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Big Data Developer: Warum es eine gute Karriere-Entscheidung sein könnte, sich mit Big Data zu beschäftigen

Hartmut Schlosser

Kaum ein Trendforscher, der den sogenannten Big-Data-Technologien keine blendende Zukunft bescheinigt. Die Möglichkeit, große Datenmengen semantisch zu verarbeiten, um sich dadurch zum Beispiel einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten, gehört für Unternehmen immer mehr zur Pflicht. Doch auch für Entwickler eröffnet sich hier ein neues, überaus lohnendes Betätigungsfeld – ein Feld, für das JAX– und BigDataCon-Speaker Pavlo Baron einen neuen Entwicklertypus aufkommen sieht: Wir unterhielten und mit Pavlo über den „Big Data Developer“ und die Türen, die diesem Entwickler-Typus jetzt und in Zukunft offen stehen werden.

JAX & BigDataCon: Early-Bird-Aktion

Pavlo Baron

Pavlo Baron live erleben können Sie auf der JAX 2012 im Rahmen der BigDataCon, die dieses Jahr zum ersten Mal parallel zur JAX vom 16. bis 20. April stattfindet.

Sowohl für die JAX als auch für die BigDataCon läuft bis morgen übrigens noch unsere Early-Bird-Aktion:

Wer sich bis zum 16. März für die Hauptkonferenz anmeldet, profitiert vom Frühbucherrabatt und kann bis zu 330 Euro einsparen!

Alle Infos unter: http://jax.de/2012/

und http://bigdatacon.de/2012/.

JAXenter: Auf der JAX wirst du im Rahmen der BigDataCon über den „Big Data Developer“ sprechen – sozusagen über einen neuen Entwickler-Idealtypus. Wie unterscheidet sich ein Big Data Developer vom „normalen“ Entwickler?

Pavlo Baron: Es kommt darauf an, wen man als normalen Entwickler bezeichnet. Für mich ist ein normaler Entwickler einer, der Full Stack arbeiten kann. Das heißt, er scheut nicht die Nähe zur Maschine, weiß, wie der moderne Prozessor optimalerweise die Befehle ausführt und mit unterschiedlichen Speicherebenen umgeht. Er weiß, wie der Kernel eines professionellen Betriebssystems arbeitet, also eines *NIX. Fühlt sich in dieser Umgebung wohl. Ist bereit, innerhalb eines Projektes mit diversen Programmiersprachen zu arbeiten. Kennt die typischen Tweaks seiner Lieblingslattform. Und kann auch in vi oder Emacs programmieren und auf der Kommandozeile kompilieren. Full Stack fängt ganz unten bei der Maschine an und hört beim RESTful Service und JavaScript im Browser auf.

Ein Big Data Developer kombiniert Full Stack mit einer Menge theoretischen Wissens im Bereich der parallelen Programmierung, verteilter Systeme und Skalierbarkeit. Er nutzt also nicht nur die Tools, er weiß ganz genau, was sie tun und welches davon sich am besten für welchen Zweck eignet.

JAXenter: Mit welchen Technologien hat ein Big-Data-Entwickler denn typischerweise zu tun?

Pavlo Baron: Mit allen. Buchstäblich allen. Hier sind keine Grenzen gesetzt, und das nicht nur innerhalb einer Welt wie Java. Full Stack eben.

JAXenter: In deiner Session sprichst du auch die Business-Chancen an, einerseits sicherlich für Unternehmen: Weshalb ist die Beherrschung von Big-Data-Technologien und -Praktiken für Unternehmen wichtig?

Pavlo Baron: Unternehmen haben entweder bereits das Problem großer Daten, oder sie müssen / wollen dieses Problem haben, um besser und erfolgreicher zu werden. Überall da, wo Menschen Daten selbst generieren, sind Chancen versteckt. Diese Daten aber in einer wohlstrukturierten Form zu erwarten, ist eine Illusion. Und die Technologien, die man heute zur Verfügung hat, erlauben es den Unternehmen, gezielter an die großen Datenmengen heranzugehen. Keine Allzweckwaffen.

JAXenter: Neue Business-Chancen ergeben sich andererseits ja auch für Entwickler, die sich in diesem Umfeld als „Big-Data-Spezialisten“ etablieren können. Welche neuen Möglichkeiten stehen einem da als junger Entwickler offen?

Pavlo Baron: Alle. Die nenneswerten Technologien werden als Open-Source-Projekte gefahren. Es gibt Unmenge an frei verfügbaren Informationen. Trainings und Schulungen als solche sind gar nicht notwendig, wenn man unruhig und neugierig genug ist. Und man darf mit so vielen verschiedenen Technologien arbeiten, dass das Herz eines jeden „normalen“ Entwicklers sehr schnell schlagen dürfte.

JAXenter: Ist man mit Hadoop + NoSQL an einem Standard angelangt, der die nächsten Jahrzehnte bestimmen wird? Oder anders gefragt: An welche Grenzen stoßen Big-Data-Technologien derzeit, die es in Zukunft zu überwinden gilt?

Pavlo Baron: NoSQL ist laut Jan Lenhardt kein Standard. Es ist die Möglichkeit, eine Wahl zu haben. Mit Hadoop lassen sich nur einige der potentiellen BigData-Problemfelder angehen. Es wird immer stärkere Marktkonsolidierung im NoSQL-Bereich geben, und die Anbieter klassischer RDBMS werden immer stärker nachziehen und auch den MapReduce-Ansatz adaptieren. Das alles passiert bereits, man nähert sich von allen Seiten einem optimalen Satz an typischen Methoden und Tools. Derzeit ist das größte Manko der „alternativen“ Technologien ihre mangelhafte Fähigkeit, im Bereich von klassischen Data-Warehouses adäquat zu funktionieren. Mit der besagten Annäherung verschmelzen die Technologien sicher zu einem Brei, welchen Unternehmen für sich gewinnbringend und kostengünstig einsetzen können.

JAXenter: Da hören wir doch auf jeden Fall heraus, dass es ein lohnendes Unterfangen sein könnte, sich mehr und mehr zum „Big Data Developer“ zu entwickeln. Pavlo, danke für dieses Interview und viel Spaß auf der JAX 2012!

Pavlo Baron ist Autor zahlreicher Artikel, Speaker auf verschiedenen Konferenzen und Autor der Bücher „Pragmatische IT-Architektur“, „Fragile Agile“ und „Erlang/OTP“ (in Entstehung). Er arbeitet als Lead Architect bei codecentric. Seine beruflichen Interessen und Leidenschaften sind verteilte Systeme, Hochskalierbarkeit und Big Data.

Pavlo Baron auf der JAX/BigDataCon 2012

18.04.2012 | 13:45 – 14:45

The Big Data Developer


Big Data is an emerging set of business opportunities. In order to enable these chances to the business, the technical staff needs to know and understand quite a lot of computer science and to use many complex tools. Technicians need to put these tools in reasonable chains to get the most out of huge data amounts. They also need to understand what perspectives exist on Big Data and which use case needs which sort of technical solution. Storage, provisioning, processing, analysis, filtering, visualization, distribution, full stack development – all these topics are relevant and will be coverend in this talk.

http://jax.de/2012/speaker/

BigDataCon

In zahlreichen Branchen – zum Beispiel Finance, Telco, Logistik, Medizintechnik, Energie und vielen mehr – werden stetig steigende Mengen an Daten erfasst. Diese für Analyse und Prognose im geschäftlichen Umfeld zu nutzen, stellt eine enorme Herausforderung an die klassischen Datenspeicher dar. Im Zeichen von Big Data entstehen aktuell neue Technolgien und Methoden für Speicherung, Processing, Suche, Echtzeitverarbeitung, globale Bereitstellung und Visualisierung.

Die BigDataCon ist die Konferenz, die sich mit diesen Herausforderungen auf technischem und strategischem Niveau beschäftigt. Sie präsentiert aktuelle und praxisrelevante Informationen sowie Orientierungshilfen für Softwarearchitekten, Datenbankexperten und IT-Entscheider und bietet erstklassige Networking-Gelegenheiten mit anderen Experten.

http://bigdatacon.de/

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Hartmut Schlosser
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