von Matthias Book, Volker Gruhn und Rüdiger Striemer

Buchtipp: Erfolgreiche agile Projekte

Johannes Dienst

Das Buch „Erfolgeiche agile Projekte“ stellt pragmatische Instrumente und Methoden vor, die dazu führen sollen, dass die in allen Softwareprojekten vorhandene Unsicherheit sinnvoll behandelt wird. Die Autoren schlagen zur effektiven Kooperation den Interaction Room als Instrument vor. Zusammen mit dem Vertragsmodell adVANTAGE sollen die Risiken fair auf Auftraggeber und Auftragnehmer verteilt werden.

Autor(en)

Matthias Book, Volker Gruhn, Rüdiger Striemer

Titel

Erfolgreiche agile Projekte

Untertitel

Pragmatische Kooperation und faires Contracting

Seiten

364

Preis

44,99 Euro

Verlag

Springer Vieweg

Jahr

2017

ISBN

ISBN 978-3-662-53329-1

Das Werk umfasst das Thema vollständig, jeder Aspekt wird bis ins kleinste Detail besprochen und wenn möglich mit Literaturverweisen belegt. Dadurch liest es sich manchmal ein wenig schleppend, doch als Referenz ist es dadurch hervorragend geeignet.

Im ersten Teil wird die gezähmte Agilität mit dem Kommunikationsmittelpunkt des Interaction Rooms und dem Vertragsmodell adVANTAGE als Antwort auf die New School of IT vorgestellt. Damit soll ein pragmatischer Mittelweg zwischen agiler und plangetriebener Entwicklung möglich werden.

Im zweiten Teil geht es um den Interaction Room. Zunächst werden dessen Grundlagen vorgestellt und die Methodik wird erläutert, danach werden die fünf Ausprägungen Digitalstrategieentwicklung (IR:digital), Softwareprojekt-Scoping (IR:scope), Mobilanwendungsentwicklung (IR:mobile), Technologieevaluation (IR:tech) und Projektmonitoring (IR:agile) detailliert vorgestellt.

Im dritten Teil stehen zuerst die traditionellen Vertragsmodelle und deren Vor- und Nachteile für Auftraggeber und Auftragnehmer im Mittelpunkt. Darauf aufbauend wird mit dem Vertragsmodell adVANTAGE eine Vorgehensweise vorgeschlagen, die gegenseitiges Vertrauen, gezähmte Agilität und faire Risikoverteilung sichern soll. Das Kapitel befasst sich dabei auch mit anschaulichen Berechnungen von Sprintabrechnungen, was die Thematik greifbarer macht. Teil drei schließt mit einer Fallstudie aus der Praxis ab, die eine konkrete Anwendung des Vertragsmodells zeigt.

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In Teil vier wird ein komplettes Projektbeispiel vom Projektscoping mit dem Interaction Room IR:scope über das Projektmonitoring mit dem Interaction Room IR:agile bis hin zur Abrechnung mit adVANTAGE erläutert. Es ist wirklich sehr empfehlenswert, dieses Kapitel zu lesen, da es den Einsatz der Methodik anschaulich darstellt. Es wurden außerdem Fotos der Canvases und detaillierte Beschreibungen der einzelnen Abschnitte des Entwicklungsprozesses dokumentiert.

Im fünften Teil des Buchs wird das Fazit des zuvor Dargestellten gezogen. Dort wird noch einmal das Gesamtbild skizziert und Erkenntnisse und Erfahrungen werden mitgeteilt. Zusätzlich werden die Kompetenzen kurz besprochen, die die New School of IT fordert. Diese umfassen neben Methodik, Domänenkenntnissen und dem Wissen über Geschäftsprozesse/-modelle auch die drei größten Treiber: Mobilität, Agilität und Elastizität.

Im Anhang finden sich neben Tagesordnungsmustern für Workshops und einem adVANTAGE-Vertragsmuster alle Annotationen, die in einem Interaction Room gebraucht werden. Eine sinnvolle Abrundung des Buchs.

Fazit

Das Buch beschreibt detailliert, wie mit Unsicherheit in Softwareprojekten fair für alle Parteien umgegangen werden kann. Die Methodik des Interaction Rooms wird ausführlich und erschöpfend beschrieben. Zusammen mit dem Preis- und Vertragsmodell adVANTAGE wird eine praktikable Vorgehensweise für die Abwicklung von Softwareprojekten vorgestellt. Das Buch ist nicht dafür geeignet, von vorne bis hinten durchgelesen zu werden. Vielmehr kann es als vollständige Referenz für die Anwendung des Interaction Rooms und des adVANTAGE-Vertragsmodells verwendet werden. Die umfangreichen Zusatzinhalte mit konkreten Projektbeispielen und den nötigen Qualifikationen für das Gelingen der gezähmten Agilität runden das Buch ab. Der Anhang enthält neben einem Mustervertrag alle Informationen zum Ablauf der verschiedenen Arten des Interaction Rooms.

Geschrieben von
Johannes Dienst
Johannes Dienst
Johannes Dienst ist Clean Coder aus Leidenschaft bei der DB Systel GmbH. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Wartung und Gestaltung von serverseitigen Java- und JavaScript-basierten Applikationen. Twitter: @JohannesDienst
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