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Interview mit Philipp von Gilsa

„Beacons geben unserer digitalen Welt den Zugang zur letzten Dimension: Der direkten Umwelt“

Kypriani Sinaris

Philipp von Gilsa

Beacons sollen unseren Alltag in Zukunft immer stärker beeinflussen: Sie senden Informationen zum Standort, zu Exponaten in Museen oder zu Produkten in einem Geschäft via Bluetooth und vernetzen damit die digitale Welt mit der Wirklichkeit. Anlässlich seiner Session bei der Internet of Things Conference (31. August bis 03. September 2015) in Berlin haben wir uns mit Philipp von Gilsa (Kontakt.io) über die Potentiale der kleinen Sender unterhalten.

JAXenter: In deiner Session auf der IoT Con 2015 sprichst du über die Zukunft von Beacons. Bleiben wir vorerst einmal im Jetzt. Wie verbreitet sind denn derzeit Beacon-Sender bzw. Apps?

Philipp von Gilsa: Die Fakten zuerst. Weltweit sind 1 Millionen+ Beacons im Umlauf. Dies ist jedoch erst der Anfang. Sogar konservative Markteinschätzungen prognostizieren für 2020 Beacons im dreistelligen Millionenbereich. Bei Beacon-fähigen Applikationen ist eine Einschätzung schwieriger. Softwareseitig sind im Moment die Marketing-Szenarien, auch medial bedingt, besonders erfolgreich. Wer unterschiedliche Beacon-Anwendungen in Berlin einmal testen möchte, lädt sich einfach die Barcoo- oder die Berliner-Flughafen-Applikation runter.

JAXenter: Kannst du anhand einiger Beispiele aktuelle Einsatzszenarien der Beacon-Technologie beschreiben?

Philipp von Gilsa: Beacons kommen überall dort zum Einsatz, wo digitale Informationen in Offline-Kontext via Bluetooth gesetzt werden. Im Handel erhalten Kunden automatisiert Produktinformationen am Point of Sale. In Museen zusätzliche digitale Information zu den Exponaten. In Krankenhäusern oder in der Logistik können Gegenstände lokalisiert werden und in der Fertigung ermöglicht der richtige Einsatz passgenaue Informationen zur Nutzung oder Wartung von Maschinen. Softwareseitig gibt es hier fast keine Grenzen. Wichtig ist: Das Interagieren mit den Bluetooth-Signalen passiert passiv, sprich, es muss nicht aktiv gescannt werden.

JAXenter: Potenziale sind also vorhanden – wo siehst du nun aber die Technologie in einigen Jahren?

Philipp von Gilsa: Wer sich dafür interessiert, muss natürlich zum Vortrag kommen. Zusammengefasst: Die Use-Cases werden vielschichtiger, die Hardware intelligenter und die Marktakteure spezialisierter. In ein paar Jahren ist eine flächendeckende Beacon-Infrastruktur Kernbestandteil unserer Umwelt.

JAXenter: Welche Anforderungen bringen großflächige Beacon-Anwendungen mit sich?

Philipp von Gilsa: Softwareseitig ganz klar die Frage, wie sich eine große Infrastruktur managen, sichern und konfigurieren lässt. Wie lässt sich das Kopieren oder der Diebstahl von Beacons vermeiden? Diese Fragen stellt man sich zu Beginn von Beacon-Tests und kleineren Installationen oftmals nicht.

JAXenter: Weshalb sollten sich Entwickler einmal mit Beacons beschäftigen?

Philipp von Gilsa: Weil Beacons unserer digitalen Welt den Zugang zur letzten Dimension geben: Der direkten Umwelt.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Philipp von Gilsa leitet Globale Business Development für Kontakt.io, Weltmarktführer für High-Performance-Beacons. Zuvor baute er für Kontakt.io das Asien-Geschäft aus Peking und Hong Kong heraus auf und erhielt dabei Einblicke in die skurrilsten Beacon-Anwendungsfälle. Vor Kontakt.io arbeitete Philipp im Bereich E-Commerce in Paris und studierte BWL, Kulturwissenschaften und Politikwissenschaften an der Zeppelin Universität, der Peking University und der London School of Economics. Sie finden ihn auf Xing und LinkedIn.

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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