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Interview mit Randy Vanderhoof, Executive Director der Secure Technology Alliance

Bitcoin Flipping: Blockchain ohne Smart-Card-Technologie ist wie ein Haus ohne Dach

Gabriela Motroc

Randy Vanderhoof

Die Blockchain und die Smart-Card-Technologie gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Aber warum? Wir haben uns mit Randy Vanderhoof, Executive Director der Secure Technology Alliance, über das neue White Paper seiner Organisation unterhalten. Im Interview sprach er zudem über das Bedürfnis von Unternehmen nach der Blockchain- und Smart-Card-Technologie sowie über das Potenzial der Blockchain im Bereich IoT.

Mit dem kürzlich vom Secure Technology Alliance Payments Council herausgegebenen White Paper will die Organisation so etwas wie ein elementares Lehrbuch über die Blockchain-Technologie zur Verfügung stellen. Auch die unterschiedlichen Use Cases, die derzeit kommerziell verfügbar sind oder sich noch in der Entwicklung befinden, werden darin besprochen, ebenso wie die Rolle, die das Secure Element bzw. die Smart-Card-Technologie in verschiedenen Anwendungsbereichen einnimmt.

„Es wird erwartet, dass die Blockchain in eine Reihe von Anwendungen für unterschiedliche Gebiete integriert werden wird, etwa Kryptowährungen, Überweisungen, Anlagenregister und das autonome Bezahlen durch IoT-Geräte“, sagt Randy Vanderhoof. Das bedeute, dass das richtige Management von kryptographischen Schlüsseln immer wichtiger werde.

Wir haben mit Randy Vanderhoof über das White Paper, das Bedürfnis von Unternehmen nach der Blockchain- und Smart-Card-Technologie sowie über das Potenzial der Blockchain im Bereich IoT gesprochen.

JAXenter: Die Zahl der Einsatzgebiete von Blockchain-basierten Anwendungen wächst immer schneller. Viele verschiedene Branchen experimentieren mit solchen Applikationen, allerdings haben manche noch nicht so ganz herausgefunden, wie man die Technologie effizient nutzen kann. Ist der Einsatz der Blockchain unabdingbar, oder nutzen Unternehmen sie nur, weil es derzeit der letzte Schrei ist?

Randy Vanderhoof: Die meisten Unternehmen nutzen die Blockchain versuchsweise als neuen Ansatz, um die Effizienz zu verbessern, einen kryptographisch abgesicherten Prozess für die Transaktionsaufzeichnung zu haben und / oder die Kosten zu reduzieren. Unser White Paper enthält verschiedene Use Cases, die das aufzeigen. Der Prozess, den Besitz von Kapitalanlagen, also Aktien, zu registrieren, ist zum Beispiel langsam und benötigt entsprechende Aufzeichnungen. Ein Blockchain-basiertes Anlagenregister könnte hingegen als zentrale und unveränderliche Quelle von Informationen zum Besitz von Kapital – also Land, Stammaktien oder hochwertiger Investitionsgüter – dienen. Die Blockchain könnte außerdem den Eigentumstransfer (und die damit verbundene Bezahlung) von Kapitalanlagen in Echtzeit möglich machen.

JAXenter: Das Ziel der Secure Technolgy Alliance ist es, Unternehmen bei der Implementierung von Blockchain-Anwendungen beizustehen. Warum brauchen Unternehmen Hilfe dabei?

Randy Vanderhoof: Die Secure Technology Alliance hilft Organisationen eher dabei, die Smart-Card-Technologie einzusetzen, auf der Hilfe zur Nutzung der Blockchain liegt unser Fokus nicht. Wir helfen Unternehmen, die daran interessiert sind, die Blockchain-Technologie zu nutzen, dabei, die Vorteile der Smart-Card-Technologie zu verstehen und sie gemeinsam mit der Blockchain einzusetzen.

JAXenter: Gibt es Beispiele, bei denen Unternehmen mit dem Experiment des Einsatzes der Blockchain-Anwendung gescheitert sind?

Randy Vanderhoof: Das Ziel des White Papers ist es, so etwas wie ein elementares Lehrbuch über die Blockchain-Technologie darzustellen und zu zeigen, wie sich der Einsatz mit Smart-Card- und Secure-Element-Technologien absichern lässt. Dieser Einsatzbereich ist neu für die genannten Sicherheitstechnologien, weshalb wir uns an der Stelle in der Verpflichtung sahen, Aufklärungsarbeit zu leisten. Fehlschläge haben wir uns keine angesehen.

JAXenter: Mit welchen Herausforderungen sind Unternehmen beim Experimentieren mit Blockchain-Anwendungen konfrontiert?

Randy Vanderhoof: Dazu gehören unter anderem die Skalierbarkeit, Sicherheitsabwägungen und die Nutzerwahrnehmung. Aber es gibt auch Herausforderungen, was die Standards, die Reputation sowie rechtliche und behördliche Angelegenheiten angeht. Wie man diese Probleme löst, haben wir im White Paper dargelegt.

JAXenter: Hat die Blockchain Potenzial, was das Internet of Things angeht?

Randy Vanderhoof: Auf jeden Fall. Ein Anwendungsgebiet könnte es sein, den Zahlungsverkehr zwischen IoT-Geräten zu ermöglichen, die autonom geforderten Dienste aufzuzeichnen und die Historie des Datenaustauschs zwischen individuellen Geräten zu tracken sowie die anschließende Speicherung von spezifischen Anfragen.

JAXenter: Wie sieht die Zukunft des Bezahlwesens aus?

Randy Vanderhoof: In Zukunft wird die Bezahlung sehr viel Neues zu bieten haben: Man wird mit Wearables und anderen mobilen Geräten bezahlen können. Außerdem wird es ganz neue Methoden für die Authentifizierung geben.

JAXenter: Vielen Dank für das Interview!

Randy Vanderhoof is the executive director of the Secure Technology Alliance, a not-for-profit, multi-industry association, working to stimulate the understanding, adoption and widespread application of secure solutions, including smart cards, embedded chip technology, and related hardware and software. In addition to his leadership role with the Secure Technology Alliance, he is also the Director of the U.S. Payments Forum. Randy is a graduate of Saint Joseph’s University in Philadelphia, PA with a BS in Management Marketing. He received his MBA from Rider University in Lawrenceville, NJ.
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Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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