Tolle Neuigkeiten für Entwickler

Blockchain-Startup Blockstack bringt Browser für dezentrales Netz an den Start

Gabriela Motroc

© Shutterstock / Anton Watman

Das alte Internet ist kaputt, so glaubt man beim Blockchain-Startup Blockstack. Und präsentiert auch gleich eine Lösung für das Problem: Mit dem neuen Blockstack-Browser haben Entwickler Zugriff auf ein ganz neues Internet der dezentralen Apps.

Bei Blockstack kennt man die Probleme und Sorgen von App-Entwicklern aus eigener Erfahrung: „We’re a group of open-source developers, and we feel the pain of app developers” So steht es in der Ankündigung des neuen Blockstack-Browsers, in der die Gründer des Startups ihre Motivation für die Entwicklung eines neuen Internets beschreiben. Innovationen im Netz, so denkt man bei Blockstack, sollten nicht von der Genehmigung einiger weniger Großkonzerne abhängig sein. Genau dort setzt das Unternehmen mit seinen neu entwickelten Developer-Tools dann auch an: Die Tools sollen in ein neues, dezentralisiertes Internet führen, das die Abhängigkeiten von bisherigen Infrastrukturen und Third-Party-Servern auflöst.

Der Blockstack-Browser gibt Entwicklern Zugang zu einer ganz neuen Art des Internets und verändert die Dynamiken im Netz. Die Macht geht wieder an die Menschen über – „[it] brings the power back to the people“, kündigt man in der Pressemitteilung an. Und das soll sogar ganz einfach sein, wie das Startup erklärt: Entwickler müssen nur die Blockstack-App für Mac oder Linux herunterladen (eine Windows-App kommt bald hinzu) und  brauchen dann nichts anderes mehr zur Entwicklung von Web-Apps zu nutzen, als einen ganz normalen, bekannten Browser wie Chrome, Safari oder Firefox.

Weg mit dem alten, her mit dem neuen (Internet)

Die Website des Statups benennt einige Warnzeichen dafür, dass das alte Internet kaputt ist. Dazu gehören die massiven Sicherheitslücken in Sachen Datenschutz, die zur Normalität geworden sind, unsichere Verbindungen und die Bindung an Plattformen. All das bremse die Innovationen im Netz aus, so Blockstack. Darum brauchen wir also ein neues Internet und genau das will Blockstack realisieren:

  • In Blockstack-Anwendungen gehören die Daten einzig und alleine dem Anwender. Sie werden auf dem Gerät gespeichert und verschlüsselt, bevor sie in die Cloud geladen werden. Dadurch muss man nicht blind auf Drittanbieter verbrauten; der Schutz von Daten wird einfacher.
  • Mit Blockstack-Apps hat man die Kontrolle über die Software. Apps werden über ein Secure Domain Name System geladen und laufen dann lokal auf dem Gerät. Die Unabhängigkeit von Drittanbietern schafft Sicherheit.
  • Mit Blockstack-Apps bleibt man im Besitz der eigenen Identität. Digitale Keys werden nahtlos generiert und auf dem Gerät gespeichert, sodass man frei zwischen Apps hin- und herwechseln kann und die Kontrolle über das Online-Erlebnis behält.

Das Ende der Mittelsmänner?

Da für menschliche Interaktion nie ein Vermittler nötig gewesen sei, findet man bei Blockstack, dass das gleiche auch für das Internet gelten sollte. Henry Brade, CEO von Prasos Oy, einem wachsenden Bitcoin-Startup aus Finnland, glaubt allerdings, dass Blockchain keine Technologie ist, die ohne digitale Mittelsmänner auskommt:

Many services that banks or payment processors now offer are also very relevant in the Bitcoin world. This leads to massive business opportunities. The key difference is that the core system does not force people to use specific third parties. It is their choice to use third parties if their services offer added value that makes it worth it.

Im Gespräch mit Motherboard sagte Ryan Shea, Mitbegründer von Blockstack, dass es das Ziel seines Startups sei, Kunden mehr Sicherheit zu bieten und zugleich mehr Freiheiten zu eröffnen. Diese Freiheit soll aus dem Zugang zu mehr verschiedener und besserer Software entstehen.

In ihrem Blockstack-Whitepaper schreiben die Gründer, dass Blockstack, veröffentlicht unter Open-Source-Lizenz, bereits in der Produktion deployed wird. Bisher seien via Blockstack 72.000 neue Domains registriert worden; etliche Unternehmen und Open-Source-Mitwirkende arbeiten aktiv daran, neue Service unter Verwendung von Blockstack zu entwickeln.

Blockstack sei außerdem nicht an eine bestimmte Blockchain gebunden; die Architektur des Browsers schränkt die Auswahl nicht ein, wie die Gründe hinzufügen: „We believe that enabling the ability to migrate from one blockchain to another is important as it allows for the larger system to survive, even when the underlying blockchain is compromised.“

Das vollständige Whitepaper finden Sie hier.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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