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Bye-Bye MySQL: Google wechselt zu MariaDB

Hartmut Schlosser

Google wechselt von MySQL nach MariaDB. Wie The Register berichtet, platzte Googles System-Entwickler Jeremy Cole bei einer Präsentation auf der kalifornischen Extremely-Large-Databases-(XLDB)-Konferenz mit dieser Neuigkeit heraus. Man nutze derzeit hauptsächlich das nicht mehr zeitgemäße MySQL 5.1 und plane deshalb, auf MariaDB 10.0 umzustellen.

In einer ähnlichen Bewegung hatte sich Red Hat bereits im Juli von MySQL gelöst und angekündigt, im nächsten Red Hat Enterprise Linux (RHEL) auf MariaDB setzen zu wollen. Macht Google es nun Red Hat gleich, würde es sich von einer Oracle-unterstützten Lösung verabschieden und dem Anbieter-neutralen MariaDB-Projekt neuen Auftrieb geben.

MariaDB ist der MySQL Cone, der vom ursprünglichen MySQL-Gründer Michael „Monty“ Widenius unterhalten wird. MariaDB 10.0 gilt als weitgehend technisch äquivalent mit MySQL 5.6. Indes wird Jeremy Cole mit der Aussage zitiert, „Ideologically there are lots of differences.“ Cole sähe gerne eine einheitliche MySQL Community, dies sei aber so gut wie unmöglich unter Oracles MySQL-Schirmherrschaft. 

Google arbeitet schon seit Anfang des Jahres mit der MariaDB Foundation zusammen und hat jüngst auch Entwickler dorthin abgestellt. In einem Antwortschreiben an The Register bestätigt der Suchgigant die Migrationsanstrengungen: Googles MySQL Team sei im Prozess, die interne Nutzung von MySQL auf MariaDB 10.0 umzustellen. Darüber hinaus arbeite Googles MySQL sowie das SkySQL MariaDB Team zusammen an einer Erweiterung des Feature Sets von MariaDB.

Mit Google und Red Hat auf der Seite steht dem MariaDB-Projekt wohl eine rosige Zukunft bevor.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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