Suche
Segel setzen in die Zukunft

Blue Ocean – So sieht das Jenkins der nächsten Generation aus

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Mike McGuire

Knapp ein Jahr ist es her, seit das Team von Jenkins mit dem Projekt Blue Ocean eine Revolution der User Experience auf den Weg gebracht hat. Gestern war es schließlich soweit: Mit Blue Ocean 1.0 wird bei Jenkins, zumindest in Sachen UX, die Zukunft von Continuous Delivery eingeläutet.

Wer glaubt, die Nutzerfreundlichkeit spiegele sich nur in einer hübschen und möglichst aufgeräumten Benutzeroberfläche wieder, der täuscht sich bekanntermaßen. Die User Experience (UX) umfasst sehr viel mehr als das. Es geht dabei natürlich auch ums User Interface, aber manche Dinge lassen sich eben nicht einfach durch schöne Icons und angenehme Farben verbessern. Wie Jenkins.

Daher hat sich das Entwicklerteam rund um James Dumay zusammengesetzt und das Projekt Blue Ocean in Angriff genommen. Das Ziel war von Anfang an klar gesteckt: Blue Ocean sollte die User Experience von Jenkins neu definieren. Um das zu erreichen, war es nötig, die Herangehensweise der Nutzung von Jenkins und den Ansatz von Continuous Delivery neu aufzurollen.

Blue Ocean unterstützt den Prozess der Software-Delivery durch das Hervorheben von Informationen, die für Entwickler wichtig sind. Dies soll mit dem neuen Plug-in für Jenkins mit so wenig Klicks wie möglich vonstattengehen, nicht aber die Erweiterbarkeit einschränken, die ein Kernfeature des CD-Tools ist.

For Blue Ocean, it’s important that as the tools in a developer’s toolbox change and the practices change that Jenkins is able to respond and meet the needs of modern developers. Blue Ocean is built for developers – both beginner and expert alike, to make the best use of continuous delivery. Anyone can create a pipeline and easily visualize it, and Blue Ocean makes it easy to diagnose failures within the pipeline.

— James Dumay

Seit dem Start der Beta-Version von Blue Ocean auf der Jenkins World 2016 im vergangenen September gab es bereits etwa 7500 Installationen des neuen UX-Pakets. Mit Version 1.0 wurden nun die letzten Bugs gefixt und die Funktionalitäten finalisiert, sodass das Plug-in als „general available“ bezeichnet werden kann.

Blue Ocean – die Features

Continuous Delivery Pipelines können nun von Anfang bis Ende von Teammitgliedern ganz einfach mit ein paar wenigen Handgriffen erstellt werden. Der visuelle Pipeline-Editor soll dabei so intuitiv sein, dass Teammitglieder sämtlicher Skill-Stufen problemlos mit ihm arbeiten können. Die so erstellten Pipelines können dann allerdings auch im favorisierten Texteditor bearbeitet werden, sodass die Vorteile von Pipeline as Code nicht verlorengehen.

blue ocean pipeline editor

Der visuelle Pipeline-Editor von Blue Ocean / Quelle: Jenkins Blog

Manchmal ist es nötig, Pipelines dem höheren Management zu erklären. Damit selbst Angestellte aus technikfernen Bereichen des jeweiligen Unternehmens den Continuous-Delivery-Prozess nachvollziehen können, hat Blue Ocean eine Pipeline-Visualisierung im Gepäck. Der Fokus liegt dabei ganz klar darauf, was eine Pipeline tut, nicht wie sie es tut.

Auch das Troubleshooting, also die Fehlersuche, soll mit Blue Ocean durch eine überarbeitete Visualisierung vereinfacht werden. Ein endloses Suchen in Logs oder Navigieren durch diverse An- und Übersichten entfällt. Das ist gerade bei zeitkritischen Deployment-Prozessen von Vorteil. Das Error Reporting wurde dem Projekt Blue Ocean von Rollbar zur Verfügung gestellt.

blue ocean troubleshooting

Die Fehlersuche mit Blue Ocean / Quelle: Jenkins Blog

Die Dashboards sind mit Blue Ocean im Übrigen auch frei individualisierbar, jeder Nutzer kann sich so eine auf ihn abgestimmte Übersicht erstellen. Im Dashboard werden dann wirklich nur die Pipelines angezeigt, die für einen selbst auch wirklich relevant sind. Da moderne Pipelines multiple Git Branches nutzen, wurde Blue Ocean daraufhin optimiert: Durch einfaches Ablegen eines Jenkinsfile ins Git Repository, das die Pipeline definiert, wird Jenkins mit Blue Ocean fähig, Branches zu automatisieren und Pull Requests zu validieren.

Weitere Informationen zur aktuellen Veröffentlichung von Jenkins Blue Ocean gibt es auf dem Jenkins Blog und auf GitHub.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.