Maschinelles Lernen made in China

Baidu stellt Machine Learning Framework PaddlePaddle Open Source

Melanie Feldmann

© Shutterstock.com /  filippo giuliani

Sie alle haben ein Machine Learning Framework in die Open-Source-Welt entlassen: Microsoft, Google, Facebook, Amazon. Jetzt reiht sich auch das chinesische Suchmaschinen-Unternehmen Baidu in diese Riege ein. Das Framework PaddlePaddle soll sich vor allem dadurch auszeichnen, dass es einfacher zu benutzen ist als die Tools der anderen Techgiganten.

PaddlePaddle (PArallel Distributed Deep LEarning) ist eine skalierbare Plattform für Deep Learning. Das Framework unterstützt einen weite Spanne an Architekturen für Neuronale Netze sowie Optimierungsalgorithmen. Die optimierten rückgekoppelten neuronalen Netze kommen auch mit Sequenzen mit variabler Länge zurecht, ohne auf Padding zurückgreifen zu müssen. Um die Hardware voll ausschöpfen zu können, setzt PaddlePaddle auf optimierte mathematische Operationen durch systeminterne Funktionen (SSE und AVX). Systeminterne Funktionen mapt der Compiler direkt in eine Sequenz aus einem oder mehreren Assemblysprachanweisungen. Sie sind effizienter als aufgerufene Funktionen. Außerdem nutzt das Framework BLAS-Bibliotheken. Diese Bibliotheken implementieren elementare Operationen der linearen Algebra wie Vektor- und Matrixmultiplikationen. Auch individuelle CPU oder GPU Kernel werden unterstützt. PaddlePaddle setzt also vor allem auf Schnelligkeit und einfache Skalierbarkeit. Programmieren lässt sich das Framework direkt in C++, es gibt aber auch eine Python Library (PyDataProvider2).

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Was kann PaddlePaddle was andere nicht können?

Baidu behauptet, dass sein Deep Learning Framework schneller und einfacher zu nutzen sei als das der Konkurrenten. „You only need to write 25 percent of code than what you would on some other popular platforms. PaddlePaddle allows you to apply existing models to new problems without worrying [about] the math equations used to implement the model“, erläutert Wei Xu, Leiter des Projekts PaddlePaddle bei Baidu, in einem Interview mit The Verge. Das Framework soll außerdem besonders einsteigerfreundlich für Machine-Learning-Neulinge sein. Nach eigenen Angaben nutzt das Unternehmen PaddlePaddle in über 30 eigenen Anwendungen von Spracherkennung bis zur Vorhersage von Lieferzeiten.

Auf Hackernews hat die Veröffentlichung des Tools zu einer Diskussion darüber geführt, ob sich die Chinesen gegen die amerikanischen Platzhirsche durchsetzen kann. Vor allem Googles Tensorflow steht unter dem Verdacht, dass mehr darüber geredet wird als das es wirklich zum Einsatz kommt. Eine Umfrage will herausfinden, welche Tools wirklich genutzt werden. Als dieser Artikel erstellt wurde, lag Tensorflow bereits deutlich vorne.

PaddlePadde befindet sich zurzeit noch in einer Betaphase. Der volle Release soll am 30. September folgen. Wer das Framework trotzdem schon einmal ausprobieren möchte, findet es in der Pre-Release-Version auf GitHub. Auch einen Installations-Guide gibt es schon. Das Tool steht unter eine Apache-2-Lizenz.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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