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Methoden, Checklisten und Best Practices für die Ermittlung von Anforderungen

Buchtipp: Workshops im Requirements Engineering

Michael Müller

Nun, die Rolle des Businessanalysten, oder etwas moderner genannt, des Requirements Engineers, ist in manch aktueller, agilen Entwicklungsmethode nicht vorgesehen. Oder doch? In Scrum gibt es beispielsweise die Rolle des Product Owners. Das hat etwas von Produktmanager – und von Businessanalyst. Wenn auch die Rolle in mancher Methode verpönt erscheinen mag, eine Anforderungsanalyse ist auch im agilen Umfeld erforderlich. Es werden zwar nicht wie im Wasserfallmodell alle Anforderungen vorweg aufgenommen, doch ist auch hier wichtig zu verstehen, was der Kunde will – und vor allem, was er benötigt.

Autor(en)

Markus Unterauer

Titel

Workshops im Requirements Engineering

Untertitel

Methoden, Checklisten und Best Practices für die Ermittlung von Anforderungen

Seiten

186

Preis

29,90 Euro

Verlag

dpunkt.verlag

Jahr

2014

ISBN

978-3-86490-231-4

Doch wie sollen die Anforderungen ermittelt werden? Der Autor stellt hier die Durchführung von Workshops in (fast) allen Phasen des Requirements Engineerings vor. Und nach der Lektüre verbleibt der Eindruck, dass dies gerade im agilen Umfeld (aber nicht nur da) eine bestens geeignete Methode sei. So ist es beispielsweise möglich, im Lauf der Iterationen unterschiedliche Workshoptypen anzusetzen, um die Anforderungen zu ermitteln, die gerade benötigt werden. Workshops ermöglichen den Beteiligten, die Anforderungen gemeinsam zu ermitteln. Und auch das ist ganz im Sinne agiler Vorgehensweisen.

Doch die Durchführung von Workshops will gelernt sein. Und so geht Markus Unterauer nach der Einleitung erst einmal auf die Moderation von Workshops ein. Nach welchen Phasen läuft ein Workshop ab? Welche Herausforderungen stellt dies an den Moderator? Und schließlich gibt es noch diverse Tipps zur Vorbereitung.

Da in unterschiedlichen Phasen eines Projekts unterschiedliche Workshops genutzt werden, empfiehlt der Autor die Erstellung einer Roadmap und schiebt ein zweiseitiges Kapitel ein, in dem er einen möglichen Plan vorstellt, der dann Grundlage für die folgenden Buchkapitel bildet.

In diesen Kapiteln beschreibt er dann die unterschiedlichen Workshoptypen, angefangen bei der Vision über Anwendungsfälle bis hin zu Schnittstellendetails und Qualitätsanforderungen. Dreizehn Kapitel widmet er ebenso vielen Workshops. Dabei geht es vom Überblick ins Detail. Neben der Vision geht es auch darum, Beteiligte, Rahmenbedingungen, Ziele und Risiken zu ermitteln. Fachliche Prozesse, Anwendungsfälle oder das Datenmodell verschaffen den Einstieg in die Entwicklung, während Masken, Berichte und Schnittstellen auf Detailanforderungen eingehen.

Zu jedem Kapitel erläutert Unterauer, wie der jeweilige Workshop durchgeführt werden kann, nennt Ziele und Techniken, verbunden mit diversen Abbildungen aus der Praxis, die beispielhaft die Nutzung von Flipcharts oder anderen Hilfsmitteln zeigen, Entscheidungstabellen, Checklisten etc. ergänzen. Wenn auch der Aufbau der einzelnen Kapitel weitgehend einem einheitlichen Schema folgt, werden nicht immer alle hier beschriebenen Elemente genutzt. Dafür gibt es auch darüber hinausgehende Erläuterungen, abgestimmt auf den jeweiligen Inhalt.

Den nötigen Praxisbezug stellt der Autor anhand eines durchgängigen Projekts, der Durchführung von Bogenschützenturnieren her. So ergibt sich ein leicht lesbares Buch mit schönen Anregungen für die Anforderungsanalyse – selbst wenn nicht alle Phasen im Workshopformat ausgeführt werden.

Geschrieben von
Michael Müller
Michael Müller
Michael Müller verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Softwareentwicklung, Training und Consulting, davon rund 25 Jahre im Gesundheitswesen. Er leitet den Bereich Softwareentwicklung bei der InEK GmbH. Daneben betätigt er sich als freier Autor und Blogger. Er ist Mitglied der JSF Expert-Group, des NetBeans Dream Team sowie der JUG Cologne.
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