Automatisierung von Modell-Migrationen - JAXenter

Automatisierung von Modell-Migrationen

JAXenter: Von wem wurde die initiale Codebasis des Projektes entwickelt – und wer entwickelt das Projekt nun weiter?

Markus Herrmannsdörfer: Der operationsbasierte Ansatz von Edapt stammt von dem Projekt COPE. Die erste Version von COPE habe ich im Rahmen meiner Diplomarbeit im Jahr 2007 entwickelt. Während meiner Promotion an der TU München habe ich kontinuierlich daran weitergearbeitet. COPE wurde schon in einigen Projekten hier an der Universität eingesetzt. Es gibt auch bereits einige wissenschaftliche Veröffentlichungen über COPE und die damit durchgeführten Fallstudien.

Da ich einige Anfragen zu COPE bekommen habe, habe ich mich entschieden, es Eclipse zu übergeben. Deswegen habe ich zusammen mit Moritz Eysholdt das Projekt Edapt beantragt. Moritz will den zustandsbasierten Ansatz für Edapt implementieren, bei dem die Migration von zwei Versionen des Ecore-Modells abgeleitet wird.

JAXenter: Wie sehen Sie den Eclipse-Modeling-Bereich allgemein? Vor welchen Herausforderungen steht Eclipse Modeling?

Markus Herrmannsdörfer: Das Eclipse Modeling Project hat sich als Standard zur Entwicklung von Modellierungssprachen etabliert. Dank der vielen Subprojekte gibt es momentan sehr gute Unterstützung, eine erste Version der Modellierungssprache zu entwickeln. Allerdings gibt es aus meiner Sicht zwei große Herausforderungen, die das Eclipse Modeling Project in nächster Zeit zu bewältigen hat.

Erstens müssen die verschiedenen Subprojekte des Eclipse Modeling Project besser integriert werden. Viele der Projekte sind unabhängig voneinander entstanden und deshalb nicht nahtlos aneinander angebunden. Das erschwert wiederum die Entwicklung von Modellierungssprachen und gefährdet somit den breiten Einsatz des Eclipse Modeling Project in der Praxis.

Zweitens muss es mehr Unterstützung für die Wartung von Modellierungssprachen geben. Bisher hat man sich immer auf die Unterstützung der Initialentwicklung von Modellierungssprachen konzentriert. Da aber immer mehr Sprachen gebaut werden, gibt es auch immer mehr Sprachen, die potentiell Änderungen unterworfen sind. Die Werkzeugunterstützung für die Wartung von Modellierungssprachen ist aber leider noch nicht ausgereift genug oder erst gar nicht vorhanden.

JAXenter: Was sind die nächsten Schritte für Edapt?

Markus Herrmannsdörfer: Mittlerweile ist COPE durch den Eclipse IP Process durch. Als nächsten Schritt werde ich COPE im Eclipse SVN zur Verfügung stellen. Außerdem soll die Webseite von COPE nach Eclipse migriert werden.

Längerfristig möchte ich Edapt weiter ausbauen, um die Wartung von Modellierungssprachen besser zu unterstützen. D.h. es soll nicht nur die Migration von Modellen automatisiert werden, sondern auch die Migration von anderen Artefakten wie z.B. Templates zur Codegenerierung.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Markus Herrmannsdörfer promoviert am Lehrstuhl für Software und Systems Engineering von Prof. Broy an der Technischen Universität München. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Model Driven Software Development, insbesondere mit Eclipse Modeling Technologien. Im Rahmen seiner Dissertation hat er sich auf das Thema Modell-Migration spezialisiert. Dabei ist das Werkzeug COPE entstanden, das in dem von ihm geleiteten Eclipse Project Edapt aufgehen soll.
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