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Bitcoin Flipping: Zcash bekommt die Aufmerksamkeit, Bitcoin das Geld

Gabriela Motroc

© Shutterstock / Joey Chung

There’s a new kid in town – alle reden über die neue Kryptowährung Zcash, die Bitcoin aus dem Rampenlicht verdrängt hat und zwar genau dann, als letztere ihr achtjähriges Jubiläum mit einem neuen Meilenstein feierte: Der Preis pro Bitcoin ist auf 700 Dollar geklettert. Doch auch Zcash bildet keine Ausnahme des ungeschriebenen Gesetzes für Kryptowährungen: Der Pfad zur Stabilität ist eine Achterbahnfahrt.

In der letzten Woche ist der Wert pro Bitcoin auf 724 Dollar gesprungen, während die Einheiten von Zcash etwas über 1000 Dollar wert war. Bevor nun aber alle auf den Zcash-Zug aufspringen, sollten wir uns anschauen, wie Zcash es schaffte, Bitcoin am achten Geburtstag die Show zu stehlen. Außerdem: Während jede Bitcoin aktuell immer noch etwa 713 Dollar wert ist, hat Zcash massiv verloren und liegt aktuell bei einem Wert von ca. 195 Doller pro Einheit.

Zcash vs. Bitcoin: Zwei Namen für das Gleiche?

Ja und nein. „Wenn Bitcoin das HTTP-Äquivalent von Geld ist, ist Zcash HTTPS“, behauptet die Website der neuen Kryptowährung:

Zcash bietet absolut vertrauliche Zahlungen, obwohl die Währung ein auf einer öffentlichen Blockchain basierendes, dezentrales Netzwerk verwendet. Im Gegensatz zu Bitcoin, können Zcash-Transaktionen so abgeschirmt werden, dass Sender, Empfänger und der Wert aller Transaktionen auf der Blockchain verborgen werden. Nur wer über den korrekten Schlüssel zur Ansicht verfügt, kann somit die Inhalte sehen. Die Nutzer haben die vollständige Kontrolle und können per Einverständnis anderen ihren Schlüssel zur Verfügung stellen. Zcash-Transaktionen kommen ohne die Interaktion mit Dritten aus.

Wenn man sich Zcashs Referenzen anschaut, wird man feststellen, dass Datenschutz, neben einem hohen Maß an Fungibilität, eine der großen Stärken dieser Kryptowährung ist. Zusätzlich nutzt sie Equihash, ein Speicher-orientiertes Proof-of-Work. Dieses basiert auf einem Konzept namens Geburtstagsparadoxon, bekannt aus der Informatik und der Kryptographie. Wie Zcashs CEO und Gründer Zooko Wilcox und der Software-Ingenieur Jack Grigg vor einigen Monaten auf dem Zcash-Blog geschrieben haben, bietet Equihash „eine sehr effiziente Verifizierung. Das könnte in Zukunft für leichtgewichtigere Clients auf eingeschränkten Geräten oder für die Implementierung eines Zcash-Clients in Ethereum nützlich sein.“ Die Verwendung von Equihash bedeutet, dass die mit Mining erwirtschaftbare Menge in erster Linie vom verfügbaren RAM abhängt.

Alles in allem gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen Zcash und Bitcoin: Beide nutzen ein fixes Ausgabemodell, das eine Halbierung des Mining-Profits alle vier Jahre vorsieht. Zudem gibt es bei beiden Währungen ein Maximum an verfügbaren Einheiten (BTCs und ZECs), das 21 Millionen beträgt.

Da die Zcash-Technologie von einem Unternehmen erstellt wurde, ist es wenig überraschend, dass 10 Prozent des Mining-Ertrages an die Stakeholder der Zcash Company gehen – sie nennen das „Founders Reward“. Anfangs werden alle zehn Minuten 50 ZECs erschaffen, wovon 80 Prozent an die Miner und 20 Prozent an die Gründer gehen. Nach den ersten vier Jahren wird die Anzahl an ZECs, die alle zehn Minuten erstellt werden, auf 25 fallen, jedoch gehen dann 100 Prozent an die Miner.

Die Mining-Situation

Um selber Zcash zu minen, kann man entweder ein eigenes GPU-Rig aufbauen oder über eine Cloud minen, wie das Bitcoin Magazine berichtet. Zcash hielt vom 27. September bis zum 27. Oktober dieses Jahres die Open Source Miner Challenge ab und veröffentlichte einige der Einsendungen auf seiner Website. Der Block-Ertrag wird bei den ersten 20.000 Blöcken noch begrenzt sein. Die Idee hinter diesem „langsamen Start“ erklärte Wilcox vor acht Monaten auf GitHub:

Dank des „langsamen Starts“ können wir bereits den Startschuss für das Minen geben, haben aber immer noch ein paar Wochen, bevor das Mining signigikante Werte generiert. Das gibt uns Zeit, nach Fehlern Ausschau zu halten und an verschiedenen operativen Dingen zu arbeiten. Dazu gehören unter anderem Updates der Website, die Abwehr von Hacker-Angriffen, die Kollaboration mit Partnern abzustimmen, auf einer Welt-Tournee die Stadien voller kreischender Fans zu besuchen und so weiter…

Wie funktioniert Zcash?

Zcash nutzt den Zero-Knowledge-Beweis namens „zk-SNARK“ (zero-knowledge Succinct Non-interactive ARgument of Knowledge). Laut Zcashs Website, „erlauben diese Konstruktionen dem Netzwerk, einen sicheren Buchsaldo zu erhalten, ohne die darin involvierten Parteien oder Beträge preiszugeben. Anstatt die Transaktionswerte und die Ausgabenbefugnisse zu veröffentlichen, werden die Metadaten der Transaktion verschlüsselt. Die eingesetzten zk-SNARKs stellen sicher, dass niemand betrügt oder stiehlt.“

Das Protokoll, so wird von einigen angenommen, soll die Antwort auf Bitcoins Mangel an Fungibilität sein. Für Transaktionen bedeutet „zk“ (zero-knowledge), dass öffentlich nur der Zugang zu finanziellen Mitteln bekannt ist, die jeweiligen Eigenschaften dieser Mittel aber nicht. „Unser Traum ist es, dass Leute auf der ganzen Welt Zcash und andere Kryptowährungen nutzen, um sicher und diskret zusammenzuarbeiten und sich zu organisieren“, sagte Wilcox vor einigen Monaten dem Bitcoin Magazin.

Happy Birthday, Bitcoin!

In letzter Zeit waren Zcash und dessen schwankender Wert in aller Munde, was aber Bitcoin natürlich nicht davon abhielt, weiter an Wert und Alter zuzulegen. Es sind acht Jahre vergangen, seit Satoshi Nakamoto das Bitcoin Whitepaper veröffentlichte und die Kryptowährung ist immer noch erfolgreich.

Das vollständige Bitcoin Whitepaper von Satoshi Najamoto vom 31. Oktober 2008 ist hier zu finden.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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