Ballerina 1.0 ist da!

Programmiersprache Ballerina: Cloud-native Sprache macht den Sprung auf Version 1.0

Katharina Degenmann

© Shutterstock / OSTILL is Franck Camhi

Die Programmiersprache Ballerina, die auf Nebenläufigkeit und Integrationsszenarien abzielt, ist noch relativ jung. Doch nun hat die Cloud-native Sprache Version 1.0 erreicht. Wir haben die Features der Major-Version einmal genauer unter die Lupe genommen.

Ballerina wurde bereits Anfang 2017 als Open-Source-Projekt veröffentlicht. Hinter dem quelloffenen Projekt steht das Unternehmen WSO2, das sich mit Ballerina zum Ziel gesetzt hat, die Integration verteilter Systeme in der Anwendungslandschaft zu unterstützen.

Ballerina im Detail

Ballerina ist stark typisiert und da die Sprache als General Purpose Language (GPL) designt wurde, kann mit ihr folglich prinzipiell jede Art von Anwendung konstruiert werden. Natürlich besitzt sie auch ein Modell für die Nebenläufigkeit, das auf dem Konzept der Sequenzdiagramme basiert.

Nutzern soll mit Ballerina vor allem die Entwicklung von Anwendungen erleichtert werden, die sich in Datenquellen, Services und über das Netzwerk verbundene APIs integrieren lassen. Da die Sprache hauptsächlich für Integrationsszenarien erstellt wurde, empfehlen die Designer, sie auch nur dafür zu nutzen – Anwendungsfälle, bei denen es hauptsächlich nicht um die Integration in Services usw. geht, werden nicht empfohlen.

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Die junge Programmiersprache besitzt die native Unterstützung für REST, Swagger, JSON und XML. Außerdem hat Ballerina auch Konnektoren für beliebte Services wie Twitter oder Facebook an Bord. Ein Usecase wäre also zum Beispiel eine Anwendung, die die Top-Tweets zu einem bestimmten Thema sammelt und sie anschließend automatisch in ein Google Spreadsheet einfügt.

Ballerina verfügt über zahlreiche Tools. So besteht sie nicht nur aus der Runtime und der Sprache selbst, sondern etwa auch aus Editor-Plug-ins und Konnektoren. Ebenso gehört ein Composer, der das zentrale Tool für die Programmierung darstellt, mit zum Paket. Neben der Quelltext- und der Design-Ansicht wird nativ auch die Swagger-Ansicht angeboten, der Wechsel zwischen diesen dreien ist zu jeder Zeit möglich. Programme können aus dem Editor heraus auch direkt gestartet und debuggt werden.

Ballerina 1.0: Das ist neu

Mit der neuen Version hat die Programmiersprache ein brandneues Compiler-Backend spendiert bekommen, das vor allem auf die JVM abzielt. Der jBallerina-Compiler erzeugt eine ausführbare JAR-Datei für ein Ballerina-Programm, indem er Ballerina-Code direkt in Java-Bytecode umwandelt. Somit wird durch jBallerina die bisherige Ballerina-Laufzeitimplementierung (BVM) obsolet und aufgehoben. Durch jBallerina verspricht man sich daher deutliche Leistungssteigerungen gegenüber der BVM.

Auch an weiteren Stellen wurde an der Interoperabilität für Java geschraubt. jBallerina ermöglicht den Aufruf von Java-Code durch Ballerina. Überdies können Features von Ballerina auch für andere Projekte und gleichzeitig bestehende Java-Bibliotheken genutzt werden. Das bietet sich vor allem für existierende Projekte an, an denen eventuell schon längere Zeit gearbeitet wurde.

Und auch beim Tooling zeigen sich in Form eines großen Redesigns der Ballerina-Entwicklertools einige Änderungen. So ist beispielsweise ein Ballerina-Formatierungsprogramm mit an Bord, das mithilfe eines CLI-Tools die Formatierung des Quellcodes unterstützt.

Alle weiteren Neuerungen und Änderungen zu Ballerina 1.0 stehen in den Release Notes zum Nachlesen bereit.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
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