Überlegungen zur App-Entwicklung

Business Intelligence unterwegs

Matthias Krämer
©Shutterstock/Bruce Rolff

Mobile Geräte sind aus dem privaten und geschäftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch mobile Business-Intelligence-(BI-)Lösungen sind auf dem Vormarsch. Was sollte bei der Entwicklung von mobilen BI-Apps beachtet werden? Mit Blick auf die Diversifizierung des Marktes für mobile Geräte und Betriebssysteme gehört den plattformunabhängigen Web-Apps auf HTML5-Basis die Zukunft. Sicherheit und Bedienkomfort sind ein absolutes Muss, zudem bieten Rückschreibefunktionen einen Mehrwert für Reporting und Planung.

Mobile Business Intelligence erweitert die Möglichkeiten konventioneller BI-Systeme: Benutzer von Smartphones oder Tablet-PCs erhalten unterwegs Zugriff auf Geschäftsdaten und Reporting-Funktionalitäten. Das Prinzip wird von immer mehr Unternehmen verinnerlicht, mobile BI ist ein Markttrend. Und das aus gutem Grund: Mobile BI-Lösungen steigern die Produktivität, erhöhen die Agilität und verbessern die Zusammenarbeit. Der Manager ruft unterwegs einen Umsatzreport ab und trifft noch auf dem Flughafen eine zeitkritische Unternehmensentscheidung. Der Vertriebsmitarbeiter überblickt vor Ort beim Kunden aktuelle Bestands- und Produktinformationen und nutzt sie ad hoc für die Beratung. Der mobile Logistikmanager hat Daten zu Lieferungen oder Produktverfügbarkeit jederzeit im Blick und nutzt diese Informationen, um die Lagerprozesse im Stundentakt anzupassen und Kosten zu senken. Und auch der Planungsprozess lässt sich durch mobile BI-Lösungen effizienter gestalten – durch die Möglichkeit der mobilen Dateneingabe gewinnt der gesamte Prozess an Flexibilität und Geschwindigkeit.

Konsumerisierung mit Folgen

Der Trend zur mobilen BI-Nutzung begründet sich in der zunehmenden Verbreitung mobiler Endgeräte. Touchscreens, intuitive Benutzeroberflächen und drahtlose Breitbandverbindungen haben zu einer Konsumerisierung der IT geführt: iPhone oder iPad, Smartphone oder Tablet-PC haben Einzug in den Alltag gehalten. Private Nutzer möchten auf ihre mobilen Geräte nicht verzichten, auch nicht am Arbeitsplatz. Warum also nicht auch das mobile Gerät für die Arbeit nutzen?

Der Markttrend hat die Wirtschaft erreicht. IT-Abteilungen werden immer häufiger mit dem Wunsch ihrer Kollegen konfrontiert, unterwegs auf die Datenbasis des Unternehmens zugreifen zu können. Die mobile Nutzung von Internet und E-Mail reicht vielen Mitarbeitern nicht mehr aus. Sie möchten unterwegs ihre Arbeitsmaterialen einsehen und nutzen, Zugriff auf das Firmennetzwerk erhalten und unterschiedlichste Businessanwendungen benutzen. Immer mehr Unternehmen berücksichtigen diese Erwartungshaltung und integrieren mobile Geräte in ihre geschäftlichen Prozesse – inklusive unterschiedlicher mobiler Anwendungen (Apps). Doch dieser Vorgang bringt mitunter Herausforderungen mit sich. Was muss die IT-Abteilung beachten? Wie gelingt die Integration mobiler Geräte in den Unternehmensalltag, und was muss eine Business-App leisten?

Strategien für das mobile Business

Bei der Integration mobiler Geräte bieten sich grundsätzlich zwei strategische Ansätze an. Einige Unternehmen entscheiden sich für eine Ein-Anbieter-Strategie: Sie stellen ihren Mitarbeitern beispielsweise unternehmensweit das iPad von Apple zur Verfügung. Die Vorteile: Die Geräte lassen sich zentral administrieren, es müssen keine unterschiedlichen Betriebssysteme integriert werden, und mobile Anwendungen können standardisiert eingesetzt werden.

Doch das Prinzip bindet Anwender an ein bestimmtes Gerät und beschränkt die Flexibilität. Bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen setzt sich daher das Prinzip „Bring your own Device“ (BYOD) durch, das die alternative Strategie darstellt. Mitarbeiter nutzen ihr eigenes Gerät für E-Mails, mobilen Datenspeicher, Notizen oder Business Intelligence. Doch birgt BYOD auch Risiken und Herausforderungen. Werden fremde Geräte in die IT-Landschaft des Unternehmens eingeführt, drohen Sicherheitslücken. Sind private Geräte virengefährdet? Was passiert mit den Unternehmensdaten, die der Nutzer auf seinem mobilen Gerät abspeichert? Und wie lassen sich unternehmensweit geltende Standards für die Nutzung mobiler Apps geltend machen, wenn die Nutzer unterschiedliche Geräte und Betriebssysteme verwenden?

Apps im Unternehmen: nativ oder webbasiert?

Die mobile Strategie entscheidet darüber, welche Apps im Unternehmen genutzt werden und welche nicht. Entwicklung und Rahmenbedingungen der Apps unterscheiden sich und haben zudem Auswirkungen auf die Integration mobiler Lösungen in die Unternehmens-IT.

Man unterscheidet zwischen zwei App-Formen: native Apps, die für bestimmte Betriebssysteme und Gerätetypen entwickelt werden, und webbasierte Apps, die über den Webbrowser des mobilen Gerätes aufgerufen werden. Eine native App ist für ein Betriebssystem und Gerät optimiert, etwa für ein Apple iPad mit dem Betriebssystem iOS. Der Vorteil: Hardware und Funktionen des Gerätes werden genutzt, Sensoren, Schnittstellen, Steuerungselemente etc. Allerdings erfordern native Apps einen höheren Programmier- und Entwicklungsaufwand als webbasierte Varianten. Jede Anwendung muss für jeden Gerätetyp neu programmiert oder angepasst werden und erfordert eigenen Programmcode. Darüber hinaus werden native Apps über den App Store des jeweiligen Anbieters vertrieben – sei es nun der Apple iTunes Store oder Google Play für Android-basierte Apps. Alternativ können Unternehmen einen firmeneigenen Store für die App-Verteilung aufbauen, allerdings erfordert auch dies hohen Aufwand.

Demgegenüber bietet auch die Web-App Vor- und Nachteile. Bei der Web-App handelt es sich um eine speziell programmierte Webseite, die für mobile Endgeräte optimiert ist. Das heißt über jedes Endgerät, das über einen Webbrowser verfügt, lässt sich die App nutzen – egal, ob Smartphone oder Tablet, Apple oder Android. Zwar unterstützen webbasierte Apps nicht in vollem Umfang Hardware und Funktionalitäten des jeweiligen Endgerätes, doch sind sie flexibel einsetzbar. Zudem erfordert die Entwicklung einer Web-App weniger Aufwand, und bei Vertrieb und Verteilung entfällt der Weg über einen App Store.

Was muss eine BI-App leisten?

Für Entwicklung und Einsatz einer mobilen BI-Lösung ist es entscheidend, zunächst einige inhaltliche Anforderungen und Herausforderungen zu bestimmen: Was kann eine BI-App leisten, was nicht? Welche Informationen benötigen die Anwender? Wie sichere ich Unternehmensdaten ab? Welche optischen und funktionalen Anforderungen muss die Lösung erfüllen?

Grundsätzlich gilt: Für den Einsatz einer mobilen BI-Lösung ist eine entsprechende Infrastruktur erforderlich. Eine mobile BI-App ersetzt kein zentrales Backend; sie bietet über Schnittstellen lediglich Zugriff auf ein vorhandenes Data Warehouse, einen BI-Server oder einen multidimensionalen Analysewürfel. Damit sind der mobilen BI-Lösung unter Umständen Grenzen in Sachen Datenumfang, Performance und analytischer Detailtiefe gesetzt.

Bei der Bedienung mobiler BI-Lösungen ist Übersichtlichkeit Trumpf. Grafiken, Diagramme und unterschiedliche Reportformate müssen auf den Displays mobiler Geräte leicht zu entziffern und zu interpretieren sein. Die Bedienbarkeit per Touchscreen ist zentrales Element des Nutzerkomforts. Dashboards, Cockpit-Übersichten und Analysefunktionen sorgen für den schnellen und leichten Überblick und bieten ähnliche Informationsmöglichkeiten wie ein stationärer PC. Dies ist für die Akzeptanz einer BI-App zwingend erforderlich, ebenso individualisierte Designs sowie übersichtliche Such- und Auswertungsmasken, um Inhalte zu filtern.

Weiteres zentrales Erfolgskriterium einer mobilen BI-Lösung ist ein hohes Sicherheitsniveau, um sensible Unternehmensdaten wie Produktinformationen oder Finanzdaten abzusichern. Dies betrifft einerseits die Gerätesicherheit: Wird ein Smartphone oder Tablet gestohlen oder verlegt, dürfen Unbefugte keinen Zugriff auf sensible Daten erhalten. Darüber hinaus gilt es, mithilfe von Verschlüsselungstechnologien zu verhindern, dass bei der Übertragung von Daten zwischen BI-System und mobilem Gerät Sicherheitslücken entstehen. Nutzerauthentifizierung und Zugriffsrechte müssen festgelegt und geregelt sein – dies sollte durch die zugrunde liegende BI-Infrastruktur vorgegeben werden können. Ein Vorstandsvorsitzender etwa erhält umfassende Zugriffsrechte, ein Personalmanager erhält lediglich Zugriff auf bestimmte Personalinformationen.

Zu den speziellen Unterscheidungsmerkmalen einer erfolgreichen mobilen BI-Lösung gehört überdies die Möglichkeit, über eine Writeback-Funktionalität Daten unterwegs in ein BI-System einzuspeisen. Eine solche Funktionalität ist erforderlich, um mithilfe mobiler Geräte den Planungsprozess im Unternehmen zu beschleunigen: Mitarbeiter übertragen unterwegs Planzahlen, Kennziffern und Ähnliches in die zentrale Datenbasis.

App-Entwicklung: Welche Plattform ist die richtige?

Diese Vorüberlegungen fließen in die strategischen Überlegungen der App-Entwicklung ein und beeinflussen die Wahl von App-Form und Plattform. Mit welcher Plattform lässt sich die eigene Strategie am besten unterstützen? Welche Lösung erfüllt sämtliche Anforderungen? Für die Entwicklung nativer Apps gilt: Die verschiedenen Betriebssysteme haben ihre Eigenheiten und zwingen Entwickler dazu, sich spezifische Sprachen und Bibliotheken anzueignen – mit teilweise hohem Aufwand.

Im geschäftlichen Kontext spielen Apple-Geräte wie iPhone und iPad und das Betriebssystem iOS momentan noch die Hauptrolle in Sachen Verbreitung und Marktanteil. Speziell das iPad dominiert den Tablet-Markt in Unternehmen. Laut einer Studie von ChangeWave Research würden sich momentan über 80 Prozent der Unternehmen bei der Tablet-Wahl für das iPad entscheiden. Mit der Entwicklungsumgebung Xcode und dem Software Development Kit (SDK) stehen iOS-Entwicklern ausgereifte Entwicklungstools zur Verfügung. Dennoch: Die Entwicklung einer BI-App auf iOS-Basis ist mit hohem Aufwand verbunden, da umfangreiche Programmierkenntnisse erforderlich sind. Um Applikationen zu testen, zu entwickeln und im App Store zu veröffentlichen, müssen Entwickler zudem bei Apple registriert sein. Und die entsprechenden Apps sind ausschließlich auf iOS-Geräten nutzbar.

Ähnliches gilt für das Betriebssystem Google Android, das in puncto Marktverbreitung gegenüber iOS aufgeholt hat. Mit dem Android SDK bietet Google Entwicklern die Möglichkeit, Anwendungen für das quelloffene Betriebssystem zu erstellen. Die Entwicklungsumgebung unterstützt eine Reihe von Anwendungen, darunter Internetbrowser, SMS- und Mail-Programm, Adressverwaltung oder Kamera. Die Verbreitung des Betriebssystems hat zwar eine breite Palette an Android-basierten Geräten unterschiedlicher Hersteller mit sich gebracht – die Gerätefragmentierung erschwert allerdings die Entwicklung nativer Anwendungen sowie die gezielte Aktualisierung von Betriebssystem und Apps im Unternehmenskontext.

Andere mobile Betriebssysteme, beispielsweise Symbian, spielen heute im Businessbereich eine untergeordnete Rolle. Es bleibt spannend, ob Microsoft künftig mit dem neuen Tablet-Modell „Surface“ einen größeren Marktanteil erreichen wird. Schließlich ließe sich das Windows-basierte Gerät aufgrund der hohen Verbreitung des Betriebssystems leicht in die IT-Landschaft der meisten Unternehmen einbinden. Fakt ist: Die technologischen Entwicklungen bei den mobilen Endgeräten schreiten schnell voran und damit auch die Diversifizierung im Mobilmarkt. Neue Geräte kommen auf den Markt, die Vorlieben und Nutzungsgewohnheiten der Anwender ändern sich. Dies hat Auswirkungen auf die Nutzung einer mobilen BI-Lösung.

Die Frage nach der einen geeigneten Plattform tritt für viele Unternehmen in den Hintergrund. Die plattformübergreifende Anwendungsentwicklung in Form von webbasierten Apps tritt im BI-Sektor in den Vordergrund. Der Vorteil für Unternehmen: Der Aufwand für Entwicklung, Verteilung und Administration bleibt überschaubar. Gleichzeitig lassen sich mit HTML5-(Hypertext-Markup-Language-)basierten BI-Apps die wichtigsten Anforderungen in Sachen Bedienkomfort, Sicherheit, Layout und Rückschreibefunktionalität umsetzen.

Webbasierte BI-Apps: Modell für die Zukunft

Das Prinzip „Bring your own Device“ und die steigende Verbreitung unterschiedlicher Endgeräte im Markt erfordern Flexibilität. Mit Web-Apps auf HTML5-Basis lassen sich parallel zu den geforderten Sicherheitsstandards individuelle Anforderungen und Wünsche von Unternehmen umsetzen. Dies gilt etwa für die Bedienung über Touchscreen. Zudem unterstützen Web-Apps, ähnlich wie native Apps, unterschiedliche Funktionalitäten des jeweiligen Gerätes. Der Unterschied zwischen nativen und nicht-nativen Apps fällt daher kaum noch ins Gewicht. Das Prinzip setzt sich durch: Bereits jetzt plant knapp die Hälfte der Entwickler, künftig neben nativen Anwendungen auch HTML-basierte mobile Applikation zu entwickeln, so eine Studie von IDC.

Den Schlüssel zur erfolgreichen Entwicklung von webbasierten, plattformunabhängigen Apps bieten HTML5, CSS und JavaScript. Entsprechende Apps laufen ohne Anpassung in den Browsern von iOS, Android oder auch BlackBerry. HTML5 bietet Features, die sich bisher nur in Flash umsetzen ließen, ohne Anpassungen oder Nachinstallationen. Dazu zählen etwa Audio, Video und interaktive Grafiken. Mit der HTML-Ergänzungssprache CSS (Cascading Style Sheets) lassen sich HTML-Elemente exakt formatieren und positionieren. So ist es möglich, für verschiedene Ausgabemedien und Displays unterschiedliche Darstellungen vorzugeben. Die Skriptsprache JavaScript erweitert darüber hinaus die Interaktionsmöglichkeiten: Nutzer können Inhalte generieren und nachladen.

Unterschiedliche JavaScript-Bibliotheken helfen bei der Entwicklung von mobilen, Touch-optimierten Anwendungen. Mit der Entwicklungsumgebung Sencha Touch etwa lassen sich Webapplikationen leicht und unkompliziert erstellen, gestalten und umsetzen. Die App-Entwicklung mit Sencha garantiert hohe Performancewerte und dynamisches Scroll- und Animationsverhalten. Zudem lassen sich native, plattformspezifische Gerätefunktionen in die Apps integrieren.

Auch jQuery Mobile erleichtert den Entwicklungsprozess. Die auf HTML5 basierende Bibliothek läuft auf praktisch allen gängigen mobilen Plattformen und ist leicht zu erlernen. Der Funktionsumfang der Bibliothek lässt sich zudem mit eigenen Plug-ins erweitern. Die mit jQuery Mobile erstellten Webapplikationen können so nachträglich in native Apps umgewandelt werden. Derlei Bibliotheken bieten weitreichende Möglichkeiten für die funktionale und optische Gestaltung einer nutzerfreundlichen BI-App. Berichtsformen und Diagramme lassen sich nach Wunsch und gezielt konfigurieren. Auch Drill-Funktionalitäten etwa lassen sich integrieren. Dies optimiert die Visualisierung von Unternehmensdaten – Anwender erkennen etwa Problembereiche und Ausreißer und gelangen schnell zu Antworten auf ihre fachlichen Fragen.

BI unterwegs: Anbindung und Sicherheit

Die Entwicklung einer Business-Intelligence-App lohnt sich nur dann, wenn sie dem mobilen Nutzer geschäftlich relevante Daten und Fakten jederzeit und überall bereitstellt. Voraussetzung ist die Anbindung an den unternehmenseigenen BI-Server. Diese gelingt am besten über eine XMLA-(XML-for-Analysis-)Schnittstelle – vorausgesetzt der BI-Server unterstützt eine solche Schnittstelle. Das Übertragungsprotokoll XMLA erleichtert den Web-Service-basierten, plattformunabhängigen Zugriff auf Datenbestände und multidimensionale Datenwürfel. Er ermöglicht den Austausch von analytischen Daten zwischen einer Clientanwendung und einem Daten-Provider über das Internet.

Der besondere Vorteil besteht darin, dass mithilfe von XMLA-Daten die BI-Inhalte hochaggregiert bereitgestellt werden können. Schließlich lassen sich mit einem Smartphone oder Tablet-PC lediglich begrenzte Datenmengen verarbeiten und analysieren. Im Ergebnis erhalten mobile Nutzer Abfrage-Sets mit einem Umfang im Kilobytebereich. Darüber hinaus können Nutzer auch Rückschreibe-Funktionalitäten nutzen und Daten in das vorhandene BI-System einspeisen. Außendienstmitarbeiter beispielsweise können unterwegs mit verschiedenen Bestellgrößen planen, Preise festlegen und damit den Planungsprozess beschleunigen – vorausgesetzt, die Schnittstellen im BI-Backend unterstützen eine entsprechende Writeback-Funktionalität.

Für die Sicherheit bei der mobilen Datenabfrage sorgen verschlüsselte HTTPS-Verbindungen (Hypertext Transfer Protocol Secure). Damit sind sämtliche Inhalte unabhängig von Netz oder Endgerät so verschlüsselt, das sie nicht abgefangen und gelesen werden können. Bestandteil von HTTPS ist außerdem der Authentifizierungsprozess für den sicheren Zugriff. Die entsprechenden Passwörter sollten über Vor- und Nachnamen hinausgehen und zusätzliche Ziffern oder Nummern beinhalten. Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen ist gewährleistet, dass sensible Unternehmensdaten geschützt sind. Auch die sichere Integration einer mobilen BI-App in den Unternehmensalltag wird vereinfacht, denn die Verteilung über einen App-Store entfällt – bei gleichzeitig maximalen Sicherheitsstandards.

Ein weiteres sicherheitsrelevantes Thema im Zusammenhang mit der mobilen Nutzung von BI-Lösungen ist die Offline-Bereitstellung von Unternehmensdaten. Sollen die Anwender im Unternehmen Berichte oder Auswertungen auf ihrem Gerät speichern dürfen, um sie anschließend nutzen zu können? Ein Sicherheitsrisiko entsteht, wenn Geräte verloren gehen oder gestohlen werden – dann nämlich sind gespeicherte Daten theoretisch frei zugänglich. Bei der Entwicklung und Konfiguration einer BI-App empfiehlt es sich daher, die lokale Datenspeicherung auf dem Endgerät zu unterbinden. Im Gegensatz zu einer nativen App ist mit einer HTML5-basierten Web-App die lokale Datenspeicherung ohnehin nur schwer umzusetzen, da sie üblicherweise nicht auf die Festplatte des mobilen Endgerätes zugreift. Im Übrigen entfaltet mobile BI ihr Potenzial vor allem durch den jederzeit verfügbaren Echtzeitzugriff auf Unternehmensdaten: Der Manager möchte ad hoc und bei Bedarf den benötigten Bericht abrufen. Die Offline-Datenspeicherung verliert vor diesem Hintergrund an Relevanz für den Nutzen mobiler BI-Lösungen.

Mobile BI-Strategie für die Zukunft

Mobile Business Intelligence ist mehr als nur ein Markttrend. Berichte und Auswertungen auf Knopfdruck jederzeit über das mobile Gerät verfügbar – damit steigern Unternehmen die Produktivität ihrer Mitarbeiter. Die mobile Dateneingabe unterstützt zudem den Planungsprozess. Bei Auswahl, Gestaltung und Einführung mobiler BI-Lösungen gilt es zunächst, die Anforderungen an eine entsprechende App zu definieren. Native Anwendungen, etwa für iOS- oder Android-basierte Geräte, unterstützen die jeweiligen Funktionalitäten eines bestimmten Betriebssystems und Endgerätes und bieten sich für Unternehmen an, die einer Ein-Anbieter-Strategie folgen.

Auf lange Sicht überwiegen für Unternehmen jedoch die Vorteile plattformunabhängiger, browserbasierter BI-Apps. Insbesondere das Prinzip „Bring your own Device“ wird von immer mehr Unternehmen verfolgt. Die plattformunabhängige App-Entwicklung auf Basis von HTML5-Technologie ist daher das Modell der Zukunft, denn sie unterstützt sämtliche Gerätetypen und Betriebssysteme.

Die architektonischen Herausforderungen bei der HTML5-basierten Web-App-Entwicklung sind überschaubar, zudem lassen sich die zentralen Anforderungen an eine mobile BI-Lösung umsetzen. Die Anbindung an einen BI-Server gelingt mit der standardisierten XMLA-Schnittstelle. Datenverbindungen lassen sich über HTTPS-Verschlüsselung und -Authentifizierung absichern. Auch die für die Nutzerakzeptanz und den hohen Nutzen erforderlichen Bedienelemente (Touch-Bedienung, Datendiagramme, unterschiedliche Berichtsformate, übersichtliche Darstellung, Rückschreibefunktionalitäten) lassen sich mithilfe entsprechender Entwicklungsumgebungen und Bibliotheken umsetzen. Dies alles lässt darauf schließen, dass sich HTML5 in den kommenden Jahren als Standard bei der Entwicklung und Nutzung mobiler BI-Lösungen im Markt durchsetzen wird.

Business Technology lädt ein
Vom 4. bis 7. November finden die Business Technology Days 2013 in München statt. Die BT Days sind Bestandteil der W-JAX-Konferenz und stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Lean Innovation und Digital Transformation.“ Frühbucher profitieren noch bis zum 8.8.2013 von vergünstigten Konditionen und können zudem den Agile Day gratis besuchen. Infos unter:http://btdays.de/

Aufmacherbild: Man before digital screen von Shutterstock / Urheberrecht: Bruce Rolff

Geschrieben von
Matthias Krämer
Matthias Krämer
  Matthias Krämer verantwortet als Vorstand und CTO bei dem Business-Intelligence-Anbieter Jedox AG das Produktmanagement und die Entwicklung der Jedox-Business Intelligence-Suite. Krämer verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung auf dem BI- und Performance Management-Markt. Vor seiner Zeit bei Jedox durchlief der studierte Informatiker mehrere berufliche Stationen im Bereich Research und Development, Business Development und Produktmanagement.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.