Erst die Banken, jetzt die IT, bald jedermann

Bitcoin Flipping: Blockchain breitet sich aus

Gabriela Motroc

© Shutterstock.com / Zapp2Photo

Vor einigen Monaten erklärte das World Economic Forum Blockchain in einem Report zur Zukunft der Finanzbranche. Nachdem inzwischen unzählige Banken einen Versuch mit Blockchain gewagt haben, sind nun die IT-Unternehmen an der Reihe, sich in die Gruppe der Blockchain-Gläubigen einzureihen.

Das japanische IT-Unternehmen Fujitsu experimentiert mit Blockchain. Zuerst wurden dazu die Schwachstellen von Blockchain identifiziert, wie der offiziellen Ankündigung des Unternehmens entnommen werden kann: “in financial trading applications, there are operational issues related to safely executing trades, such as key management,”. Danach begab sich das Unternehmen auf die Suche nach Lösungen, um Blockchain zu einer sichereren Option für Unternehmen zu machen.

Die Fujitsu Laboratories Ltd. und die Fujitsu Laboratories of America, Inc. haben dazu zwei Technologien auf der Basis von Blockchain entwickelt, die darauf ausgelegt sind, vertrauliche Daten gefahrenlos und sicher zwischen verschiedenen Unternehmen zu transferieren.

A transaction restriction technology based on pre-established policies to restrict trading, such as by restricting users, and a document encryption technology, which allows only relevant parties who hold multiple distributed keys to securely access the information recorded in the blockchain.

Die beiden neuen Technologien sollen gleich zwei Probleme der Arbeit mit Blockchain lösen. Zum einen sind sie darauf ausgerichtet, die Verwendung der Blockchain sicherer zu machen, indem sie sowohl die Zweckentfremdung als auch den Missbrauch von Keys verhindern. Zum anderen sollen sie einen Workflow ermöglichen, bei dem Dokumente über eine kollektive Entscheidungsfindung oder zwischen spezifischen Unternehmen bestätigt werden; auch sollen Dateien dadurch wiederherstellbar gemacht werden, selbst wenn Keys verloren gegangen sind.

Keine Anlaufschwierigkeiten bei Blockchain

Die Finanzindustrie experimentiert in erheblichem Maße mit Blockchain. Spiros Margaris, der Gründer von Margaris Advisory, glaubt, dass Blockchain unseren Alltag deutlich verbessern kann. Dazu müssen jedoch die gegenwärtigen Herausforderungen der Technologie überwunden werden, an denen derzeit viele Banken und Startups arbeiten.

Vor einigen Monaten äußerte auch Jerry Cuomo, Vice President of Blockchain Technology bei IBM, gegenüber dem Präsidenten der U.S. Commission on Enhancing National Cyber Security, dass die Blockchain einen Erdrutsch bezüglich der Absicherung von Finanzsystemen auslösen könnte.

Cuomo ermutigte Regierungsstellen dazu, früh in die Arbeit mit Blockchain-Technologien einzusteigen, aber auch die Regierung dabei mit ins Boot zu holen. Diese werde eine zentrale Rolle bei der Autorisierung der Teilnehmer-Identitäten in Blockchain-basierten Systemen spielen.

Ein paar Monate nachdem Cuomo die Meinung vertrat, dass Blockchain wahrscheinlich die Art der Absicherung von Finanzsystemen verändern wird, veröffentlichte das World Economic Forum einen Bericht mit dem Titel „The Future of financial infrastructure: An ambitious look at how blockchain can reshape financial services„. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass das Weltwirtschaftsforum an eine zentrale Rolle von Blockchain für den zukünftigen globalen Finanzmarkt glaubt.

Laut Giancarlo Bruno, Leiter der Sparte Finanzdienstleistungen auf dem Weltwirtschaftsforum, wird die Technologie hinter Bitcoin zum „Herzschlag“ der Finanzbranche werden; das äußerte Bruno gegenüber der New York Times. Der Report des Weltwirtschaftsforums sieht in Blockchain das Potential, durch die Etablierung neuer Infrastrukturen Einfachheit und Effizienz in der Finanzdienstleistungsbranche voranzutreiben und zusammen mit anderen existierenden und noch entstehenden Technologien die Grundlage für eine neue Generation der Finanzdienstleistungsinfrastruktur bilden wird.

76 Prozent der Finanzunternehmen experimentieren mit Blockchain

Eine neue Untersuchung aus dem Hause SIX Securities Services zeigt außerdem, dass mehr als drei Viertel der Finanzunternehmen mit Blockchain-Technologien experimentieren. Die Studie sagt, dass 32 Prozent der befragten Unternehmen einen Machbarkeitsnachweis erstellt haben, während eines von fünf Unternehmen ein spezifisches Produkt oder einen Service ansteuert. 14 Prozent der Befragten sagten, dass sie ein speziell auf Blockchain ausgerichtetes Innovations-Zentrum eingerichtet haben, während 12 Prozent mit spezialisierten Blockchain-Unternehmen zusammenarbeiten.

Trotz dieser ermutigenden Resultate zeigt die Untersuchung aber auch, dass eine umfassende Adaption noch weit weg und frühestens in sechs Jahren zu erwarten ist.

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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