Adieu, Blackberry OS?

Blackberry goes Android

Michael Thomas

© Shutterstock/Pieter Beens

Der Martkanteil von Blackberry-Smartphones dümpelt bereits seit mehreren Jahren auf extrem niedrigem Niveau vor sich hin. Nun flackert ein Hoffnungsschimmer auf: Im Rahmen der zur Zeit in Las Vegas stattfindenden Consumer Electronics Show (CES) gab Blackberry-CEO John Chen bekannt, dass alle in diesem Jahr zur Marktreife gelangenden Geräte des Unternehmens auf Googles Betriebssystem setzen werden.

Dieser Schritt dürfte für viele nicht gänzlich überraschend sein: Lange Zeit stand es nicht gut um die verschiedenen Varianten des Blackberry-Smartphones. Das ehemalige Statussymbol der Business-Elite wurde von Imageproblemen und rückläufigen Absatzzahlen geplagt: Seit Ende 2009 musste das Unternehmen (damals noch unter dem Namen Research In Motion Limited/RIM) einen heftigen Rückgang seines Marktanteils von knapp 20 Prozent auf unter 1 Prozent verschmerzen.

In der Folge wurde die Blackberry-eigene Plattform von einem Großteil der App-Entwickler noch nicht einmal mit der Kneifzange angefasst, woran auch die seit 2011 diskutierte und mit der BlackBerry-OS-Version 10.3 realisierte Cross-Plattform-Kompatibilität nicht viel änderte.

Mit Priv, dem ersten nativ unter Android laufenden Smartphone in seinem Produktportfolio, stieß Blackberry vor knapp zwei Monaten schließlich die Tore zu einer mit Abstand breiter gefächerten App-Auswahl auf. Zwar wurde fast zeitgleich die Entwicklung von Blackberry OS 10.3.3 angekündigt, da neben dem Priv auch die 2016 kommenden Geräte des Unternehmens auf Android setzen werden, dürfte das Ende des hauseigenen Betriebssystems jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein.

Chen zeigte sich auf der CES angesichts der ersten Verkaufszahlen des Priv einigermaßen zufrieden, Begeisterung klingt jedoch anders:

So far so good. I’m taking a cautiously optimistic view.

Chen gab zudem bekannt, dass das Priv neben AT&T nun auch von den Mobilfunkbetreibern Verizon Wireless, T-Mobile und Sprint vertrieben wird. Ob Blackberry dank der Übernahme von Googles Betriebssystem zumindest im Premium-Markt (das Priv schlägt hierzulande im Schnitt mit rund rund 800 Euro zu Buche) ein Comeback gelingen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Aufmacherbild: Logo of BlackBerry von Shutterstock / Urheberrecht: Pieter Beens

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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1 Kommentar auf "Blackberry goes Android"

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ekke
Gast
Das ist nicht das AUS für BlackBerry 10. Es ist verständlich, dass BlackBerry nach dem Slider Modell (PRIV) noch weitere Android Geräte bringen wird, um für das OS eine entsprechende Auswahl zu bieten. BB10 Geräte sind hauptsächlich in Enterprise Unternehmen im Einsatz und mit dem Classic, Passport und Leap gibt es eine gute Auswahl. Ich entwickle Business Software für BB10 und die Auftragslage ist gut – mit BB10 lassen sich sehr komfortabel und performant zu bedienende APPs bauen und wenn man beispielsweise 1.000 Servicemitarbeiter mit einer spezialisierten Software rausschickt, dann ist BB10 eine robuste sichere Lösung. Ich habe auch das… Read more »