Eclipse Magazin 3.16

Umfang: 100

Erhältlich ab: 18/03/2016

Autoren: Lars Vogel, Simon Scholz, Jens Schauder, Derek Baum, Tom Schindl, Florian Pirchner, Klemens Edler, Markus Duft, Sven Efftinge, Dr. Jan Köhnlein, Ekkehard Gentz, Elke Stepper, Alexandra Schladebeck, Thomas Garus, Michael Buchholz, Jochen Scheib, Jeroen Laverman, Marco Wagner, Olaf Weinmann, Tam Hanna, Michael Hirsch, Kai Zimmermann

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Highlights der Ausgabe

DSLs mit Xtext: Programmieren Sie noch – oder modellieren Sie schon?

Strukturieren und verifizieren: Packageabhängigkeiten mit Degraph managen

Entwicklung verteilter Anwendungen mit CDO: Teil 1: Über Vorteile, Fallstricke und Lösungsansätze

Zwei-Schicht++-Architektur: Migration einer Zwei-Schichten-Anwendung auf drei Schichten

Plattform

Kolumne: Lagebericht Eclipse-Plattform
Eclipse Neon Milestone 5
Lars Vogel und Simon Scholz

Tools

Strukturieren und verifizieren
Packageabhängigkeiten mit Degraph managen
Jens Schauder

Modularität, Container und Microservices
OSGi μServices im Zusammenspiel mit Docker
Derek Baum

Development

Editoren mit JavaFX und Eclipse Text
Advanced Features
Tom Schindl

Kolumne: EclipseHints
Eclipse Micro Use Cases
Florian Pirchner und Klemens Edler

Large Scale
Eclipse-Umgebungen skalieren
Markus Duft

Titelthema

„Mit TypeFox haben wir nun zwei Unternehmen, die Xtext weiterführen wollen“
Sven Efftinge über Ursprung und Zukunft von Xtext

Wie DSLs die Welt erobern
Domänenspezifische Sprachen zur Rettung
Sven Efftinge

Xtexts neuer Generator
Xtext 2.9 in Aktion
Dr. Jan Köhnlein

Xtend beyond Java: DSL für Business-Apps
Teil 3: Xtext und Xtend als Basis von mobaDSL
Ekkehard Gentz

Eine DSL für Mobile Business Applications
Das Konzept der mobaDSL
Klemens Edler und Florian Pirchner

Modeling

Entwicklung verteilter Anwendungen mit CDO
Teil 1: Über Vorteile, Fallstricke und Lösungsansätze
Eike Stepper

Testen

Testperspektiven
Der Project Quality Day auf der EclipseCon Europe
Alexandra Schladebeck

Testautomatisierung – ein Strukturansatz
Use Case Coverage
Thomas Garus

RCP

Zwei-Schicht++-Architektur
Migration einer Zwei-Schicht-Anwendung auf drei Schichten
Michael Buchholz

Internet of Things

Eclipse Vorto
Interoperabilität für das Internet der Dinge
Jochen Scheib, Jeroen Laverman, Marco Wagner und Olaf Weinmann

Mikrocontroller für das IoT
Teil 5: Grafik, Marke, Eigenbau
Tam Hanna

Eclipse hawkBit
Softwareupdate im Internet der Dinge
Michael Hirsch und Kai Zimmermann

Built to Last

Nizza im November 2001. Eine Schar europäischer IT-Journalisten wird von IBM zu einer Weltpremiere eingeladen. Worum es sich handelt, ist streng geheim. Das Aufgebot hochrangiger Manager, die Big Blue in sein idyllisch gelegenes Office auftreten lässt, beachtlich. Und dann die feierliche Ankündigung: Die komplette „IBM WebSphere Workbench“, ein Softwareframework zur Integration verschiedener Tools unter einem Dach, wird Open Source. Es ist die Geburtsstunde von Eclipse.

Die Software ist in Java geschrieben, wenngleich ihr User Interface nicht auf den damals gängigen Java-Techniken AWT oder Swing basiert. Das Standard Widget Toolkit (SWT), das IBM mit Eclipse in den Weinbergen von Nizza der Weltöffentlichkeit vorstellt, bricht mit dem Java-Standard – eine pragmatische Entscheidung, nicht auf den schlecht gemachten Java-GUI-Standard zu setzen; ein Affront gegenüber Sun Microsystems, die sich für die Reinheit der Java-Lehre einsetzte und erst wenige Jahre zuvor Microsoft wegen ihrer Windows Foundation Classes (WFC) mit juristischen Mitteln aus der Java-Gemeinschaft hinausjagte.

Microsoft zog sich in der Folge komplett aus Java zurück und entwickelte seinen eigenen Gegenentwurf: .NET. IBM mit seinem SWT ließen die Sun-Manager indessen gewähren, wenngleich sie etwas säuerlich auf die Namensgebung reagierten (Eclipse = Sonnenfinsternis).

Wir beim Java Magazin jedenfalls waren rasch von dem neuen Eclipse-Framework begeistert und widmeten ihm gleich einen umfangreichen Schwerpunkt im nächsten Heft. Und weil wir von Anfang an von dem enormen Potenzial der Open-Source-Technologie überzeugt waren, behielten wir Eclipse von da an stets im Auge und würdigten es ausführlich und immer wieder in unserem Magazin.

Die Geburt des Eclipse Magazins

Wenige Jahre danach erschien mit Eclipse 3.0 eine überarbeitete Fassung des Frameworks, mit verbessertem Plug-in-System und OSGi als grundlegender Technologie. Außerdem erhielt das User Interface einen neuen Look, von Designern nach fortschrittlichen Ergonomiekonzepten gestaltet.

Auf unserer JAX-Konferenz stellte Erich Gamma, Chefentwickler und Eclipse-Visionär, in gleich zwei Keynotes die wichtigen Änderungen vor, und das Publikum war begeistert. Ich erinnere mich noch genau, wie Erich und ich am Ende seines Vortrags und noch auf der Bühne vereinbarten, gemeinsam eine groß angelegte Artikelstrecke über die Neuerungen zu veröffentlichen …

Aus dieser initialen Idee wurde nur wenige Monate danach das erste Eclipse Magazin. Praktisch das gesamte Core-Development-Team aus Zürich war unter den Autoren, plus weitere Eclipse-Experten.

Und die Marktresonanz war euphorisch! Eclipse lieferte, damals vorwiegend noch als Entwicklungsumgebung betrachtet, die längst fällige Modernisierung und stellte alle Werkzeuge, die es seinerzeit gab, in seinen Schatten. Mit der Generation 3.0 war Eclipse aber zu einer generischen Plattform geworden, deren populärster Anwendungsfall zwar die Java-IDE war, die aber jenseits dessen als generische Plattform für verschiedenste Anwendungsfälle reüssieren sollte.

Diesen Plattformcharakter herauszuarbeiten, mit überzeugenden Beispielen verständlich zu machen und die Beschaffenheit der ständig wachsenden Eclipse-Community zu beschreiben, das hatten wir uns mit dem Eclipse Magazin vorgenommen. Und natürlich gab es Ausgabe für Ausgabe auch jede Menge Code, Tutorials und praktische Beispiele.

Time to say goodbye

Dies ereignete sich vor zwölf Jahren, und seitdem haben wir über 60 Ausgaben des Eclipse Magazins herausgebracht. Und jetzt kommt die traurige Nachricht: Die vorliegende Ausgabe ist die letzte Ausgabe des Eclipse Magazins. Als Redakteure hätten wir uns gewünscht, weiterzumachen, aber die Zeitschrift ist nicht mehr wirtschaftlich. Eclipse – so breit auch das Spektrum der Aktivitäten in der Community ist – stellt keinen hinreichend breiten Markt für ein solches Printmedium mehr dar; zumal in der heutigen Zeit, wo Print mit so vielen weiteren digitalen Kanälen, nicht zuletzt dem kostenfreien Internet, konkurriert.

So, wie das Eclipse Magazin einst aus dem Java Magazin hervorgegangen war, werden die Eclipse-Themen von nun an wieder im Java Magazin ihre Heimat haben. Wir werden die Eclipse-Szene natürlich weiterhin im Auge behalten und Sie über spannende Entwicklungen informieren, wenn auch in geringerem Umfang als bisher.

So ist die Zeit gekommen, uns für zwölf phantastische Jahre zu bedanken, die Sie uns die Treue geschenkt haben, unsere Beiträge gelesen und Feedback gegeben haben. Es ist auch die Zeit gekommen, uns bei den vielen Autoren, die über die Jahre im Eclipse Magazin geschrieben haben, für die tolle Zusammenarbeit und die inspirierenden Ideen und Diskussionen zu bedanken!

Die Eclipse-Reise geht weiter

Die Eclipse-Reise hatte schon begonnen, bevor das Magazin erstmalig erschien, und sie wird noch viele Jahre weiter reisen. „Built to Last“ lautete das Motto von Erich Gamma bei dem Entwurf der Eclipse-Plattform, und sein Plan ist aufgegangen: in einer Epoche dynamischer Veränderungen einen Rahmen zu schaffen, der zugleich Kontinuität und Anpassbarkeit repräsentiert.

Schon 2010 öffnete die Eclipse Foundation übrigens ihre Tore für Projekte, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der ursprünglichen Kernplattform stehen. Genauso wie bei der Apache Foundation siedelten sich bei Eclipse in der Folge allgemeine Open-Source-Projekte wie Orion, Vert.x, Che oder gar Programmiersprachen wie Golo an, die sich rein vom Eclipse Way, der lebendigen Community oder der Enterprise-freundlichen EPL (Eclipse Public Licence) angezogen fühlen.

Die Bahn war damit auch für Projekte aus dem Bereich des Internets der Dinge frei, die mittlerweile ein kleines Ökosystem für sich bei Eclipse bilden: Kura, Koneki, Paho, Concierge, Mihini oder die in dieser Ausgabe vorgestellten Projekte Vorto und hawkBit. Gerade am Beispiel IoT sieht man gut, wie erfolgreich es der Foundation mittlerweile gelingt, verschiedene Industrieplayer an einen Tisch zu holen, um an gemeinsamen quelloffenen Lösungen zu arbeiten. Oder – spannend – sich dem bisher ungelösten Problem anzunehmen, wie sich für die tendenziell schnelllebigen Open-Source-Projekte Supportzyklen von mehreren Jahren, ja Jahrzehnten garantieren lassen, wie sie etwa in der Luftfahrt notwendig sind (Stichwort: Longterm-Support).

Dass bei diesen neuen Bestrebungen die eigentliche Kernplattform aus dem Blick geraten könnte, war in den jüngsten Diskussionen ein häufig geäußertes Bedenken. Durch das so genannte Tragedy-of-Commons-Problem, nach dem ein gemeinsam genutztes Gut verkommt, wenn sich niemand mehr für dessen Pflege verantwortlich fühlt, schien die Eclipse-Plattform gegenüber IDE-Konkurrenten wie IntelliJ IDEA oder NetBeans ins Hintertreffen zu geraten. Funktionskohärenz, Usability und Stabilität lassen sich bei zentral gesteuerten Produkten eben leichter erzielen als bei einem Schwarmentwicklungsprojekt wie Eclipse, dessen Beiträgerschaft sich seit den frühen IBM-dominierten Zeiten stetig diversifiziert hat.

Wir sagen Danke

Mit unserem Java Magazin, aber auch unseren Onlinemedien www.JAXenter.de und www.JAXenter.com (für die englischsprachigen Leser) werden wir die Reise des Eclipse-Ökosystems weiter begleiten. So verabschieden wir uns von Ihnen und wünschen natürlich viel Spaß und gute Erkenntnisse bei der vorliegenden letzten Ausgabe des Eclipse Magazins. Mit dem Java Magazin und den Onlineportalen bleiben wir weiterhin in Kontakt – abgemacht?

Ihr Redaktionsteam
Hartmut Schlosser, Redakteur
Sebastian Meyen, Chefredakteur

 

Wichtiger Hinweis für unsere Abonnenten

Diese Ausgabe ist die letzte Ausgabe des Eclipse Magazins. Unsere Abonnenten werden gesondert per E-Mail über das weitere Vorgehen informiert.

Wir danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen.