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Blockchain als großer Disruptor

Bitcoin Flipping: Fünf potenzielle Anwendungen für Blockchain

Gabriela Motroc
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© Shutterstock.com / Iurii Stepanov

Blockchain könnte zu einem stärkeren Umbruch in der Finanzwelt führen als Bitcoin. Das glaubt zumindest die Credit Suisse. Das globale Finanzdienstleistungsunternehmen behauptet, dass die Blockchain-Technologie in mindestens fünf Bereichen große Veränderungen herbeiführen kann.

Ashley Kindergan, Autor und Redakteur beim Finanzdienstleister Credit Suisse, schreibt in einem Artikel, dass das Bitcoin-Netzwerk zwar nicht gehackt werden kann, allerdings durchaus Schwachstellen aufweist. So seien sowohl Bitcoin-Handelsbörsen als auch die persönlichen Wallets angreifbar. Außerdem sei das Netzwerk schlecht zu skalieren.

Außerdem gehen europäische Tech-Analysten aus dem Global Markets Research Department von Credit Suisse davon aus, dass Bitcoin nicht das Ende des Bargelds, der EC-Karten und der digitalen Zahlungsverfahren wie PayPal sein wird. Vielmehr sehen sie die Technologie dahinter als den wichtigsten Disruptor der Märkte an: Blockchain. Kindergan sagt, dass Bitcoin die folgenden fünf Bereiche zum Besseren verändern könnte:

Zahlungssysteme flexibler machen

Die Transaktionssysteme zwischen Banken, wie SWIFT, seien reif für einen Umsturz, weil sie alt, unflexibel, langsam und immer anfälliger für Cyberattacken seien, glaubt Credit Suisse. Für Visa und MasterCard sieht das Unternehmen jedoch keine Bedrohung in Blockchain.

Kosten in der IT sparen

Banken verwenden derzeit etwa 14 Prozent des von ihnen erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukts auf Informationstechnologien. Dieser Anteil ließe sich durch Blockchain jedoch senken, da die Verwendung eines einzelnen geteilten Ledgers die Kosten für die IT und die Regelkonformität stark verringern würde. Durch dieses Vorgehen wäre die Nachverfolgbarkeit der Eigentumsverhältnisse von Vermögensbeträgen leichter, die im Rahmen der Gesetzgebung zur Bekämpfung von Geldwäsche verlangt wird. Auch das Erfüllen von Anti-Terrorismus-Regulierungen und Know-Your-Customer-Regeln würde durch diese Technologie erleichtert.

Aktienmärkte beschleunigen

Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet sind die Aktienbörsen. Blockchain könnte hier laut Kindergan dazu genutzt werden, um die Abläufe nach der Auftragserteilung an einer Börse zu beschleunigen („trades take a few days to settle“).

Die EU plant, physische Anteilsscheine bis 2025 abzuschaffen. Demnach sei die Digitalisierung und Zusammenlegung der individuellen Hauptbücher von Brokern, Handelsbörsen, Clearinghouses, Registerstellen, Zentralverwahrern und Treuhändern der nächste logische Schritt, um die Abwicklung von Geschäften günstiger und schneller zu machen. Für Clearinghouses, die Vermögen verwalten während die Geschäfte abgewickelt werden, sinke außerdem das Risiko, so Credit Suisse.

Man glaubt bei Credit Suisse jedoch nicht, dass Menschen ganz aus der Gleichung gestrichen werden  können. Das Finanzsystem werde noch immer auf Broker und Exchanger angewiesen sein, die versehentlich ausgelöste Handelsaufträge rückgängig machen. Auch auf Registratoren, die Online-Identitäten aus der Blockchain mit den Händlern im realen Leben verbinden, und auf zentrale Geschäftspartner für virtuelle Händler können man nicht verzichten.

Piraterie weltweit verringern

Credit Suisse schätzt das mögliche Umsatzwachstum für die globale Musikindustrie im Falle einer Ausrottung der Piraterie auf etwa 6,1 Milliarden Dollar. Dabei könnte Blockchain eine große Rolle spielen: Durch die Technologie könne eine Welt erschaffen werden, in der Inhalte und ihre Metadaten (Informationen zur Identifikation der Rechteinhaber) transparent, präzise und unabänderlich gespeichert werden, glaubt man bei Credit Suisse. Das würde die Musikpiraterie deutlich erschweren.

Staatliche Bürokratie abbauen

Die Behörde für Wissenschaft der britischen Regierung schrieb kürzlich in einem Paper, dass dezentrale Ledger eines Tages verwendet werden könnten, um Steuern einzuziehen, Sozialleistungen auszubezahlen und staatliche Identitätsnachweise in einer einzigen Datenbank zu verwalten. Die Analysten von Credit Suisse denken, dass dies weitreichende Folgen hinsichtlich des Abbaus von Bürokratie und der Beschleunigung von Vorgängen haben könne, falls eine solche Lösung jemals implementiert werden würde.

Mehr Informationen zu möglichen Einsatzgebieten der Blockchain finden Sie hier.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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