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Bitcoin Flipping: Wall Street Clearinghouse setzt auf Blockchain-ähnliche Technologie

Gabriela Motroc
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© Shutterstock.com / Stuart Monk

Die Depository Trust and Clearing Corporation, ein Unternehmen, das Backend-Services für zahlreiche Wall Street-Unternehmen anbietet, hat angekündigt, eine seiner zentralen Datenbanken durch ein dezentrales Hauptbuch (Ledger), ein sogenanntes Distributed Ledger Technology Framework (DLT), ersetzen zu wollen. Für das Projekt wird jedoch nicht die Blockchain von Bitcoin genutzt – stattdessen soll ein verteilter Ledger aufgebaut werden, das ausschließlich eingeladenen Teilnehmern zugänglich ist.

Vor sechs Monaten veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum einen Report mit der Prognose, dass Blockchain eine zentrale Rolle im globalen Finanzsystem spielen werde; jetzt scheint die Wall Street auf den Blockchain-Zug aufzuspringen. Am 9. Januar hat die Depository Trust and Clearing Corporation (DTCC), das Unternehmen, das Handels-Dienstleitungen im Backend für zahlreiche Wall Street-Unternehmen zur Verfügung stellt, angekündigt, sein Trade Information Warehouse (TIW) umbauen zu wollen.

Man plant, ein dezentrales Hauptbuch für Kreditderivate in der Post-Trade-Abwicklung auf Basis bereits vorhandener TIW-Ressourcen und Oberflächen zu erstellen, gemeinsam mit anderen Technologie-Anbietern und Markt-Teilnehmern. Über die TIW-Services werden gegenwärtig die Dokumentation, Lifecycle Events und das Payment Management automatisiert, im Umfang von mehr als 11 Billionen Dollar an gelöschten und bilateralen Kreditderivaten.

Die Leitung der Initiative wird IBM übernehmen und die Programmverwaltung sowie die Dienstintegration zur Verfügung stellen sowie eine Solution-as-a-Service liefern. Die Infrastruktur des dezentralen Hauptbuchs und Anwendungen für Smart Contracts entwickelt Axoni mit R3, einem Beratungsunternehmen, das gemeinsam mit vielen Banken an Projekten im Blockchain-Umfeld arbeitet und beratend für das Projekt tätig werden wird. Die Arbeit soll im Januar 2017 beginnen; Anfang 2018 soll das Projekt live geschaltet werden.

Die DTCC bringt alles ins Rollen

Michael C. Bodson, Chief Executive von DTCC, sagte in einem Interview mit der New York Times, dass die Entscheidung für den Ersatz der TIW durch eine dezentrale Ledger-Technologie (DLT) ein konkreter Schritt in eine ganz andere Zukunft für die Wall Street sein könnte. Greg Schvey, CEO von Axoni, meint, dass das Deployment einer dezentralen Hauptbuchtechnologie in der Produktion in diesem Maßstab einen Wendepunkt für die Branche darstellt.

Die Idee der Blockchain ist besonders interessant für die Wall Street, weil Informationen dort in Echtzeit aufgezeichnet werden. DTCC arbeitet außerdem an weiteren Proof-of-Concepts (PoCs) und Möglichkeiten zur weiteren Nutzung der DLT für die fortgesetzte Verbesserung des Post-Trade-Prozesses. Laut Mr. Bodson könnte das Unternehmen die DLT benutzen, um Geld zu transferieren, wenn die Initiative Erfolg haben sollte.

Das Hauptbuch (die DTCC wird nicht die Technologie von Bitcoin verwenden) wird DTCC und seinen Kunden die Möglichkeit geben, die Derivaten-Verarbeitung in der gesamten Branche weiter zu rationalisieren, zu automatisieren und günstiger zu machen, indem die Notwendigkeit getrennter, redundanter Verarbeitungskapazitäten und die damit verbundenen Kosten des Kontenabgleichs eliminiert werden.

“The solution will be deployed through a number of phases, with an end-state vision to establish a permissioned distributed ledger network for derivatives, governed by industry-owned DTCC, with peer nodes at participating firms.”

Die DLT wird ausschließlich geladenen Teilnehmern zur Verfügung stehen.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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