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Status Quo IT-Branche

Bitkom veröffentlicht IT-Mittelstandsbericht 2018: Wie steht es um Deutschlands IT-Branche?

Katharina Degenmann

© Shutterstock / ronstik

Der IT-Mittelstand ist Wachstumstreiber der digitalen Wirtschaft mit derzeit 455.000 Beschäftigten. Innerhalb eines Jahres stieg der Umsatz bei den mittelständigen Unternehmen um 9 Prozent, 30.000 Stellen wurden geschaffen. Dennoch oder gerade darum sind Fachkräftemangel und Unternehmensnachfolge große Herausforderungen, mit denen sich die IT-Arbeitswelt derzeit konfrontiert sieht.

Der Branchenverband Bitkom veröffentlichte am Freitag seinen neuen Mittelstandsbericht für den IT-Arbeitsmarkt. Daraus geht unter anderem hervor, dass die mittelständigen Unternehmen ihre Umsätze innerhalb eines Jahres auf 68 Millionen steigern konnten und zusätzlich 30.000 neue Arbeitsplätze schafften. Zudem legte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im IT-Mittelstand mit 10 bis 499 Mitarbeitern um rund 4 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 31.422 Stellen und einer aktuellen Gesamtzahl von 445.155 Beschäftigten.

Im IT-Mittelstand sind überdurchschnittliche viele Menschen beschäftigt, weshalb er eine wichtige Stütze des Arbeitsmarktes sei. „Der IT-Mittelstand ist der Wachstumstreiber der digitalen Wirtschaft. In der Bitkom-Branche entwickeln sich die mittelständischen Unternehmen am schnellsten“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Dirk Röhrborn. „Insbesondere mittelständische Unternehmen sind es, die mit großer Agilität und Dynamik die Konjunktur antreiben, neue Arbeitsplätze schaffen und den Standort Deutschland stärken.“ An allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der IT-Branche haben die Beschäftigten im Mittelstand einen Anteil von 56 Prozent.

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des Bitkom unter mittelständischen Unternehmen, rechnet der Mittelstand auch weiter mit steigenden Umsätzen im 1. Halbjahr 2018. Vor allem die Internationalisierung spielt im IT-Mittelstand eine große Rolle. Rund 63 Prozent der Unternehmen konnte ihren Gewinn aufgrund von Exporten steigern.

Die Top-Trends im IT-Mittelstand

Außerdem hat der Brachenverband die Trends erfasst, die nach Meinung mittelständiger Unternehmen den IT-Markt 2018 prägen werden. Neben der IT-Sicherheit sind vor allem Cloud Computing sowie das Internet of Things und die Industrie 4.0 die maßgeblichen Tech-Trends.

Branchenbarometer, Frage: »Welches sind aus Sicht Ihres Unternehmens die maßgeblichen Technologie- und Markttrends, die den deutschen IT-Markt im Jahr 2018 prägen werden?«

Mangel an Führungs – und Fachkräften

Obwohl die Zahlen der Mittelständler sehr beeindruckend sind, ist der Fachkräftemangel ein wesentliches Problem. Allein in diesem Jahr gibt es 14.500 offene Stellen für IT-Experten. „Für Mittelständler ist es besonders schwierig, das Rennen um die klügsten und besten Köpfe zu gewinnen“, sagt Röhrborn. Laut einer Bitkom-Umfrage planen rund 80Prozent der Unternehmen Neueinstellungen. Darunter werden auch neue Führungskräfte gesucht, da bis 2019 rund 240.000 Unternehmensnachfolgen anstehen.

Forderungen des IT-Mittelstandsbericht

Um den Fachkräftemangel zu beseitigen, müsse dem Bitkom-Bericht zufolge einerseits das Digitale in die Schule gebracht werden, um für die Förderung von digitalen Kompetenzen und Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge schon früh zu sensibilisieren. Vor allem Frauen sind in IT-Unternehmen immer noch in der Unterzahl.

Quelle: Bitkom (2017): Studie zum IT-Arbeitsmarkt in Deutschland; repräsentative Befragung von 701 Personalverantwortlichen und Geschäftsführern deutscher IT-Unternehmen ab 3 Mitarbeitern, darunter 273 Unternehmen mit 10-499 Mitarbeitern

Andererseits sei es notwendig, arbeitnehmerfreundlicher zu werden. Beispielsweise kollidiert die vorgeschriebene elfstündige Ruhepause mit den Tagesabläufen vieler Homeworker. Empfehlenswert sei außerdem die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Auch am Breitbandausbau muss schneller gearbeitet werden, um ansässigen Unternehmen in ländlichen Gebieten die Wettbewerbsfähigkeit zu gewähren. Bis 2025 muss in Deutschland flächendeckend Gigabit-Internet verfügbar sein. Weitere mittelstandspolitische Forderungen des Bitkom sind eine Entlastung bei der digitalen Betriebsprüfung für Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und eine mittelstandsfreundliche Anwendung des Vergaberechts für mehr Chancengleichheit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.

Der vollständige Bitkom-IT-Mittelstandsbericht 2018 ist online abrufbar.

 

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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1 Kommentar auf "Bitkom veröffentlicht IT-Mittelstandsbericht 2018: Wie steht es um Deutschlands IT-Branche?"

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Es gibt keinen Fachkräftemangel, nur schlechte Bezahlung.