Bruch mit Oracle: Hudson soll umbenannt werden

Hartmut Schlosser

Nach den andauernden Verhandlungen mit Oracle sind die Hudson-Community-Vertreter zu dem Ergebnis gelangt, dass das Abtreten der Namensrechte des Continuous-Integration-Systems Hudson an Oracle nicht haltbar ist. Andrew Bayer und Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi haben deshalb den Vorschlag unterbreitet, das Projekt umzubenennen und unter dem neuen Namen „Jenkins“ unabhängig von Oracle fortzuführen.

Das Vorschlagspapier enthält drei Maßnahmen:

  1. Hudson soll den neuen Namen „Jenkins“ erhalten, für den bereits die Domains registriert wurden. Kohsuke Kawaguchi wird sich das Trademark für Jenkins sichern lassen und die Namensrechte an die Software Freedem Conservancy übertragen, eine Not-for-Profit Organisation zum Schutz von Open-Source-Projekten.
  2. Die Infrastruktur des Jenkins-Projektes soll von allen Oracle-Hosting-Servern genommen, und alle Komponenten, Mailing Listen, Github Reposiories sollen vom Hudson-Namen bereinigt werden.
  3. Übergangsweise soll ein Governance Board für das Projekt eingerichtet werden, das aus drei Vertretern bestehen soll: Andrew Bayer, Kohsuke Kawaguchi und, mit dem Einverständnis Oracles, den Hudson-Entwickler bei Oracle Winston Prakash. Das Interims-Governance-Board soll drei bis sechs Monate Bestand haben, bis die Migration vollzogen und die Governance-Strukturen soweit etabliert sind, dass reguläre Wahlen für das Board abgehalten werden können.

Andrew Bayer teilt mit, dass Oracle angekündigt hat, noch diese Woche ein eigenes Proposal vorzulegen. Nach der Verfügbarkeit beider Vorschläge soll eine Abstimmung Klarheit über die Position der Hudson Community bringen.

Zur Frage, ob es sich bei dem vorliegenden Vorschlag um eine reine Namensänderung oder um ein Fork des Projektes handelt, argumentiert Bayer für die bloße Namensänderung. Der ausschlaggebende Faktor sei, dass sich Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi ausschließlich dem Projekt Jenkins verpflichtet fühle.

With Kohsuke working on Jenkins, that’s the true home and the future of the project for me, regardless of the name.

Andrew Bayer lädt Oracle ein, auch unter dem Jenkins-Label weiter am Projekt mitzuarbeiten – zu den selben Bedingungen wie alle anderen mitwirkenden Parteien.

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Hartmut Schlosser
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