von Tam Hanna

Buchtipp: Mikrocontroller-Basics mit PIC – Elektronik gar nicht schwer

Annette Heidi Bosbach

Egal, ob Android Things, I2ST oder eine andere Java Runtime: Das Internet of Things ist beim Java-Programmierer angekommen. Hintergrundwissen über die Elektronik ist hilfreich, aber für Nichtelektrotechniker schwer zu bekommen. Dieses Buch des Elektor Verlags möchte Abhilfe schaffen.

Autor

Tam Hanna

Titel

Mikrocontroller-Basics mit PIC

Untertitel

Elektronik gar nicht schwer

Seiten

324 Seiten

Preis

32,80 Euro

Verlag

Elektor

Jahr

Neuauflage Juni 2019

ISBN

978-3895763397

Hanna wendet sich an Personen, die grundlegende Kenntnisse der Elektronik mitbringen, allerdings weder Mikrocontrollerprogrammierer noch Digitalelektroniker sind. Das Buch beginnt mit einer Anekdote über den Einkauf von Halbleitern – wer den blumigen Schreibstil des Autors nicht mag, muss durchtauchen.

Danach folgt eine Beschreibung über das Verbinden eines PIC-Mikrocontrollers mit dem Rechner und darüber, wie man auf ihm erste Assemblerbefehle zur Ausführung bringt. Wer sich als Java-Programmierer fragt, warum er das braucht, erlebt über kurz oder lang Schiffbruch. Spätestens, wenn die virtuelle Maschine nicht tut, was sie soll, ist man über das Wissen bezüglich Entwicklung und Verhalten von Evaluation Board und Co. mehr als froh.

In den darauffolgenden Kapiteln demonstriert das Buch, wie man mit Assemblerkommandos Schleifen, Selektionen und andere Programmelemente konstruiert. Daran schließt sich eine grundlegende Erklärung der Mathematik, während die darauffolgenden Sektoren Methoden zu Speicheradressierung und zur Verwaltung von Ereignissen mit dem Interrupt-Subsystem zeigen. Diese – dank der 8-Bit-Architektur mit vergleichsweise wenig Aufwand gewonnenen – Erkenntnisse helfen Java-Programmierern auch dabei, sollten sie sich irgendwann einmal in die native Assemblersprache der Java-VM einarbeiten müssen. Das Goldfischbuch von O’Reilly macht danach jedenfalls viel mehr Spaß.

Assembleradressierung ist eines jener Themen, die Entwickler für Java und Co. begeistern. Das siebte Kapitel beschreibt, wie die zuvor in Assembler realisierten Programme nun unter Verwendung von C entwickelt werden. Darauf folgt eine detaillierte Besprechung der Zeitgebereinheit, schließlich bereiten Timer Quereinsteigern in der Mikrocontrollerwelt traditionell immense Probleme. Der Zugang beginnt mit einem gewöhnlichen Zähler-IC, der danach Schritt um Schritt erweitert und am Ende in den Mikrocontroller „integriert“ wird. Diese Vorgehensweise sorgt für tiefer gehendes Verständnis und hilft dabei, wenn Java VM und Co. ein auf den ersten Blick erschlagend kompliziertes API zur Interaktion exponieren.

Hardware findet über SPI, I2C oder UART Anschluss – unter Java sind das oft sogar die einzigen Möglichkeiten. Im neunten Kapitel demonstriert der Autor, wie die verschiedenen Bussysteme funktionieren und was es im praktischen Einsatz zu beachten gibt. Zu guter Letzt gibt es Ausführungen zur Fourier-Zerlegung und der Verwendung von Flash-Speicher.

Ein interessanter Kontrast zwischen Vorwort und tatsächlichem Buch ist, dass der Autor im Text extrem teure Laborgeräte verwendet – der durchschnittliche Leser sagt sich hier: „quit“. So gut wie alle Messergebnisse sind aber als Screenshots abgedruckt. Störender ist die stellenweise Verwendung antiquierter Begriffe – ein Geber ist ein Timer, während Remanent-Speicher ein veraltetes Wort für Flash-Speicher ist.

Wer sich in die Welt des Internet of Things einarbeiten und im Bereich der Sensorebene gut bewandert sein möchte, bereut den Kauf nicht. Wer die Experimente nachvollzieht, ist nachher wesentlich klüger als zuvor.

Geschrieben von
Annette Heidi Bosbach
Annette Heidi Bosbach
Annette Heidi Bosbach betreut Legacysysteme der Tamoggemon Holding k.s. und ist zudem für die Bearbeitung politischer und militärischer Aufträge aus dem Osten und aus Afrika zuständig.
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