Java Magazin 10.18

Umfang: 100 Seiten

Erhältlich ab: 05.09.2018

Autoren: Dr. Mahmoud Rahbar Azad, Olena Bochkor, Konstantin Diener, Johannes Dienst, Dirk Dorsch, Uwe Friederichsen, Tam Hanna, Dr. Heinz Kabutz, Dr. Veikko Krypczyk, Arne Limburg, Wolf-Dieter Roth, Niko Köbler, Manfred Steyer, Albert Tregnaghi, Lars Vogel, Eberhard Wolff

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Magazin

News

Bücher: Grundlagen des modularen Softwareentwurfs

Sag mal …
Erst kommt das Fressen, dann die Moral
Carina Schipper und Niko Köbler

Java Core

Wo der Unterschied liegt
„try-with-resource” in Plain Java
Dr. Heinz Kabutz

Enterprise

Kolumne: EnterpriseTales
Woher des Wegs – Tracing in Enterprise Java
Arne Limburg

Titelthema

Gegen den Trend
Ein Plädoyer für mehr ganzheitliche Architekturarbeit in der IT
Uwe Friedrichsen

Microservices – oder doch nicht?
Alternativen zum Hype
Eberhard Wolff

Tools

Ausnahmen sind die Regel
Exception Handling für APIs und Web-Apps mit Spring MVC
Dirk Dorsch

Automatisiertes Diagramm
Mit yFiles for Java Prozesse visualisieren
Wolf-Dieter Roth

Kolumne: Lagebericht Eclipse-IDE
Technische Dokumentation mit AsciiDoc, Gradle und Eclipse
Lars Vogel und Albert Tregnaghi

Cloud Computing

Die Route der Steuermänner
Kubernetes auf dem Weg zum Cloud-Operating-System
Dr. Mahmoud Rahbar Azad

DevOps

Kolumne: DevOps Stories
Nichts als Experimente: Wie agile Changeprozesse funktionieren (können)
Konstantin Diener

Web

Kolumne: Die Angular-Abenteuer
Angular, Vue.js und Co. friedlich vereint? Flexible Clientarchitekturen mit Web Components und Micro Apps
Manfred Steyer

Das drahtlose Ding
RFID-Karten mit Android Things einlesen
Tam Hanna

Von der Idee bis zum Store
Teil 2: Das User Interface entwerfen
Olena Bochkor und Dr. Veikko Krypczyk

Neue Schule der Softwarearchitektur

Softwareentwicklung war schon immer ein Unterfangen voller Fallstricke und Risiken: Missverständnisse allerorten, unzulängliche Technologien, unzuverlässige Systeme, unser Fassungsvermögen übersteigende Komplexitätsgrade in Projekten – das alles macht uns das Leben zur Hölle. „Herr, lass Struktur vom Himmel regnen“, dürfte so manches Stoßgebet von Projektverantwortlichen erklungen sein, wenn wieder mal zehntausende Lines of Code in die Tonne gehauen werden mussten, weil sie keinerlei Kundennutzen brachten.

Ende der 1990er Jahre zog man daraus die Konsequenz: Der Softwarearchitekt sollte als General auf dem Feldherrenhügel mittels rigider Vorgaben Ordnung ins Chaos bringen. Entwickler sollten den Plan möglichst detailliert „ausimplementieren“ und dabei so wenig Fragen wie möglich stellen. Nebenbei passte dieses Narrativ hervorragend zur damals verbreiteten Offshore-Euphorie: Wenn sowieso alle Entscheidungen von der obersten Generalität getroffen werden, können wir das eigentliche Coden ja gleich in die Billiglohnländer exportieren.

Doch dann kam Agile. Viele Teams, die unter Berücksichtigung agiler Prinzipien und Spielregeln arbeiteten, produzierten seitdem nachweislich besseren Code in kürzerer Zeit und erhöhten den Kundennutzen deutlich. In einer Art Bildersturm, bewaffnet mit Post-its, verjagten die Agilisten den ehemals allmächtigen Architekten aus ihren Projekten. Architekturentscheidungen wurden fortan „emergent“ und innerhalb weitgehend autonom agierender Teams getroffen.

Unsere heutige Welt ist indes von starken Einflüssen durch Globalisierung und Digitalisierung geprägt. Das verändert die Märkte und mithin auch die Softwareentwicklung fundamental. Diesen Wandel beschreibt Uwe Friedrichsen in unserem Leitartikel ab Seite 24 sehr pointiert. Er lotet außerdem aus, welche Aufgabenfelder auf die Architekten „neuer Schule“ warten und vor allem, welche Wirkungen man sich von ihnen erhofft.

Ganz nebenbei liefert der Text die Einsicht, dass mit der „Digitalen Transformation“ selbstverständlich nicht der Einsatz irgendwelcher Drohnen oder iPads gemeint ist, während sich ansonsten nichts verändert. Diese Anmerkung erlaube ich mir, weil von Politik- und Medienseite viel zu oft so getan wird, als ob das Auswechseln analoger Werkzeuge durch digitale schon die Antwort sei. Vielmehr beschreibt Digitalisierung einen Prozess, der auf einer Erkenntnis basiert und somit im Kopf stattfindet.

Die „Neue Schule der Softwarearchitektur“ liegt demgemäß irgendwo jenseits des Feldherrenhügels und der Leerstelle, die das Verschwinden der Architekturrolle in klassischen agilen Teams hinterlassen hatte.

Viel Spaß und Erkenntnis bei der Lektüre des aktuellen Magazins wünscht:

Sebastian Meyen | Chefredakteur
Twitter: @JavaMagazin