Cameron fordert Merkel zum IoT-Tanz auf [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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Cameron auf der CeBIT: Großbritannien steckt 87 Millionen Euro in IoT-Forschung – M2M Alliance und eco kooperieren – Neue Studie „M2M Communication in Manufacturing“ – TheThings.io: soziale Plattform für das IoT – Budapester Universität forscht an Drohnen mit kooperativer Intelligenz – Wise Button: schlauer Schalter auf Indiegogo

Cameron fordert Merkel zum IoT-Tanz auf

Großbritannien, dieses Jahr Gastland auf der CeBIT, will gemeinsam mit Deutschland am Internet der Dinge und 5G-Mobilfunknetzen forschen, wie David Cameron bei seiner CeBIT-Eröffnungsrede am Sonntag Abend bekanntgab. Die Uni Dresden, das Londoner Kings College und die Universität Surrey sollen in Sachen 5G kooperieren. Langfristig, so stellte Cameron in Aussicht, sollen Roaminggebühren abgeschafft werden.

Camerons Ausführungen zum Internet der Dinge strotzten nur so vor Zukunftsoptimismus. Sogar den Internetkühlschrank, ein bislang mäßig erfolgreiches Gadget, lobte der Premier in den Himmel.

I see the Internet of Things as a huge transformative development…We are at the brink of a new industrial revolution… [w]e need the ideas to turn the Internet of Things from a slogan into a fact…. I believe this is a real and rare opportunity for us to take British ingenuity in software, services and design and German excellence in engineering and industrial manufacturing, and together we can lead in this new revolution.

Insgesamt 73 Millionen Pfund (mehr als 87 Millionen Euro), so kündigte Cameron an, möchte die britische Regierung künftig in die IoT-Forschung investieren. Neben ARM erwähnt er auch wieder Raspberry Pi als positives Beispiel (ganz wie neulich in Davos) für den Wirtschaftsstandort Großbritannien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen verzichtete auf konkrete Ankündigungen. Sie beließ es in ihrer Rede bei Allgemeinplätzen, aufgelockert durch scherzhafte bis spöttisch-klischeehafte Technologiemetaphern. Die Potenziale des Internets der Dinge, die Cameron zuvor beleuchtet hatte, bezeichnete sie als Verdienst von „Big Data“. Kein Wunder: Wer das Internet vor Kurzem noch als „Neuland“ bezeichnet hat, wird zu einem Begriff wie „Internet der Dinge“ erst einmal auf Distanz gehen.

Wer die gesamten Reden ansehen möchte: Ab Minute 55 spricht in der folgenden Aufzeichnung Cameron, danach Merkel:

M2M Alliance und eco: Neues Bündnis für das IoT

Die M2M Alliance und eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. arbeiten zukünftig zusammen. Ziel der Kooperation sei es, M2M-Technologien sowie das Internet of Things (IoT) gemeinsam zu fördern, um so neue Möglichkeiten sowohl für die Industrie als auch für den Endanwender zu schaffen, heißt es in der Pressemitteilung. Gleichzeitig sollen die jeweiligen Mitglieder vom Zugriff auf zusätzliche Ressourcen profitieren. Dennoch bleiben M2M Alliance und eco eigenständige Verbände. eco ist mit mehr als 700 Mitgliedsunternehmen der größte Zusammenschluss der Internetwirtschaft in Europa. Laut einem aktuellen Report von eco sind 61 Prozent der befragten IT-Experten überzeugt, dass einheitliche Branchenstandards für den weiteren Erfolg von M2M entscheidend sind, 30 Prozent schreiben ihnen zumindest eine tragende Rolle zu. 

Telcos: Dreh- und Angelpunkte des IoT

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan mit dem Titel „M2M Communication in Manufacturing“, die uns vorliegt, bestätigt, was Brancheninsider schon lange betonen: Konnektivität ist das A und O von M2M-Systemen – und Telekommunikationsunternehmen (Telcos) damit wichtige Stakeholder in Bezug auf die Bereitstellung von M2M-Lösungen und das Wachstum des Internets der Dinge im Produktionssektor (Stichwort: Industrie 4.0) in Europa. Eine effiziente M2M-Kommunikation mit drahtlosen LANs, WANs und Sensornetzwerken ist nicht nur Wegbereiterin für die Steuerung der Geräte einer Fertigungsanlage, sondern begünstigt auch die Sammlung von Daten zur Überwachung von Anlangen im Produktionssektor – dies sind nur einige der Ergebnisse, zu der die Studie kommt. Sorgen über mögliche Ausfallzeiten und Sicherheitsbedenken hemmen derzeit noch die Umsetzung von M2M-Lösungen in diesem Sektor. Außerdem hält scheinbar die relative Unerfahrenheit der Telekommunikationsunternehmen in diesem Markt die Hersteller davon ab, deren Dienste zu nutzen. Auch die heterogenen Standards in bestehenden Industrieanlagen sowie die unterschiedliche Art und Größe der Fertigungsbetriebe stellen der Studie nach weitere Herausforderungen in der Umsetzung einer Industrie-4.0-Anlage dar.

TheThings.io: Ein soziales Netzwerk rund um das IoT

Eine spanisches Startup um den Entwickler Marc Pous hat das soziale Netzwerk TheThings.io ins Leben gerufen, das in erster Linie auf IoT-Entwickler und Maker abzielt. Gemeinsam soll eine zentrale Webplattform geschaffen werden, mit der sich das Heimnetz über ein einheitliches User Interface steuern lässt. Für eine private Beta-Testversion kann man sich über den Button „Create an Account“ anmelden. 

Drohnen-Schwärme: Gemeinsam sind sie stärker

Fliegende Roboter wie Quadrocopter sind agil, aber auch ziemlich fragil. Ihr Akku ist nach kurzer Zeit aufgebraucht, und die Fracht, die sie transportieren können, begrenzt. Auch deshalb muss an Transportsystemen wie der Amazon-Drohne oder Matternet noch mächtig gefeilt werden. Allerdings könnte eine Eigenschaft, die große Teile der Tierwelt auszeichnet und auch uns Menschen in die Wiege gelegt ist, auch bald unsere potentiellen fliegenden Helferlein stärker machen: kooperative Intelligenz. Die Flying Machine Arena der ETH Zürich, bekannt geworden auch durch ihre phänomenalen YouTube-Videos, lässt bereits seit einiger Zeit Quadrocopter in Schwärmen fliegen, die die Position ihrer Fluggefährten bestimmen und darauf reagieren können. Nun haben auch Forscher der Eötvös Loránd University in Budapest ein Video veröffentlicht, das ihre Forschungsergebnisse zu autonomen Quadrokoptern mit Schwarmintelligenz zeigt. Pate steht bei ihrer Arbeit Mutter Natur, genauer: das Verhalten von Vogelschwärmen. 

Schlauer Schalter

Ein Crowdfunding-Projekt mit einschlagendem Erfolg, das wir in dieser Woche beleuchten, wirbt auf der Plattform indiegogo.com noch neun Tage um Geldzusagen. Mit dem Bluetooth-Device Wise Button, das man z. B. an den Schlüssel hängen kann, lassen sich nicht nur alle Devices remote steuern. Es alarmiert den Besitzer auch, sobald die Distanz zu einem der gekoppelten Geräte mehr als sieben Meter beträgt – und schützt so vor Verlust oder Diebstahl. Mit der Suchfunktion lassen sich Geräte sogar direkt orten. „Kannst du mich mal anrufen, ich finde mein Handy gerade nicht?“ ist dann also nicht mehr nötig. Möchte man nicht-elektronische Gegenstände wie z. B. Taschen oder Geldbeutel in Reichweite behalten, lassen sich diese mit den mitgelieferten Stickern ausstatten und werden dann innerhalb eines Radius von 50 Metern vom Wise Button getrackt. Die intelligenten Buttons gibt es in diversen Ausführungen, Designs und Preisklassen. Sticker sollen ab 19 US-Dollar, Buttons ab 35 US-Dollar zu haben sein. Kompatibel ist das Gerät mit Android, iOS und Windows Phone. 

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