Java Magazin 9.14

Umfang: 116 Seiten

Erhältlich ab: 2014-08-06 00:00:00

Autoren: Richard Attermeyer, Rakia Ben Sassi, Peter Friese, Phillip Ghadir, Christian Grobmeier, Arno Haase, Peter Hruschka, Denny Israel, Jürgen Lampe, Arne Limburg, Željko Marković, Marco Metzen, Florian Müller, Michael Müller, Lars Pfannenschmidt, Dr. Lukas Pustina, Lars Röwekamp, Sven Ruppert, Rene Schneider, Gernot Starke

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Magazin

News

Bücher: Big Data für IT-Entscheider

Bücher: Einführung in Apache Solr

Java Core

Wolf im Schafspelz?
Java-Annotationen und Software-Engineering
Jürgen Lampe

Kolumne: Java-Trickkiste
Pleiten, Pech und Pannen mit Threads
Arno Haase

Java 8 Streams
Pattern-Migration und Best Practices
Sven Ruppert

Titelthema

Docker
System-Level-Virtualisierung für Linux
Dr. Lukas Pustina

Walgesang
Docker und die Community
Claudia Fröhling und Hartmut Schlosser

Web

Swookiee
Eine JVM Runtime für REST Services
Lars Pfannenschmidt

AngularJS ganz einfach
JIRA REST Client mit AngularJS
Rakia Ben Sassi

Enterprise

Kolumne: EnterpriseTales
Java 8 und Enterprise – Teil 4: Repeatable Annotations in Java EE
Lars Röwekamp und Arne Limburg

Tutorial

JavaFX zum Mitnehmen, bitte!
Tutorial zur Erstellung ausführbarer JavaFX-Anwendungen
Denny Israel

Architektur

Zertizierung für Fortgeschrittene
iSAQB CPSA-A (Advanced)
Phillip Ghadir und Gernot Starke

Kolumne: Knigge für Softwarearchitekten
Die Gegner
Peter Hruschka und Gernot Starke

Cloud Computing

Flexible Unternehmens-IT
PaaS als eine unternehmensweite Dienstleistung
Marco Metzen

Agile

Zeig mir deinen Code!
Codereviewprozesse und die Commit Stage
Richard Attermeyer

Damit die Kasse stimmt
Testautomatisierungsframework „Integrity“
Rene Schneider

Agile Testautomatisierung
JBehave und Selenium für Fortgeschrittene
Željko Markovic

Android360

RESTful Services und Android
Frühlingsgefühle
Florian Müller

Android am Arm
Android Wear – Ein Überblick
Peter Friese

Android „L“ for „Life“
Googles neues Betriebssystem
Lars Röwekamp und Arne Limburg

Embedded

M2M Minutes

Software ohne Lizenz: Der Anfang vom Ende der Open-Source-Ära?

Gut sechs Jahre ist es her, dass drei nerdige Entwickler aus San Francisco den Hostingdienst GitHub mit Ruby on Rails und Erlang aus der Taufe hoben und zum erfolgreichen Geschäftsmodell machten. Seitdem hat das Prinzip des Social Coding die Entwicklerwelt im Sturm erobert und Millionen Nutzer angezogen. Der Erfolg von GitHub brachte ein neues Phänomen hervor: Software ohne Lizenz. Denn 85 Prozent der auf GitHub gehosteten Projekte haben keine dedizierte Lizenz. Sehen wir hier (mal wieder) das Ende des Open-Source-Zeitalters herannahen?

Open Source in die Jahre gekommen?

Es ist mehr als zwei Jahrzehnte her, dass kluge Köpfe wie Richard Stallman oder Linus Torvalds den Grundstein für Open-Source-Software gelegt haben. Der Begriff „Open Source“ existiert seit 1998 und ist wie so vieles in unserer Welt eigentlich ein Marketing-Clou.

Zu Beginn war Open-Source-Software meist eine nachgebaute kostenlose Version eines ansonsten nur kommerziell erhältlichen Produkts. Heutzutage werden Open-Source-Technologien um ihrer selbst willen entwickelt, oder aber Start-ups bauen ihre Anwendungen und Technologien komplett auf bereits existierenden OS-Projekten auf.

Wo ist das Problem?

Bereits 2012 brachte James Governor mit einem Tweet das „Problem“ der GitHub-Generation zur Sprache:

tweet monkchips

Von diesem Tweet und der dadurch angestoßenen Diskussion inspiriert, prüfte Aaron Williamson vom Software Freedom Law Center über 1,5 Millionen Git-Hub Repositories und fand dort gerade einmal 219000 Repositories, die eine Softwarelizenz für den gehosteten Code angaben – 14,9 Prozent. Aber selbst unter diesen 14 Prozent waren nicht alle Lizenzangaben vollständig oder rechtlich gesehen zulässig.

Lizenz? tl;dr!

Ein vor Kurzem erschienener Beitrag auf Javaworld. com sieht hier einen Trend unter jungen Entwicklern, den nächsten logischen Schritt zu gehen: Wenn eine freizügige Open-Source-Lizenz etwas Gutes ist, dann muss eine Software ohne jegliche Lizenz noch besser sein? Offen bleibt dabei die Frage, ob junge Entwickler heute einfach keinen Bezug mehr zu den teilweise verwirrenden Regeln der unterschiedlichen Softwarelizenzen herstellen können (Stichwort: tl;dr). Um dem entgegenzuwirken, hatte GitHub choosealicense.com gelauncht, die einen mit „Choosing an OSS license doesn’t need to be scary“ in großen Lettern begrüßt.

Auf dieser Seite, etwas versteckt, findet sich dann auch die Erklärung für das zugrunde liegende Problem: Das Fehlen einer Lizenz bedeutet im Umkehrschluss nämlich, dass die generellen Copyrightgesetze gelten. Diese bestimmen, dass der Entwickler der Software (oder sein Arbeitgeber) alle Rechte am Code hat und kein anderer Entwickler ohne Erlaubnis berechtigt ist, den Code zu forken und weiterzuentwickeln. Denn Software ist geistiges Eigentum (Intellectual Property, kurz IP).

The Bigger Picture

Bei all der Schwarzmalerei sollten wir aber nicht davon ausgehen, dass die GitHub Repositories das Ende des Open-Source-Zeitalters einläuten. Open Source hat Konjunktur: „Weshalb sonst würden Unternehmen wie SAP auf quelloffene Technologien wie Eclipse Virgo oder Eclipse Orion setzen? Und weshalb sonst würden Hazelcast oder Hortonworks, die sich ganz auf Open-Source-Technologien spezialisiert haben, großzügige Finanzspritzen erhalten …“, schrieb Diana Kupfer in ihrem Heartbleed-Kommentar auf JAXenter. Erst im April hatten wir sechs Gründe vorgestellt, warum wir gerade im goldenen Open-Source-Zeitalter leben.

Open Source entsteht aber nicht aus dem Nichts und reguliert sich auch nicht selbst. Es braucht Aufklärung und Pege. Und das sollten wir nach fünfzehn Jahren Open-Source-Erfahrung auch eigentlich schon gelernt haben.

Claudia Fröhling, Redakteurin

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