It's a good day to fork hard

Bitcoin Hard Fork: Ein Sturm im Wasserglas?

Dominik Mohilo

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Welchen Unterschied gibt es zwischen Bitcoin und der neuen Kryptowährung Bitcoin Cash und wie wird es den Wert der digitalen Münzen beeinflussen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich Investoren wie Miner derzeit am laufenden Band. Wir haben uns mit Oliver Flaskämper, Gründer von bitcoin.de, über die technischen Hintergründe des „Hard Forks“ und dessen Einfluss auf die Kurse unterhalten.

Oliver Flaskämper ist Gründer des in Deutschlands bisher einzigen regulierten Handelsplatzes für die Kryptowährung Bitcoin, bitcoin.de. Anfang 2000 erhielt er den GO! NRW Gründerpreis. Auf Twitter ist er unter dem Handle @flaskaemper zu finden.

JAXenter: Hallo Oliver und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Der „Hard Fork“ der Bitcoin-Währung ist derzeit in aller Munde, was genau ist aus technischer Sicht bei Bitcoin gerade passiert?

Oliver Flaskämper: Eine kleine Gruppe der Bitcoin-Community gingen die geplanten Weiterentwicklungen von Bitcoin nicht schnell und nicht weit genug. Daher hat sich diese Gruppe entschieden, eine eigene Variante des Bitcoins, den Bitcoin Cash, abzuspalten. Diese Abspaltung ist in der letzten Woche auch erfolgt. Besitzer von Bitcoins haben jetzt die gleiche Anzahl Bitcoin Cash erhalten, sofern sie ihre Bitcoins einem Anbieter anvertraut haben, der ihre Bitcoins entsprechend migriert hat oder die Migration selbst durchgeführt haben. Es hat also kein Bitcoin-Besitzer etwas verloren, vielmehr können sich die Besitzer jetzt entscheiden, was sie mit ihren neuen Bitcoin Cashs machen: behalten, verkaufen oder gegen Original-Bitcoins tauschen.

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JAXenter: Ab sofort gibt es also die „klassischen“ Bitcoins und Bitcoin Cash – wo liegen die Unterschiede zwischen den Währungen?

Es hat sich nicht viel geändert – außer dem Kurs natürlich

Oliver Flaskämper: Der wesentliche Unterschied liegt in der Größe, die ein Block mit Transaktionen haben kann. Beim Original-Bitcoin liegt die Größe derzeit noch bei einem Megabyte, bei Bitcoin Cash hingegen bei 8 Megabyte. Größere Blocks sind vor allem für kleinere Transaktionen, wie zum Beispiel das Bezahlen eines Kaffees oder eines Artikels im Internet, vorteilhaft, da davon auszugehen ist, dass solche nicht zeitkritischen Transaktionen bei Bitcoin Cash jetzt wieder ohne Gebühren möglich sind. Beim Original-Bitcoin waren die Transaktionsgebühren in den letzten Monaten stark gestiegen und die Dauer einer Transaktion war schlecht zu prognostizieren.

JAXenter: Welche Auswirkungen wird der „Hard Fork“ haben?

Oliver Flaskämper: Der Hard Fork war ein guter Test für zukünftige Forks, die es vermutlich in der Zukunft noch häufiger geben wird, um Bitcoin fit für die Zukunft zu machen und technische Verbesserungen einzuführen. Nach jedem Fork wird es einen Gewinner geben, der von der Mehrheit der Community, Minern und Börsen unterstützt werden wird. Durch diesen Mehrheitsentscheid wird auch bestimmt werden welcher Bitcoin der „echte“ sein wird. Die zahlreichen Bedenken im Vorfeld des Forks haben sich wieder einmal nicht bestätigt und der Bitcoin hat bereits wieder neue Kursrekorde gebrochen. Es hat sich also nicht viel geändert, außer dem Kurs natürlich.

Oliver Flaskämper gründete nach seiner kaufmännischen Ausbildung seit 1998 mehr als ein Dutzend verschiedene, eigenständige Unternehmen mit Internet-Geschäftsmodellen, begleitete diese zum Erfolg und übergab die operative Führung der Unternehmen jeweils an von ihm zusammengestellte Teams. Bereits 1998 gründete Oliver den bekannten Online-Preisvergleich Geizkragen.de, mit Bitcoin.de gründete er Deutschlands bisher einzigen regulierter Handelsplatz für die neue Internet-Währung Bitcoin. Oliver hat Aufsichts- und Verwaltungsratsmandate bei diversen, teils börsennotierten Unternehmen und engagiert sich zudem ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen.

 


 

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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