State of the CIO Survey 2016

Chief Information Officers im Jahr 2016: Daten, Fakten und Einschätzungen

Michael Thomas

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Im Rahmen des mittlerweile 15. „State of the CIO Survey“ des CIO Magazine gaben insgesamt 571 Chief Information Officers (CIOs) Fakten und Einschätzungen über ihren Berufsstand und ihr Arbeitsumfeld preis. So scheinen etwa Fragen der Sicherheit auch bei Nicht-ITlern wachsende Priorität zu genießen und eine Mehrheit der CIOs geht davon aus, künftig vermehrt strategische Aufgaben zu übernehmen.

Anforderungen und Zufriedenheit

88 % der CIOs gaben an, dass die Anforderungen ihres Jobs sukzessive zunehmen, wobei die Herausforderungen und die Jobzufriedenheit in erster Linie von ihrem Arbeitsschwerpunkt abhängen. 84 % der Teilnehmer gaben zudem an, dass ihre Rolle im Unternehmen an Gewicht gewonnen hat. Dies trifft insgesamt häufiger auf CIOs zu, die hauptsächlich mit strategischen Aufgaben oder Transformationsprozessen betraut sind, als jene, die für funktionale, also „traditionellere“ IT-Verwaltungsaufgaben verantwortlich zeichnen. Zudem empfinden strategische (71 %) und „transformationale“ (69 %) CIOs ihre Arbeit deutlich befriedigender als ihre funktionalen Kollegen (47 %). Letztere bemängeln u. a., dass die IT angeblich häufig als Sündenbock herhalten muss, wenn andere Abteilungen ihre Zielvorgaben verfehlen.

Jobstabilität und Rollen

Die Position der CIOs des C-Levels erscheint den Zahlen zufolge stabil: Im Schnitt waren die antwortenden CIOs sechseinhalb Jahre in dieser Position tätig, was im Vergleich zur Umfrage des Vorjahres einen Anstieg um rund ein halbes Jahr bedeutet. Die durchschnittliche Vergütung betrug 277 700 US-Dollar pro Jahr, wobei bei Großunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern wenig überraschend deutlich mehr zahlten (401 500 $) als kleinere Unternehmen (189 420 $). Unabhängig von der Unternehmensgröße konnten strategische CIOs ein deutlich höheres Gehalt einstreichen als transformationale oder funktionale CIOs.

Stichwort digitale Transformation: Zahlreiche Unternehmen befinden sich offenbar in einem Zustand des kontinuierlichen Wandels. So macht die Gruppe der transformationalen CIOs, also jene, die u. a. neue Systeme und Architekturen implementieren, 45 % aller CIOs aus. Funktionale und strategische CIOs liegen mit je rund 27 % gleich auf.

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Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen CIOs, die sich im Fall von drängenden betrieblichen Belangen mit funktionalen Aufgaben beschäftigen; welche Rolle die verschiedenen Archetypen im Unternehmen genau spielen, ist jedoch generell von der Rolle der IT im jeweiligen Unternehmen abhängig. Allen gemein ist allerdings, dass das Thema Sicherheitsmanagement an Bedeutung gewonnen hat: So gaben 46 % der CIOs an, dass dieses Thema einen Hauptschwerpunkt darstellt, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 15 % ausmacht. Des Weiteren glauben nicht wenige, dass ihre Rolle künftig strategischer ausgerichtet sein wird als zuvor: 68 % gehen davon aus, dass sie in den nächsten 3 bis 5 Jahren deutlich mehr Zeit mit wachstumsorientierten Aktivitäten verbringen werden.

Sicherheitsfragen

Was die IT-Ausgaben der Unternehmens betrifft, scheinen die CIOs und andere leitende Angestellte (wenig überraschend) nur selten einer Meinung zu sein. Insbesondere dem Bereich Sicherheit gestehen die Akteure jeweils einen deutlich anderen Stellenwert zu: Zwar stimmen CIOs und die Leiter anderer Geschäftsbereiche bei den zwei wichtigsten Geschäftszielen (Steigerung der betrieblichen Effizienz und Verbesserung der Kundenzufriedenheit) praktisch überein. Was die Sicherheit angeht, tun sich jedoch deutliche Diskrepanzen auf: Während CIOs die Cybersicherheit als drittwichtigstes Feld benennen, landet sie bei Nicht-ITlern hinter der Optimierung der Produktivität und der Transformation von Geschäftsprozessen erst auf Rang 5. Allerdings scheinen diese Unterschiede vor allem bei Mitarbeitern unterhalb des C-Levels aufzutreten: Die meisten CEOs betrachten die Sicherheit mittlerweile als drittwichtigstes Anliegen, im Jahr 2014 wiesen sie der Cybersicherheit noch Platz 8 zu.

Zur Zeit wenden Unternehmen im Schnitt 12 % ihres IT-Budgets für die Sicherheit auf. Stichwort Budget: Eine Vermutung der CIOs hat sich nicht bestätigt. 2014 gingen sie davon aus, nach Ablauf von drei Jahren im Schnitt 66 % der IT-Ausgaben zu kontrollieren. In Wahrheit kontrollieren sie jedoch nur 57 %. Allerdings gehen die meisten davon aus, dass dieses Niveau auf absehbare Zeit stabil bleiben wird. Unternehmen, die der IT eine besonders wichtige Rolle zuerkennen, haben die CIOs im Schnitt deutlich mehr Kontrolle über die IT-Ausgaben als ihre Kollegen in Firmen, die die IT eher als Costcenter oder Dienstleister betrachten.

Interne Beziehungen, interne und externe Kommunikation

Unabhängig davon haben CIOs mit engen Verbindungen zur Geschäftsführung einen deutlich größeren Einfluss auf die Ausgestaltung der internen IT. Auch die Beziehung zu den Marketingverantwortlichen spielt eine Rolle: In 33 % der Unternehmen verfügt die Marketingabteilung über ein eigenes Technologiebudget, wobei der Großteil der CIOs in die Entscheidungen bezüglich des Technologie-Stacks einbezogen werden. In Unternehmen, die der IT besonders große Bedeutung zumessen, sind 71 % der CIOs bei der Entscheidungsfindung beteiligt; 64 % sind für die endgültige Entscheidung für einen Anbieter bzw. eine Lösung verantwortlich.

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60 % der CIOs von Firmen, in denen die IT als besonders wichtig erachtet wird, berichten zudem, dass sich das Verhältnis zum Marketing in den vergangenen drei Jahren zu einem deutlich kollaborativeren entwickelt hat. CIOs in Unternehmen, die die IT als Dienstleister oder Costcenter betrachten, konnten diesen Trend in einem weitaus kleineren Umfang bestätigen (44 % bzw. 35 %).

Zu guter Letzt wurde auch die Kommunikation mit Kunden abgefragt. Demnach stehen 68 % der CIOs (direkt oder durch einen Stellvertreter) täglich oder zumindest ein mal wöchentlich im Kontakt mit ihren internen Kunden. 54 % der IT-Verantwortlichen gehen davon aus, künftig intensiveren Kontakt mit externen Kunden zu pflegen, wobei die strategischen CIOs in diesem Bereich zur Zeit deutlich involvierter sind als ihre funktionalen und transformationalen Kollegen.

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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