Editorial Business Technology 2.2012

Big Data ist ein Faktum – aber auch ein Marketinghype

Mirko Schrempp

Big Data ist anders und neu, Big Data ist ein Faktum und Phänomen, aber auch ein Marketinghype. Big Data ist Chance und große Herausforderung zugleich, vor allem aber ist es ein schwer zu fassender und zu beschreibender Begriff.

Keiner der Autoren dieser Ausgabe des Business Technology Magazins hat eine einfache Definition von Big Data parat, schon gar nicht die scheinbar naheliegendste, dass es sich eben einfach um große Datenmengen handelt. Das ist zwar der offensichtliche Aspekt von Big Data, der als Faktum vorliegt, die schiere Bezifferung einer Größe reicht aber alleine nicht aus, um das Phänomen zu beschreiben. Es ist nicht die Mega-, Peta- oder Exabytegrenze für sich, die Big Data ausmacht, sondern die Herausforderung aus der gegebenenfalls schon vorhandenen Datenmenge einen neuen Geschäftswert zu schöpfen.

Dennoch ist es gerade die schiere Datenmenge und ihr rapides Wachstum, die Big Data als Aufgabengebiet für die IT und ihre umgebenden Disziplinen unumgänglich macht. Durch die Zunahme von Sensoren, getrackten Onlineaktivitäten oder die vielen scheinbar beiläufigen Daten, die von Smartphones, vernetzten Autos oder Satellitenaufnahmen in Exabytegröße täglich produziert und angesammelt werden, wird diese Datenflut außerdem stetig weiter ansteigen.

Sie werden daher in den einzelnen Artikeln unterschiedlich weitreichende bzw. umfangreiche Definitionen finden und auch viele verschiedene Anwendungsszenarien. Manche scheinen sich zu widersprechen, andere stellen in Teilen eine Wiederholung dar. In der Summe bilden die Artikel ein Mosaik des aktuellen Verständnisses von Big Data. Wir können davon ausgehen, dass dieses Bild sich in den kommenden Monaten und Jahren immer wieder verändern wird, doch der Herausforderung, mit den wachsenden Daten sinnvoll umzugehen, sollten Sie sich so früh wie möglich stellen.

In der Vorbereitung dieser Ausgabe und auch in vielen Gesprächen auf der CeBIT zeigte sich, dass zwar viele Unternehmen diese Anforderung erkannt haben und intern schon aktiv forschen, entwickeln und Erfahrungen sammeln, aber bisher erst wenige, wirklich marktreife oder wertschöpfende Projekte realisiert wurden. Es gilt auch genau zu differenzieren, wo das ernstzunehmende Geschäft endet und der Marketinghype anfängt. Aktuell sind vor allem im Social-Business-Umfeld Big-Data-Szenarien zu beobachten, die dank der zur Verfügung stehenden Daten der sozialen Netzwerke und Kommunikationsmedien gute Einsatzgebiete, z.B. in der Analyse der öffentlichen Einschätzung von Produkten oder Ereignissen finden. Aber auch im Trading-Bereich oder der Wissenschaft zeigen sich schon Projekte, die in der Lage sind, mit hoher Performanz oder neuen Analysemethoden bessere Ergebnisse zu erzielen.

Wo auch immer man mit den Big-Data-Aktivitäten beginnen will, ist es ratsam, sich ein Team von Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzustellen, die bereit sind, gemeinsam neue Wege zu erkunden und die Fähigkeit haben, ihren Sachverstand unter neuen Vorzeichen auf die Probe zu stellen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe und viel Mut für Ihre Big-Data-Projekte.

Mirko Schrempp, Redakteur

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Mirko Schrempp
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