Buchtipp: Git – Grundlagen und Workflows

Michael Müller

Da Linus Torvalds mit den seinerzeit verfügbaren Open-Source-Versionskontrollsystemen nicht zufrieden war, begann er mit der Entwicklung von Git. Von der sehr verbreiteten Subversion (SVN) unterscheidet es sich dadurch, dass es kein zentrales, sondern ein verteiltes Versionsverwaltungssystem darstellt. Insbedondere verfügt im Regelfall jeder Entwickler über sein eigenes Repository. Dass diese Art der Datenhaltung Vor- und Nachteile aufweist, zeigen die beiden Autoren.

Autoren

René Preißel, Bjørn Stachmann

Titel

Git

Untertitel

Dezentrale Verionsverwaltung im Team. Grundlagen und Workflows.

Seiten

348

Preis

32,90€

Verlag

dpunkt.verlag

Jahr

2015

ISBN

978-3-86490-311-3

Im Bereich Open Source scheint sich Git durchgesetzt zu haben. Unternehmensintern wird bei frei verfügbaren Systemen jedoch häufig noch auf SVN gesetzt. Doch auch hier mag Git gewisse Vorteile ausspielen. Ebenfalls im hinteren Teil des Buchs beschreiben die Autoren die Ablösung eines bestehenden Systems durch Git, eventuell mit einer parallelen Nutzung in der Übergangsphase.

Doch bevor es soweit ist, stellen sie natürlich erst einmal Git vor. Es geht um grundlegende Konzepte und erste Schritte mit Git. Es werden typische Arbeitsabläufe dargestellt, zu denen die Autoren Konzepte von Commits, Repository, Branches oder den Austausch zwischen Repositores beschreiben, Schritt für Schritt. So führen sie den Leser nach und nach in die Konzepte und Eigenheiten von Git ein. Durch die Beschreibung praktischer Arbeiten kommt es zwangsläufig zur Wiederholung von Einzelaspekten. Die Informationsdichte ist von daher nicht so hoch, wie bei einer systematischen Beschreibung. Aber dies ist so gewollt. Die Autoren möchten nicht alle Befehle mit ihren zahlreichen Optionen beschreiben – dies kann der Nutzer im Zweifelsfall in der Dokumentation zu Git nachlesen. Vielmehr geht es ihnen darum, dem Leser die typischen Befehle nahezubringen, und so den Start mit Git zu erleichteren. Unterstützt wird dies durch zahlreiche Grafiken. Auch wenn die Autoren nicht erwähnen, dass ein Stand bzw. Commit in Git nichts weiter ist als eine Sammlung von Zeigern auf die aktuellen Dateien und es schon darum so schnell ist, weil bei einem neuen Commit im Wesentlichen Zeiger aktualisiert werden, so mag der Leser dieses Konzept aus einigen Grafiken herauslesen, die ebensolche Zeiger darstellen.

Lesen Sie auch: Wie man Git bedienen sollte – oder auch nicht

Nach diesem ersten großen Teil folgt der zweite Hauptteil des Buchs: Die Vorstellung von Workflows. Hierbei zeigen die Autoren typische Anwendungsszenarien auf, vom Aufsetzen eines Projekts über Feature Branches, Fehlersuche bis hin zu kontinuierlichen Releases, aber auch Abläufe zum Aufteilen oder Zusammenführen von Repositories oder Auslagerung von Historien, wenn es denn doch mal zuviel wird. Wie zuvor, kommt es durch diesen Aufbau zur Wiederholung diverser Kommandos; insgesamt jedoch wird das Wissen um Git schrittweise vertieft. Darüberhinaus hat der Leser die Möglichkeit, Workflows direkt anzuspringen. Unterstützt wird dies durch eine Kurzübersicht derselben im Anhang. Somit wird das Buch auch zu einem Nachschlagewerk für Arbeitsabläufe. Sicherlich gibt es auch Leser, die gerne schell und kompakt auf den Punkt kommen und sich das Drumherum selbst erarbeiten wollen. Diese wird das vorliegende Buch weniger ansprechen. Wer aber sachte in die Thematik einsteigen und aus einem reichen Fundus von Praxiserfahrung schöpfen möchte, der ist mit vorliegendem Buch bestens bedient.

Geschrieben von
Michael Müller
Michael Müller
Michael Müller verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Softwareentwicklung, Training und Consulting, davon rund 25 Jahre im Gesundheitswesen. Er leitet den Bereich Softwareentwicklung bei der InEK GmbH. Daneben betätigt er sich als freier Autor und Blogger. Er ist Mitglied der JSF Expert-Group, des NetBeans Dream Team sowie der JUG Cologne.
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