahmen soll
    Datenschutz und Datensicherheit in allen europäischen Ländern
    harmonisieren.
  2. Die Einführung des „European Cloud Gold Standard“: Die europäische Industrie
    sollte ein europäisches Gütesiegel für Cloud-Dienstleistungen
    schaffen, um die Akzeptanz von Cloud-Anwendungen zu erhöhen.
  3. Die Föderung von Innnovationen in der Cloud: Die europäische Union und ihre
    Mitgliedsstaaten sollten öffentliche Forschungs- und
    Entwicklungsprogramme mit Cloud-Schwerpunkt verstärkt fördern.
  4. Spezielle Programme für Mittelständler: Durch spezielle Programme sollte die Anwendung von Cloud Computing in mittelständischen Unternehmen
    gefördert werden. Dafür sind keine zusätzlichen Ressourcen notwendig,
    denn die europäische Union hat in der laufenden Programmperiode
    hinreichende Mittel zur Verfügung gestellt.
  5. Engagement der öffentlichen Hand: Als großer Einkäufer von
    IT-Lösungen in Europa sollte der öffentliche Sektor als Impulsgeber
    für die Cloud Economy gelten. Denn der verstärkte Einsatz bei allen
    öffentlichen Institutionen würde die Marktdurchdringung dieser
    Dienstleistungen erheblich unterstützen und Vertrauen in das
    Gütesiegel schaffen.

Die Studie kann kostenfrei unter www.rolandberger.com/pressreleases
heruntergeladen werden.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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