Bizarre Wendung im Hudson-Jenkins-Streitfall: Hudson migriert zu GitHub

Hartmut Schlosser

Eine bizarre Wendung hat die Auseinandersetzung zwischen Oracle und der Hudson-Community genommen. Das von Oracle und Sonatype vorangetriebene Hudson-Projekt ist nun zu GitHub migriert.

Überraschend ist dies deshalb, weil der Streit, der zur Zweiteilung des CI-Systems in Hudson und Jenkins geführt hatte, gerade an der Infrastruktur-Frage entbrannt war. Aufgrund von Problemen mit dem Java.net-Hosting-Service hatte die Hudson-Community Ende 2010 dafür gestimmt, das Projekt auf GitHub zu migrieren. Oracles Ted Farrell intervenierte, indem er die alleinige Entscheidungshohheit Oracles in dieser Frage einforderte, und berief sich dabei auf die Rechte an dem Hudson-Trademark.

Die Community votierte daraufhin für eine Umbenennung des Projektes in Jenkins und für den Umzug nach GitHub, wo Jenkins seither weiterentwickelt wird.

Genauso wie nun Hudson auch. Auf Initiative des Maven-Hauses Sonatype wurde auch Hudson nach GitHub migriert und ist nun unter github.com/hudson verfügbar. Ein eigenes Sonatype-Repository soll die Arbeiten Sonatypes, eine Integration von JSR 330 (Dependency Injection for Java) und Hudson herzustellen, enthalten.

„If the community wants to work in github, we are good with that“, so äußerte sich nun Ted Farrell. Fragt sich nur, warum dies Ende 2010 noch nicht so war. Hierzu merkt Farrell an, dass es damals lediglich darum gegangen sei, mit der GitHub-Migration noch etwas zu warten, bis eine bessere Koordination mit der Community erfolgt sei. Oracle sei in Wahrheit für die Git-Migratiion gewesen, habe lediglich eine längere Evaluationszeit eingefordert.

Wie dem auch sei – das Kind ist nun in den Brunnen gefallen: Der Fork ist da, und beide Systeme sind auf GitHub. Schöne Bescherung!

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Hartmut Schlosser
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