Zum Gewinn des JAX Innovation Awards 2015

Java-Spracharchitekt Brian Goetz empfängt zweiten JAX Innovation Award

Coman Hamilton

Nachdem er den zweiten JAX Award in Folge in Empfang nahm, sprach Oracles Java-Spracharchitekt Brian Goetz mit uns darüber, wie man eine Plattform baut, die Java-Enwickler wirklich brauchen.

Im letzten Jahr konnte Java 8 bereits den Special Jury Award gewinnen, nun ging auch der Community-Preis an die aktuelle JDK-Version, die damit offiziell ihren Weg von zukunftsorientierten Java-Profis in den Mainstream der Java-Community gefunden hat. In den vergangenen Wochen stimmten die Wähler aus den Reihen der Community dafür, dass das neueste JDK nach wie vor die bedeutendste Java-Technologie des Jahres 2015 darstellt. Nach der Verleihungszeremonie sprachen wir mit Java-Spracharchitekt Brian Goetz.

JAXenter: Im vergangenen Jahr gewann Java 8 den Special Jury Award, in diesem Jahr erhielt es den Community-Award. Wie fühlt es sich an, an einer derart beliebten Technologie mitzuwirken?

Brian Goetz: Wie du dir wahrscheinlich vorstellen kannst, ist das sehr erfreulich. Viele Menschen haben lange daran gearbeitet, Java 8 Realität werden zu lassen und zu demonstrieren, dass es Java möglich ist, seine Dynamik und Innovation zurückzugewinnen. Zu sehen, dass es derart gut auf- und so schnell übernommen wurde, ist äußerst befriedigend.

Java 8 muss dir vermutlich schon ziemlich weit entfernt erscheinen  an was arbeitest du zur Zeit?

Brian Goetz: Das ist in der Tat so, ich habe vier Jahre lang an Lambas und Streams gearbeitet und es ist schön zu sehen, wie die Zukunft zur Realität wird. Im vergangenen Jahr arbeitete ich am Projekt „Valhalla„, das Werttypen (Value Types) und verbesserte Generics umfasst. Das wird mich noch eine Weile beschäftigen.

Brian Goetz mit dem JAX Innovation Award nach der Verleihungszeremonie

Brian Goetz mit dem JAX Innovation Award nach der Verleihungszeremonie

Wie bringst du Vielzahl von Wünschen der Java-Community mit dem, was Java auch wirklich braucht, in Einklang?

Brian Goetz: Man kann nicht alles umsetzen, was die Leute sich wünschen und man will es auch gar nicht, weil das zu einem ziemlichen Durcheinander führen würde. Stattdessen versuchen wir, jede Feature-Anfrage als einen Hilferuf zu verstehen und damit die zugrundeliegende Schwachstelle zu lokalisieren, die den Grund für angefragte Lösung darstellt. Anschließend priorisieren wir sie und versuchen, diejenigen Features zu identifizieren, die die schwerwiegendsten Schwachstellen angehen.

Du hast den Benchmark für Java 9 ziemlich hoch angesetzt  glaubst du, es kann mit dem Standard von beispielsweise Lambdas gleichziehen? Kannst du uns einen Aspekt von Java 9 nennen, auf den du dich besonders freust?

Brian Goetz: Ich glaube, das „Sleeper“-Feature für Java 9 wird die jshell genannte REPL (read-eval-print loop) sein. Dabei handelt es sich um eine Shell-Anwendung, die eine interaktive Evaluierung von Java-Anweisungen und -Ausdrücken erlaubt, genau so wie man es in Python, Ruby, Scala und vielen anderen Sprachen tun kann.

Für Entwickler, die interaktiv forschen und experimentieren, ist das ein sehr nützliches Werkzeug. Das ist eines dieser Features, bei denen man sich fragt, wie man es bislang geschafft hat, ohne sie auszukommen.

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Geschrieben von
Coman Hamilton

Before becoming Editor of JAXenter.com (S&S Media Group), Coman completed an M.A. in Cultural Studies and wrote for numerous websites and magazines, as well as several ad agencies. // Want to submit a story? Get me at coman[AT]jaxenter.com or linkedin.com/in/comanhamilton

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