Welche Features hat das Tool?

Neues Chaos Engineering Tool: Cthulhu wird Open Source

Florian Roos

© Shutterstock / Vanessa Lanteri

Mit dem nun Open Source verfügbaren Tool Cthulhu will das Unternehmen xMatters einen Beitrag zum erfolgreichen Testen von verteilten Microservice-Strukturen liefern. Mit ihm lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen, bevor sie in der Produktion eintreten und zu Problemen führen.

Cthulhu ist ein Test-Tool, mit dem Entwickler ihre verteilten Microservices gegen problematische Szenarien testen können. Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Services können zu weitreichenden Problemen bis hin zu kompletten Abstürzen führen. Mit Cthulhu lassen sich verschiedene Katastrophenszenarien definieren und durchspielen, sodass man das Verhalten seiner Anwendung beobachten und auf Schwachstellen oder Anfälligkeiten reagieren kann. Tobias Dunn-Krahn (CTO, xMatters), drückt die Ausgangslage so aus:

Microservice-Architekturen können viele Vorteile hinsichtlich Skalierbarkeit und funktionaler Kapselung bieten, allerdings können sie durch Abhängigkeiten auch komplexe Ausfallszenarien erzeugen. Chaos Engineering kann dabei helfen, diese Schwachpunkte aufzuspüren, bevor sie sich in der Produktion manifestieren. Cthulhu enthüllt kritische Lücken bei der Selbstheilung von Systemen, sodass Entwicklerteams kontinuierlich an der Absicherung ihrer Anwendungen gegenüber Ausfällen arbeiten und das Geschäft am Laufen halten können.

Cthulhu ist auf verschiedenen Plattformen einsatzfähig und soll auch die Orchestrierung plattformübergreifender Szenarien ermöglichen.

Verteiltes Testen verteilter Services

Sinn und Zweck von Cthulhu ist es, das verteilte Testen von verteilten Microservices zu ermöglichen. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, da das Unternehmen xMatters seine eigenen dezentralen Dienste testen wollte und hierfür kein entsprechendes Tool zur Verfügung stand. Mit der quelloffenen Bereitstellung von Cthulhu hofft man nun auf eine Zusammenarbeit mit denjenigen Entwicklern, die das Werkzeug tatsächlich brauchen und gewinnbringend einsetzen.

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Reproduzierbare Szenarien in Cthulhu

Jedes Szenario in Cthulhu folgt einer vom Entwickler der zu testenden Software festgelegten Definition. In Verbindung mit der Versionskontrolle für geänderte Szenarien ist das Verhalten der getesteten Services somit reproduzierbar. Das gilt für Probleme und Abstürze ebenso wie für robustes Verhalten.

Zur Definition eines Katastrophenszenarios gehört dessen Name sowie eine Liste der durchzuspielenden Chaos-Events. Ein Chaos-Event wiederum wird neben der Beschreibung durch weitere Eigenschaften wie Anzahl, Ziel und Zeitplan der durchzuführenden Operationen definiert. Innerhalb des Zeitplans können Entwickler unter anderem den zeitlichen Abstand und die Häufigkeit der Event-Durchführungen festlegen.

Zusätzliche Informationen zu dem unter Apache-2.0-Lizenz stehenden Cthulhu bieten eine entsprechende Mitteilung auf der Website von xMatters und das GitHub-Repository, in dem die Software bereitgestellt wird. In diesem Repository wird auch gleich darauf hingewiesen, dass xMatters keinen offiziellen Support für das Tool anbietet.

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Florian Roos
Florian Roos
Florian Roos ist Redakteur für Software & Support Media. Er hat Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt studiert und erste redaktionelle Erfahrungen in den Bereichen Games und Consumer-Hardware gesammelt.
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