Dead man walking?

Bitcoin Flipping: Top 5 der UX-Probleme im Bitcoin-Ökosystem

Gabriela Motroc

@shutterstock/Icatnews

Wenn Sie die Gelegenheit hatten, Steve Krugs Buch „Don‘t Make Me Think: A Common Sense Approach to Web Usability“ zu lesen, dann werden Sie vermutlich wissen, dass die User Experience von Bitcoin ein Alptraum ist. Lassen Sie uns die UX-Probleme analysieren und herausfinden, ob die digitale Währung wirklich ein heilloses Durcheinander sein muss.

Dieser Tweet fasst Bitcoins UX-Probleme bereits ziemlich gut zusammen. Nun meinen einige, dass die Herausforderungen zur Verbesserung der User Experience nicht so leicht zu meistern sind. Um dies einschätzen zu können, schauen wir uns einmal die häufigsten Kritikpunkte an.

Zum einen gibt es Wallets und Adressen und Keys und QR-Codes, viele Fachbegriffe also, welche für Verwirrung sorgen. Zweitens sind die Kursschwankungen zu nennen, die jedes Mal, wenn es zu wichtigen Ereignissen wie dem Brexit kommt, für einen Aufschrei in den Medien sorgen. Viele Early-Adopter von Bitcoin sagen zudem, dass die digitale Währung dringend eine UX-Verjüngungskur nötig hätte, um wirklich tauglich für den Mainstream zu werden. Doch ist dieser Kritikpunkt bislang Theorie geblieben, und noch niemand hat sich der Aufgabe angenommen, Usability-Verbesserungen in die Praxis umzusetzen. Wo liegen hier die Herausforderungen?

Bitcoin UX-Herausforderung #1

Zweifellos, das Gebiet der Kryptographie ist nicht leicht zu verstehen. Und da Bitcoin inhärent mit Kryptographie verwoben ist, ist es recht schwer, die Massen dafür zu begeistern. Wenn man Bitcoin und/oder die Blockchain nicht versteht, ist man vermutlich eher von einem ersten Versuch abgeschreckt, was auch der Grund dafür ist, weshalb Bitcoin von manchen das „Linux des Geldes“ genannt wird. Eine verpasste Chance!

Bitcoin UX-Herausforderung #2

Es gibt nichts weniger Einladendes als ein Name (oder in diesem Fall eine Adresse), der nur aus Zahlen besteht. Eine Bitcoin-Adresse, deren Kennung aus 26-35 alphanumerischen Zeichen besteht, die mit den Zahlen 1 oder 3 beginnt und eine mögliche Destination für eine Bitcoin-Zahlung darstellt, hat überhaupt keinen Charm.

Bitcoin UX-Herausforderung #3

Die Frage nach der Legitimität ist auch weiterhin ein Grund, warum Bitcoin bisher nicht im Mainstream angekommen ist. Der Standpunkt der Regierungen gegenüber Leuten, die Bitcoins erwerben und damit bezahlen, ist noch immer unklar. Während in etlichen Ländern bereits Diskussionen über die Ligitimität des Bitcoin-Handels begonnen wurden, konnte noch kein wirklicher Konsens erreicht werden. Steuern stellen die andere Seite der Medaille dar, und obwohl einige Unternehmen anbieten, ihre Angestellten in Bitcoins zu bezahlen, gibt es nicht viele, die bereit sind, in Bezug auf ihre Gehälter ein Risiko einzugehen.

Bitcoin UX-Herausforderung #4

Wenn einige Menschen von Bitcoin hören, ist ihre erste Reaktion: Was kann ich mit Bitcoins tun? Kann ich mit Bitcoins bezahlen oder nicht? Was kann ich mit den digitalen Münzen kaufen und wo finde ich Geschäfte, die diese Zahlungsart annehmen? Es fehlt also vielfach noch das Wissen, dass Bitcoins wirklich zur Zahlung verwendet werden können. Ist dieses Wissen einmal etabliert, wird sich nicht nur die Verbreitung erhöhen, sondern auch das Vertrauen und die Transparenz steigen.

Bitcoin UX-Herausforderung #5

Bitcoin-Börsen schießen momentan wie Pilze aus dem Boden. Einerseits gibt es Plattformen wie BTC-e, die völlig unattraktiv wirken. Andererseits finden sich Börsen wie Coinbase oder Bitstamp, die zwar mit einem aufpolierten Auftritt aufwarten, aber dennoch nicht wirklich die gemachten Versprechungen nach einer guten User Experience erfüllen. UX ist also nach wie vor ein Problem der gesamten Sparte: Bitcoin-Börsen wirken ganz unabhängig von ihrem Aussehen kalt.

Für den User fühlt es sich an, als ginge er in eine Bank. Und das ist das eigentliche Problem!

Aufmacherbild: Golden bitcoin key on keyboard von Shutterstock / Urheberrecht: Icatnews

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: