Java Magazin 2.14

Umfang: 114 Seiten

Erhältlich ab: 2014-01-08 00:00:00

Autoren: Frank Bruns, Stephan Elter, Johannes Fiala, Oliver Fischer, Uwe Friedrichsen, Arno Haase, Daniel Huchthausen, Michael Hunger, Peter Hruschka, Stefan Kallinich, Klaus Kreft, Michael Kuhn, Angelika Langer, Arne Limburg, Bernhard Löwenstein, Jochen Mader, Christian Meder, Michael Müller, Jan Peuker, Florian Pirchner, Frank Redlich, Christian Robert, Lars Röwekamp, Jens Schumann, Hans Schuster, Gernot Starke, Nataliya Wierts, Eberhard Wolff, Oliver Zeigermann, Stefan Zörner

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Magazin

News

Bücher:
Agilität in der IT

Bücher:
JavaScript für Java-Entwickler

Kaffeesatz lesen – Best of Java 2013
Wichtige Meilensteine des Java-Jahres 2013

Java Core

Effective Java: Interfaces
Default-Methoden und statische Methoden in Interfaces
Klaus Kreft und Angelika Langer

OSGi – Provisioning
Bundles automatisch installieren
Florian Pirchner

Tutorial

Produktiv mit Graphen
Hilfreiche Informationen rund um den produktiven Einsatz von Neo4j
Michael Hunger

Enterprise

RESTlos glückliches REST-Testen
REST-Anwendungen mit REST-assured testen
Oliver B. Fischer

Kolumne: EnterpriseTales
GlassFish-Support: eine strategische Entscheidung und die Konsequenzen
Jens Schumann

Web

Klein, aber oho
Little’s Law als Werkzeug zur Analyse von Webanwendungen
Michael Kuhn

Continuous Integration mit Liferay 6.1
Lean back and enjoy!
Nataliya Wierts

Datenbanken

Redis – klein und universell
Mehr als eine NoSQL-Datenbank
Eberhard Wolff

Suche mit anderen Augen
Elasticsearch unter NoSQL-Gesichtspunkten
Bernhard Pflugfelder und Christian Meder

Tools

Push IT to the Stars
Softwareentwicklung mit dem SCM-Manager Universe
Daniel Huchthausen

Auszug in die weite Welt
Projekte in Maven Central verfügbar machen
Christian Robert

Agile

Testautomation leicht gemacht
Automatisches Testen von Soap- und REST-Services mit SoapUI, Maven und Jenkins
Johannes Fiala

Architektur

Architekturkonzepte in Spring
Modularität als Tugend
Jochen Mader

Kolumne: Knigge für Softwarearchitekten
Der Fahnder – Teil 3
Peter Hruschka und Gernot Starke

Das Meta macht den Unterschied
Individuelle Lösung und Wiederverwendbarkeit unter einem Dach
Dr. Hans Schuster, Frank Redlich und Stefan Kallinich

Retrospektive

JSF vs. Struts
Bernhard Löwenstein

Android360

Speicherschonender Schokoriegel
Was es mit dem Project Svelte in Android KitKat auf sich hat
Lars Röwekamp und Arne Limburg

A Fish gets physical
Technische Herausforderungen in der mobilen Spieleentwicklung am Beispiel der App Hungry Archie
Frank Bruns

Scala: Prügelknabe der Nation?

Was wäre unsere geliebte Java-Community ohne gelegentliche kleine Aufreger? Pünktlich zum 1. Advent hatte Giles Alexander von ThoughtWorks einen viel beachteten Blogpost zu Scala verfasst: „Scala – 1 Star Would Not Program Again“ (http://bit.ly/1dOQGbO). Damit ist er wahrlich nicht der erste, der auf diese Idee kommt (siehe z. B. http://yz.mit.edu/wp/true-scala-complexity/). Giles Alexander greift Scala von mehreren Seiten an: Die Compile-Zeit sei zu lange, Scala sei eine unzugängliche Sprache, habe eine komplizierte Syntax etc. Interessant ist im Nachgang, dass nicht so sehr die Argumente unter die Lupe genommen und widerlegt werden, sondern dass sich Scala-Begründer Martin Odersky die Sinnfrage stellt, warum ausgerechnet „seine“ Sprache immer Zielscheibe dieser Rants wird; so geschehen in der Scala-Mailing-Liste (http://bit.ly/19DVc5I). Odersky sieht kaum noch eine Woche verstreichen, in der keine Kritik an Scala geäußert wird. Besonders erstaunt ist er aber darüber, dass diese negativ konnotierten Blogposts auf Reddit und Hacker News so viele Upvotes erhalten.

The Price of Success?

Wenn es stimmt, dass Scala stärker kritisiert wird als z. B. Ruby, Groovy oder Clojure – woran kann es liegen? Ist es vielleicht einfach nur Beweis für die Popularität von Scala, was unterm Strich als Erfolg zu verbuchen ist? Der Kommentator Simon Ochsenreither ist sich da sicher: „It’s the price of success.“ Je stärker die Verbreitung einer Sprache, desto bedrohter fühlen sich die angrenzenden Communitys, die ihren eigenen Einfluss schwinden sehen. Davon ist auch Martin selbst überzeugt: „Kotlin wird nicht kritisiert, weil es keine Gefahr für andere Communitys darstellt“ schreibt er selbst in der Mailingliste. Vielleicht steckt in all den Blogposts ja auch ein Fünkchen Wahrheit, das sich Martin Odersky bzw. Typesafe zu Herzen nehmen sollte. In der Mailingliste gibt es viele konstruktive Änderungsvorschläge, beispielsweise die Frage nach der Dokumentation. Es sei schwer, zu speziellen Scala-Themen schnell und einfach online Hilfe zu finden, kommentiert ein Entwickler. Odersky gibt ihm recht, es sei schwer, die richtigen Leute für eine gute Dokumentation zu finden. Und wer sollte das bezahlen, fragt er? Vielleicht wäre Typesafe hier der erste Anlaufpunkt für Budgetfragen.

Scala, die Laborratte?

Odersky erwähnt selbst in seinem ursprünglichen Beitrag, dass Scala keine traditionelle Community habe, dass Scala der „tribal factor“ fehle. Vielleicht liegt auch hier der Hund begraben. Scala kommt von seinem Ursprung her aus der universitären Welt, ist sozusagen ein „Laborprodukt“ der EPF (École polytechnique fédéral) in Lausanne, an der Martin Odersky seit Ende der Neunziger mit der Sprache experimentierte. Damit zusammen hängt eventuell auch die oft kritisierte steile Lernkurve von Scala. Ein Kommentator in der Mailingliste bemerkt, dass eine Sprache wie Go im Netz so viele Erfolge feiert, weil sie auf den ersten Blick so einfach zu verstehen ist.

Fehlt Scala die Killer-App?

Michael Johann hat in seinem Kommentar auf JAXenter (http://bit.ly/1fmkZnA) noch einen anderen wichtigen Punkt angebracht: „Die JVM ist ohne Frage bis heute und weit in die Zukunft eine stabile und nutzenswerte Runtime, die sich praktisch alle ernst zu nehmenden ‚neuen’ Sprachen zu Nutze macht. Also könnte man auch sagen, dass die Killer-App von Java bis heute eigentlich die JVM ist.
Ruby gab es noch vor Java, aber interessiert hat das lange Zeit wirklich niemanden. Die ‚Killer-App’ von Ruby ist das Webframework Ruby on Rails und speziell in der JVM-Fassung JRuby fand Ruby eine stabile Verbreitung. Auch hier wurden immer wieder die Community und die Rubyisten angegriffen, als die Popularität signifikant anstieg.“ Bei Scala dagegen wurde primär eine Sprache entwickelt, die „Killer-App“ fehlt noch, konkludiert Michael Johann. „Die Häme und den Widerstand bekommt Scala, weil es allerorts gepusht wird, aber niemand versteht, was man damit machen soll. Zudem fällt einem Einsteiger nicht gleich die Sprache in den Schoß“, so Johann. Sein Text hat eine erneute Diskussion in den Kommentaren auf JAXenter entfacht, die sehr interessant zu beobachten ist. Schauen Sie mal vorbei, diskutieren Sie mit!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in das neue Jahr 2014!

Claudia Fröhling, Redakteurin