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Ceylon: Erster Auftritt für RedHats Java-Ersatz

Hartmut Schlosser

Von den einen mit Spannung erwartet, kritisiert von den anderen – Red Hats neue Spachkreation Ceylon hat seit den ersten Präsentationen Anfang des Jahres kontroverse Diskussionen ausgelöst. Wie dem auch sei – an Ceylon wird jedenfalls weiter gefeilt im RedHat-Lager. Und als deutliches Zeichen dafür hat die JVM-Sprache ihre erste offizielle Webseite erhalten.

Ceylons erster Web-Auftritt: http://ceylon-lang.org/

Für all jene, die Ceylon noch nicht kennen: Ceylon ist Red Hats Versuch, eine Sprache der neuen Generation samt SDK für die Java Virtual Machine bereit zu stellen. Dabei ist Ceylon stark an Java angelehnt, soll aber einige Engpässe in Java wie UI-Entwicklung, komplexe Modularität, umständliche Metaprogrammierung beheben.

Ceylon Chef-Entwickler Gavin King schreibt auf der Ceylon-Webseite:

Ceylon is a general-purpose, imperative, statically-typed, block-structured, object-oriented, higher-order language featuring a syntax similar to Java and C#, and a type system based on the notion of principal types.

The language is elegant, highly readable, extremely typesafe, and makes it easy to get things done.

Ein offizielles Release gibt es noch nicht zu begutachten, dafür aber eine Feature-Roadmap, ein FAQ und jede Menge Dokumentationsmaterial. Verfügbar ist zum jetzigen Zeitpunkt auch schon ein Pre-Release der Ceylon IDE – ein Eclipse-Plug-in für Ceylon, mit dem man Ceylon schon vor dem ersten Meilenstein-Release testen kann. Der Veröffentlichungstermin für Milestone 1 steht noch nicht fest, enthalten sein soll laut Gavin King aber die gesamte Ceylon-Basis:

Expressions, basic procedural code, basic object orientation, basic generics including variance, validation of definite assignment/initialization and definite return, exceptions.

Über den Sinn und Zweck einer neuen JVM-Sprache wird immer viel geredet, wobei hinsichtlich Ceylon Fragen aufkamen, weshalb ein Entwickler sich angesichts der Existenz von Scala denn überhaupt noch mit Ceylon beschäftigen sollte: Was hat Ceylon, das Scala nicht hat? In jedem Fall wird es spannend zu beobachten sein, wie Ceylon sich weiterentwickelt und welches Momentum es gewinnen kann – schließlich steht Red Hat hinter der Sprache, und damit ein geschätzer Vertreter des Java-Ökosystems mit einer starken Open-Source-Community.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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