Interview mit Björn Müller

CaptainCasa stellt sich vor: RIA Framework setzt auf JSF und JavaFX

Das CaptainCasa Framework setzt nun auch auf JavaFX. Sie kennen CaptainCasa nicht? Dann lernen Sie das bisher noch als Geheimtipp gehandelte RIA-Framework in unserem JAX-Countdown-Interview mit Björn Müller kennen. Der CaptainCasa-Chefentwickler gibt Einblicke in den neuen JavaFX Client und verrät, warum sich JavaFX auch gegenüber der starken HTML5-Konkurrenz behaupten wird.

Übrigens: JAX-Interessierte können noch bis nächsten Donnerstag, den 21. März, von den Frühbucherpreisen „Early Bird“ profitieren. Ein Blick auf www.jax.de lohnt sich!

JAX 2013

Björn Müller

Björn Müller können Sie live auf der JAX 2013 erleben (22. bis 26. April 2013):

JavaFX oder HTML5 – Was nehme ich denn nun für meine Anwendung?

Trotz aller Startschwierigkeiten: JavaFX ist da. Und: JavaFX ist gut gelungen! Es spricht also nichts gegen einen ernsthaften Einsatz,…wenn es da nicht mit HTML5 eine starke Konkurrenz gäbe. Auch damit kann man Erstaunliches erreichen – und das direkt im Browser des Benutzers. Im Vortrag werden beide Technologievarianten einem „Real Life“-Vergleich unterzogen – und entsprechende Schlüsse gezogen.

www.jax.de

JAXenter: CaptainCasa ist der Name eines RIA Frameworks, an dem Sie maßgeblich beteiligt sind. Können Sie das Projekt kurz vorstellen?

Björn Müller: CaptainCasa Enterprise Client ist ein Rich Client Framework zur effizienten Erstellung der Benutzeroberfläche für Geschäftsanwendungen. Der Frontend-Client ist ein Java Client (Swing, nun FX), die eigentliche Interaktionsverarbeitung findet aber hinten im Server statt – also ein „server-centric“ Ansatz mit generischem Client.
Die Server-Seite übrigens basiert auf Java Server Faces, allerdings gut verborgen hinter unserer Toolwelt. Dies bedeutet aber, dass die parallele Bereitstellung von HTML-Seiten, wo erforderlich, ebenfalls über JSF abgewickelt werden kann.

JAXenter: Nun gibt es in der Java Community ja unzählige Frameworks für die unterschiedlichsten Zwecke. Welches Alleinstellungsmerkmal hat CaptainCasa aus Ihrer Sicht?

Björn Müller: Ganz klar: der Hauptunterscheidungspunkt ist der, dass wir vorne im Client Java nutzen – und nicht HTML5. Was zunächst ganz schön „uncool“ klingt… – Stellen Sie sich aber vor, Sie sind ein Software Hersteller und bauen eine Logistik-Anwendung, zum Beispiel eine Lagerverwaltung, die Sie an viele Firmen über die nächsten Jahre verkaufen wollen. Ihr Hauptinteresse ist dann, dass Ihre Frontends über einen langen Zeitraum hin stabil, performant und einfach administrierbar laufen – und dabei schick aussehen. Wollen Sie hier HTML5 nehmen? – Alleine im Desktop-Umfeld gibt es heute Internet Explorer 8,9,10, dann Firefox, dann Chrome. Und jeder Kunde besteht auf seiner Umgebung („IE 8 only!“). Am Ende müssen Sie schauen, dass Ihre Software stabil läuft. Für solche Szenarien ist HTML5 einfach nicht passend – da ist es wesentlich effizienter, einen Java-basierten Client zu nehmen, der installiert wird – und läuft!

Von anderen Java-Client-Frameworks unterscheiden wir uns durch den Server-zentrischen Ansatz, der erhebliche Effizienzgewinne bringt, wenn man es mit umfangreichen Anwendungen zu tun hat. Durch die Verwendung des JSF-Standard wiederum werden einerseits sämtliche Fragen der Server-seitigen Stabilität (Skalierbarkeit, Failover, …) beantwortet. Andererseits läuft die Erzeugung von HTML-Seiten, die jede Anwendung natürlich auch benötigt, im gleichen Fahrwasser.

JAXenter: Sie beschreiben CaptainCasa auch als Community aus mittelständischen Softwarehäusern. Können Sie ein wenig über diesen Hintergrund berichten? Wie ist das Projekt entstanden – wer steht heute hinter CaptainCasa?

Björn Müller: Die CaptainCasa Corporate Community hat sich 2007 gebildet – damals aus vier Softwarehäusern. Mit allen hatte ich vorher schon zusammengearbeitet, ich habe ja auch eine HTML/AJAX-Historie… Und alle hatten gewisse Erfahrungen mit der HTML-Welt, mit dem Ergebnis, die Kernverarbeitung der Anwendungen (Sachbearbeiter, Werker-Screens) nicht über HTML umzusetzen sondern über einen „echten“ Client. Aus dieser Stituation heraus ist dann der CaptainCasa Enterprise Client entstanden. Die Community ist mittlerweile gut gewachsen, einerseits zahlenmäßig andererseits aber auch als Gemeinschaft – alleine auf unserem letzten jährlichen Community Meeting waren 60 Mitglieder vertreten.

JAXenter: Momentan arbeitet Ihr an einem JavaFX Client für CaptainCasa. Wie sieht dieser zurzeit aus?

Björn Müller: Wir haben die Beta-Phase gestartet und wollen mit einer offziellen Version zur JAX erscheinen. Das Nette: unser Client „frisst“ ja XML-Masken, die vom Server kommen, und gibt entsprechende Requests nach hinten ab – die Server-seitige Anwendungsentwicklung hat deswegen mit Java Swing oder Java FX nichts zu tun. Somit können die bestehenden Nutzer, dann wenn sie es wollen, recht problemlos von ihrem Swing Client auf den JavaFX Client umsteigen. Das Wörtchen „recht“ habe ich deswegen hinzugefügt, da sich natürlich die Deploymentstruktur beim Kunden ändert: vorher wurde Java 6 verwendet, nun mindestens Java 7, etc. Aber: auf Anwendungsseite muss durch den Wechsel von Swing auf FX nichts geändert werden.

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