Write Once Run Anywhere with DukeScript

Buchtipp: Java everywhere

Michael Müller

@leanpub

Javas Philosophie des „einmal schreiben, überall betreiben“ trifft fraglos auf viele Bereiche zu – doch im Bereich der User Interfaces wird es schwierig.

Eine Desktop-Anwendung mit Swing läuft auf vielen Betriebssystemen. Eine Webapplikation mit JavaSever Faces ebenfalls. Doch betrachten wir das „überall betreiben“ nicht nur auf Systemebene, sondern auch für die UI-Technik, so machen diese Beispiele klar, dass hier eine Spezialisierung entweder für Desktop oder für Browser vorhanden ist. Daran ändert auch JavaFX nichts Wesentliches. DukeScript hat sich zum Ziel gesetzt, als universelle UI-Technik in allen Bereichen bis hin zu mobilen Applikationen gleichwohl nutzbar zu sein.

Zu Beginn des Buchs geht Anton Epple ein wenig auf die Geschichte von DukeScript ein. Da der Begriff Java schon in JavaScript enthalten ist, hat er kurzerhand Duke, Javas Maskottchen, für den Namen genutzt und so den Begriff DukeScript geprägt, obwohl es sich nicht um eine Skriptsprache handelt. Vielmehr handelt es sich um Java, das auf diversen virtuellen Maschinen läuft und HTML ausgibt. Eine solche virtuelle Maschine muss nicht die bekannte JVM sein. So wird beispielsweise im Browser Bck2Brwsr genutzt, Dalvik bei Android, Robo- VM bei iOS und andere.

DukeScript setzt auf das Model View ViewModel (MVVM). Der Autor erläutert, wie eine HTMLSeite als View genutzt und an das ViewModel gebunden wird. Das Model, in Java geschrieben, kann dank des Einsatzes von Annotationen vereinfacht aufgebaut werden. So werden beispielsweise Properties mittels Annotationen erzeugt. Das aufwendige Erstellen von Getter-/ Setter-Paaren kann sich der Entwickler sparen. Epple erläutert das hier skizzierte Verhalten aber nicht trocken, sondern führt dies anhand von Beispielapplikationen mit direktem Praxisbezug ein. Von rotierenden Wörten über ein Puzzle sowie eine To-do-Liste bis hin zum Twitter-Client reichen die Beispielapplikationen, anhand derer Themen wie Debugging, Datenbindung mit dem Knockout-API, testgetriebene Entwicklung und mehr aufgezeigt werden. Das ganze Buch lebt von diesen Beispielen. Hier wird das Konzept des Autors sichtbar: Er liefert keine systematische Referenz zu DukeScript, sondern zeigt, wie dies genutzt wird – wobei er die erforderlichen Hintergrundinformation mitliefert.

DukeScript erlaubt die vielbeschworene Trennung von Design (HTML) und Logik (Java). Dies versprechen andere Techniken auch. Doch Epple beschreibt sein Experiment, dies tatsächlich zu trennen. So berichtet er, wie er das Design durch einen Dienstleister hat in HTML umsetzen lassen, sodass er nur die Attribute für das Binding zufügen musste, um dies nutzen zu können. Insgesamt ist so ein Buch entstanden, bei dem man direkt am Rechner parallel mitprogrammieren kann.

Autor(en): Anton Epple
Titel: Java everywhere
Untertitel: Write Once Run Anywhere with DukeScript
Seiten: 156
Preis: 16,29 Euro (Kindle-Edition) oder PDF, EPUB
Verlag: Self Publishing
Jahr: 2015
Sprache: Englisch
ASIN: B019Y6QFKY

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Michael Müller
Michael Müller
Michael Müller verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Softwareentwicklung, Training und Consulting, davon rund 25 Jahre im Gesundheitswesen. Er leitet den Bereich Softwareentwicklung bei der InEK GmbH. Daneben betätigt er sich als freier Autor und Blogger. Er ist Mitglied der JSF Expert-Group, des NetBeans Dream Team sowie der JUG Cologne.
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