Being a Java Enterprise Developer

Blood brothers

Am späten Vormittag werden wir dann zur „The Meeting-driven Company“. Bei der Besprechung geht es einmal mehr darum, wie sich unser Entwicklungsprozess weiter optimieren lässt. Wir entwickeln nach einer adaptierten Variante des Unified Process und bedienen uns dabei des FMC. Für manche Projekte passt diese Vorgehensweise ausgezeichnet. Allerdings würde sich bei vielen Projekten der Einsatz eines agileren Entwicklungsverfahrens geradezu aufdrängen. Ich wagte diesbezüglich immer wieder Vorstöße, bin damit aber leider jedes Mal gescheitert. Unser Entwicklungsprozess sieht Unmengen an zu erstellenden Dokumenten vor. Erst vor einigen Monaten sah ich ein interessantes Video mit Gernot Starke, in dem dieser sinngemäß meinte, dass bei der Dokumentation oftmals weniger mehr sei. Das deckt sich genau mit meiner Erfahrung. Lieber greife ich auf ein kurzes, dafür aktuelles Dokument zurück, als Berge von Dokumenten vollgepackt mit Floskeln sichten zu müssen, die nach einiger Zeit keiner mehr pflegt, da alle den Überblick verloren haben. Meiner Meinung nach wird dem ganzen Prozess aber sowieso zu viel Bedeutung zugemessen. Klarerweise sollte es gewisse Vorgaben geben, jedoch wie gut die Projektumsetzung tatsächlich klappt, ist vielmehr vom nahtlosen Zusammenspiel der Projektmitarbeiter abhängig. So klappt die Verständigung mit meinen Blutsbrüdern im Unternehmen, den beiden „Ollifanten“, deshalb hervorragend, weil jeder von uns genau weiß, was er zu tun hat und was seine Partner von ihm erwarten. Dazu bedarf es keines festgeschriebenen Prozesses, sondern es herrscht einfach blindes Verständnis darüber, wie man gemeinsam ein Java-Enterprise-System entwickelt. Mit manch anderen Kollegen ist die projektmäßige Zusammenarbeit hingegen eher schwierig, doch diese harmonieren dafür wiederum mit anderen Mitarbeitern blendend. Somit geht es doch eigentlich darum, dass sich Projektgruppen finden, deren Mitglieder von Haus aus eine ähnliche Denkweise an den Tag legen.

Monday, Monday

Nach gut einer Stunde ist das Meeting ohne besonders neue Erkenntnisse vorbei. Höchste Zeit zum Mittagessen! Es geht wie immer zum „Dicken“, einem kleinen Lokal nur wenige Minuten vom Firmengebäude entfernt. Nachdem die mangelnde Bewegung in den letzten Jahren deutliche Spuren hinterlassen hat, soll es heute einmal etwas Gesundes werden: ein Salat mit Putenstreifen. Dieser Vorsatz währt jedoch – genauso wie an den restlichen Tagen – nur bis zum Betreten des Lokals. Das Tagesgericht ist wieder einmal zu verlockend. Aber ab Montag, dann . Gestärkt mit Königsberger Klopse geht es zurück in die Firma. Dort genehmige ich mir noch einen Kaffee und ein Twix. Früher nahm ich noch Obst mit, doch ein findiger Ich-AGler – so vermute ich jedenfalls – machte mir eines Tages einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Er platzierte den mit Süßigkeiten gefüllten „Snack-Bär“ in unserer Betriebsküche, der sich seitdem größter Beliebtheit erfreut. Und nachdem sich bald nur mehr die Obstfliegen über meine Früchte hermachten, stellte ich den Obstkauf gänzlich ein. Aber ab Montag, dann .

You sexy Thing

Für 13:30 Uhr ist eine Infosion angesetzt und wir mutieren erneut, nämlich zur „The Trainings-driven Company“. Es handelt sich bei einer solchen Veranstaltung um eine firmeninterne Fortbildung. Solche Vorträge finden bei uns ungefähr einmal im Monat statt, dauern zwischen 30 und 120 Minuten und behandeln aktuelle IT-Themen. Dieses Mal geht es um CDI. Ich habe dazu ganz im Stile von Mister Bien – nicht zu verwechseln mit dem britischen Komiker – einige wenige Folien vorbereitet, der Rest wird per Coding praktisch erarbeitet.

Die Integration der Dependency Injection in die Java-Enterprise-Plattform kann wahrlich als Meilenstein der Java-Enterprise-Entwicklung bezeichnet werden. Es dauerte ziemlich lange, bis ich mich mit diesem Entwurfsmuster beschäftigte. Wahrscheinlich verschreckte mich als Anhänger des kleinen, aber feinen europäischen Komödienfilms auch, dass im Zusammenhang mit diesem Entwurfsmuster immer vom Hollywood-Prinzip die Rede war. Erst als ich mich mit EJB 3.0 näher auseinandersetzte, erkannte ich das Potenzial der Dependency Injection. Und plötzlich erstrahlte EJB in neuem Licht und war sexy wie nie zuvor. Davor wollten jedenfalls mit diesen Enterprise-Bohnen nur mehr Mitarbeiter mit leicht masochistischer Neigung etwas zu tun haben.

Die Infosion ist bestens gelaufen und alle anwesenden Entwickler waren bei der Livedemo mit Einsatz und Freude bei der Sache. Das hat wirklich Spaß gemacht. Die Vorbereitung dafür war allerdings einigermaßen mühsam oder anders formuliert: Vergessen Sie in Verbindung mit Weld niemals das Anlegen einer beans.xml (selbst wenn diese Datei leer bleibt).

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