Wie Oracle Java ME im Embedded-Bereich wiederbeleben will

Back to the Roots

Kay Glahn
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Nachdem Java ME es nicht geschafft hat, sich über das Feature-Phone-Stadium hinaus auch auf Smartphones zu etablieren, sieht Oracle die Zukunft von Java ME nun im Embedded-Bereich. Außerdem sollen die Plattformen Java SE und Java ME wieder stärker vereinheitlicht werden. Die im Rahmen der diesjährigen JavaOne-Konferenz vorgestellte Early-Access-Version von Java ME 8 gibt einen Vorgeschmack darauf, wo die Reise hingehen soll.

Ursprünglich wurde Java einmal für den Einsatz in Embedded-Geräten wie Set-Top-Boxen entwickelt. Auch die Java-gesteuerte Kaffeemaschine stand einst als Synonym für den Einsatz von Java im Embedded-Bereich. Doch dann hat Java einen Abstecher in den Browser und auf den Desktop gemacht, um sich letztendlich auf den Servern dieser Welt als feste Größe zu etablieren. Mit Java ME hat Java zwar bereits früher wieder in die mobile Welt zurückgefunden, nämlich vor allem auf inzwischen drei Milliarden Mobiltelefonen, doch dem aktuell hierzulande herrschendem Trendwechsel – weg vom Feature-Phone und hin zum Smartphone – konnte Java ME nicht schnell genug folgen. Plattformen wie iOS und Android konnten hier wesentlich schneller auf aktuelle Marktanforderungen reagieren. Obwohl Java ME auf Feature-Phones immer noch eine bedeutende Rolle spielt, sind die Tage von Java ME auf dem Handy gezählt, denn Geräte dieser Gattung, die unterhalb der Smartphonekategorie liegen, werden immer weniger.

Ganz anders sieht es in der Embedded-Welt aus. Hier ist Java ebenfalls schon seit Jahren von der breiten Masse kaum bemerkt sowohl in Form von Java SE als auch Java ME im Einsatz. Im Gegensatz zu den Feature-Phones weist der Embedded-Markt ein erhebliches Wachstumspotenzial auf. Denn das Internet of Things (IoT), bei dem die Maschine-to-Maschine (M2M) Communication eine wichtige Rolle spielt, dringt in immer mehr Bereiche des Alltags vor. Dies hat auch Oracle erkannt und hat bereits in den letzten Jahren den Fokus von Java ME verstärkt auf den Embedded-Bereich verlegt. Im Rahmen der diesjährigen JavaOne in San Francisco wurde diese Neuausrichtung noch einmal unterstrichen. Man möchte Java zur Sprache des Internet of Things machen und damit eine komplette End-to-End-Plattform für M2M-Kommunikation basierend auf Java anbieten.

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Kay Glahn
Kay Glahn
Kay Glahn ist unabhängiger Technologieberater mit den Schwerpunkten mobile Applications und Services. Er berät internationale Kunden bei der Umsetzung von Projekten im Mobile-Bereich.
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