BPM-Trends und Innovationen

BPM ist wieder sexy

Bertram Geck
© shutterstock.com/Tashatuvango

BPM ist wieder sexy. Um Innovationen erfolgreich und nachhaltig im Unternehmen zu verankern, bedarf es einer Veränderung von Geschäftsprozessen. BPM hilft dabei. Unternehmen, die den BPM-Trends folgen, verspüren ein großes Momentum.

Innovationsfähigkeit ist die Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig müssen Unternehmen schneller werden, Kosten sparen, Qualität verbessern und Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Wir reden hier von Prozessinnovationen, aber auch Produktinnovationen, also Änderungen im Geschäftsmodell oder in den Abläufen im Unternehmen, oder Veränderungen im Produkt. Um diese Veränderungen nachhaltig im Unternehmen manifestieren zu können, muss man Ausgangspunkt und Zielpunkt kennen, um zwischen diesen beiden Punkten einen Transitionspfad zu legen. Zur schnellen Ermittlung des Istzustands ist es notwendig, schnell auf das aktuelle und relevante Wissen zugreifen zu können. Modelle helfen dabei, Geschäftsprozesse zu beschreiben und alle im Unternehmen vorhandenen Ressourcen richtig einzuordnen und in Beziehung zueinander zu setzen. Somit kann mit Modellen der Istzustand schnell ermittelt und daraus mit einfachen Mitteln der Zielzustand erzeugt werden.

Integration – über alle Modelle, alle Tools, alle Versionen

Der Großteil der Unternehmen setzt bereits BPM-Systeme zur technischen Unterstützung und als Teilfunktion anderer Unternehmensapplikationen wie SAP ERP, CRM und DMS ein. Diese beinhalten wertvolles Wissen, dessen Wiederverwendungswert immens ist. Das Wissen der Organisation ist in den schon erstellten Modellen gespeichert und ebenfalls ein wertvolles Asset. Die Fähigkeit der Verknüpfung dieser Wissensfragmente ist maßgeblich für den Erfolg eines Unternehmens.

Hindernis zur Einführung einer einheitlichen BPM-Suite stellt meist die Integration in die bestehende BPM-Landschaft dar. Die heterogene Werkzeuglandschaft bringt einige Probleme mit sich: Mehrfache Administration, Interoperabilitätsprobleme, fehlende Tracability, redundante Trainingsaufwände.

Immer wichtiger wird in Zukunft die Auswahl eines integrierbaren Tools, um Prozesse durchgängig darstellen und modellieren zu können. Neben der heterogenen IT-Landschaft gibt es auch eine heterogene BPM-Landschaft. Die Zukunft liegt im nahtlosen Zusammenspiel der Lösungen. Sodass SAP-Nutzungsanalysen mit Prozessmodellen, Organigramme mit Geschäftsprozessen oder Daten mit Abläufen verknüpft werden können, über Werkzeuggrenzen, Organisationsgrenzen und Unternehmensgrenzen hinweg.

Der Mehrwert für das Unternehmen ist der Erhalt und die synergetische Nutzung wertvoller Assets bei gleichzeitiger Verknüpfbarkeit der bestehenden Modelle und Daten unabhängig vom Hersteller. Die damit verfügbare Möglichkeit, die Modelle unabhängig der verwendeten Tools zu recherchieren und zu analysieren, bietet beste Kommunikation organisations- und unternehmensübergreifend.

Einheitliche Governanceprozesse unabhängig vom verwendeten Werkzeug durchsetzen zu können, ist ein großer Vorteil, den Unternehmen benötigen. Viele Entwicklungswerkzeuge bieten eigene Governanceprozesse z. B. zur Freigabe von Modelldaten an. Je nach verwendetem Tool sehen die Prozesse jedoch unterschiedlich aus und es gibt keine einheitliche und toolübergreifende Statusverwaltung. Integration könnte hier eine Vereinheitlichung bieten.

User Experience – Höchste Mitarbeiterakzeptanz

Geschäftsprozesse wurden oft in Kemenaten oder Elfenbeintürmen definiert und für gültig erklärt, ohne dass die Fachbereiche beteiligt waren. Dies hat ihren Ruf ruiniert. Heute sind Geschäftsprozesse durch die Digitalisierung und damit verbundenen Veränderungen in den Geschäftsmodellen wichtiger denn je geworden. Unternehmen sind auf aktuelle und gelebte Prozesse angewiesen, wenn Sie sich schnell und nachhaltig verändern wollen. Prozesse sind nur dann aktuell und gültig, wenn sie im Unternehmen gelebt werden.

Damit die Prozesse und ihre Beschreibung nicht auseinander laufen, müssen höchste Ansprüche an die User Experience gestellt werden. Der Fachbereichsanwender soll immer und überall Feedback zu den Prozessmodellen geben können, ohne zeitintensive Modellierungsschulungen besuchen zu müssen.

Dieses so genannte Ubiquitous Modelling erfordert höchste Ansprüche an Benutzerfreundlichkeit und ein intelligentes Anwendererlebnis. Dadurch werden neue Modelle für die Interaktion mit dem Anwender erforderlich. Unter der Prämisse, dass Modellierungssoftware den Anforderungen Usability und Einfachheit in höchstem Maße gerecht werden kann, wird Modellierung zu einer einzigartigen User Experience für den Anwender.

Beste User Experience reduziert Trainingsaufwände für die Mitarbeiter und Akzeptanz der Mitarbeiter für BPM. Damit erhält das Unternehmen lebende Prozesse, wodurch die dokumentierten Prozesse mit den gelebten Prozessen übereinstimmen.

Aufmacherbild: Orange Business Processes Button von Shutterstock / Urheberrecht: Tashatuvango

[ header = Seite 2: Mobilität – BPM immer und überall ]

Mobilität – BPM immer und überall

Mobilität erachte ich aus zwei Perspektiven als Trend: Zum einen werden Beweglichkeit, Veränderung und Wandlungsfähigkeit unverzichtbar für Unternehmen. Der disruptive Trend erzeugt neue Geschäftsmodelle und muss durch BPM aufgegriffen werden. BPM hilft bei der Schaffung neuer Geschäftsmodelle oder der Optimierung bestehender Geschäftsprozesse für mobile Anwendungen.

Und auf der anderen Seite können auch BPM-Werkzeuge mobil werden. Schon heute tragen Cloud-basierte BPM-Lösungen zur mobilen Modellierung bei. Darüber hinaus existieren mobile Modellierungslösungen, die durch die intelligente Fokussierung auf Funktionen für mobile Geräte eine rasche Prozessmodellierung ermöglichen. Durchgängigkeit wird hier erfolgsbestimmend sein. Mit Durchgängigkeit können die mobil erstellten Modelle mit anderen Werkzeugen weiter verarbeitet und auch mit anderen Modellen kombiniert werden. Dieser Trend weist hohe Verbindung zu dem oben erwähnten Trend der User Experience auf.

Der Mehrwert ergibt sich durch die Schnelligkeit, mit der Änderungen aufgenommen werden können, und daraus resultierende Aktualität der Modelle. Mobiles BPM bietet zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort die optimale Anbindung aller Mitarbeiter an die Geschäftsprozesse, um Daten zu sammeln und Abläufe zu kommunizieren. Die Prozesse sind allgegenwärtig und durch Mobilität ist BPM ebenfalls allgegenwärtig. Durch Mobilität wird das „Ubiquitous Modeling“ Realität.

Big Process – über Unternehmensgrenzen hinweg

Viele Unternehmen erfahren ständig eine unternehmensweite Transformation der Geschäftsabläufe und Wertschöpfungsketten. Aus Wertschöpfungsketten entstehen Wertschöpfungsnetze.

Wenn ein Netzwerk entsteht, hat der Partner die Nase vorn, der sich am schnellsten an die Anforderungen des Netzwerks ankoppeln kann.

Die Kunst moderner BPM-Ökosysteme besteht demnach darin, heterogene Unternehmenslandschaften nicht nur zu managen und zu kontrollieren, sondern das darin enthaltene Wissen zu konsolidieren, zu verknüpfen und kontrolliert unternehmensübergreifend zur Verfügung zu stellen. Ein echter Wert entsteht, wenn BPM als Drehscheibe von Wissen und Informationen den gewinnbringenden Einsatz von Wertschöpfungsnetzen unterstützt.

Unternehmenslandschaften bestehen aus Geschäftsprozessen, Softwarearchitekturen, Organisationsstrukturen, Datenstrukturen und IT. Unternehmen müssen in der Lage sein, Begriffe wie „Internet der Dinge“ oder „Industrie 4.0“ mit „Collaboration“ zu verbinden und strategisch aufzugreifen. Das bedeutet einerseits, die verstärkte Vernetzung einzelner physischer Objekte und den Wandel hin zu dezentralen Produktionsprozessen, die in globalen Prozessen zu koppeln sind. Andererseits sollen Partner und Kunden in das Business Process Management einbezogen werden und zusammenarbeiten. Beziehen Sie also „Big Process“ in Ihre Entscheidungen mit ein und denken Sie weniger in Anwendungen dafür mehr in geschäftsübergreifenden Prozessen.

Collaboration – im Team

Unternehmensmodelle werden nicht im Elfenbeinturm erstellt sondern durch die gesamte Organisation. Prozessguru vs. Schwarmintelligenz: Welches Vorgehen bietet der Organisation die höchste Effektivität beim Prozessmanagement. Organisationsübergreifende Prozesse erfordern gute Kommunikation und Zusammenarbeit. Nachhaltiges BPM muss also im Team erfolgen und diverse Werkzeuge sollten dies unterstützen. Interaktionen, Notifikationen und Einbindung von Teamstrukturen, die über das Modellieren hinausgehen, werden immer wichtiger.

BPM ist wieder sexy

Unternehmen jeder Größe erfahren durch Einsatz von BPM einen Vorteil. Der Ruf nach BPM wird wieder lauter. Überall, wo Schnittstellen beschrieben werden müssen, egal ob im Produkt oder im Prozess, ob in Organisationen oder über Unternehmensgrenzen hinweg, BPM hilft dabei nachhaltig. BPM ist wichtiger denn je. Um agile Vorgehensweisen in großen und komplexen Organisationen erfolgreich umzusetzen, bedarf es einer Klammerfunktion, um das Zusammenspiel zu strukturieren. Mit der Fähigkeit, diese Aspekte zu beherrschen, öffnet sich jedes Unternehmen die Tür zur Innovationsfähigkeit.

 

Master Data Management for Models
Zusammenfassend gibt es vier große Vorteile von MDM for Models:

– Kosteneffizienz
– Time to Market
– Qualität
– Governance

Durch die Integration von BPM über Modellgrenzen, Toolgrenzen und Unternehmensgrenzen hinweg schafft MDM for Models erhebliche Kosteneinsparungen, da schon erstellte Assets einfach wiederverwendet werden können.
Durch die Wiederverwendung kann die Time-to-Market verkürzt werden und Trainingsaufwände reduzieren sich.
Die Kommunikation verbessert sich erheblich durch die übergreifende Recherche und Analyse. Dadurch erhöht sich die Innovationsgeschwindigkeit.
Toolübergreifende Governance wird derzeit nur manuell gewährleistet oder durch proprietäre Applikationen. Die Automatisierung von Governanceprozessen ist ein erheblicher Vorteil vom MDM for Models.

Geschrieben von
Bertram Geck
Bertram Geck
Bertram Geck ist Geschäftsführer bei gebeConsult. Er ist Experte im Bereich Unternehmensentwicklung und greift auf mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in Produktentwicklung, Produktmanagement sowie im Marketing und Vertrieb von IT-Lösungen zurück. Web: www.gebeconsult.com
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