Augenringe, Kaffeeschock und wunde Finger: Warum Programmierer nachts arbeiten

Athanassios Danoglidis

Während Bürohengste morgens munter aus dem Bett hüpfen und den Tag begrüßen, schleppen sich Programmierer gerade erst ins Bett, oder sind schon über der Tastatur eingeschlafen. Laut einer Studie des Department of Studies in Food Science and Nutrition der Universität Mysore leiden 35% der befragten Entwickler an Schlaflosigkeit. Allerdings scheint es noch andere Gründe für die nächtliche Aktivität dieser Berufsgruppe zu geben. Der Blog „A geek with a hat“ betreibt im Eintrag „Why programmers work at night“ Grundlagenforschung.

Der Macher-Arbeitsrhythmus

Schon 2009 behauptete Paul Graham in The maker’s schedule, dass es zwei Arten von Arbeitszeit-Konzepten gibt. Das erste Konzept ist das des Bürohengst-Managers, dessen Tag in Stunden unterteilt ist, und bei dem jede zehnminütige Ablenkung eine Stunde Arbeitszeit kostet.

Programmierer gehören laut Graham dem anderen Arbeitsrhythmus an, dem der Macher, die mit ihrer Arbeit nachts die Welt am Laufen halten.

Weil Entwickler an großen und abstrakten Systemen arbeiten, brauchen sie dafür Ruhe. Klingelnde Telefone, nervende Kollegen und kleine Schwätzchen zwischendrin können sich vielleicht die anderen erlauben – aber für Programmierer ist das ein No-Go. Die Welt, in der sie sich bewegen, ist quasi wie ein großes Glashaus, das bei der kleinsten Ablenkung zusammenbricht.

Ein müdes Gehirn kann hilfreich sein

Aber auch Programmierer sind keine Superhelden, und auch ihr Gehirn schreit nachts förmlich nach Schlaf. Warum also dem Schlafdrang widerstehen? Weil es sich mit müdem Gehirn besser programmieren lässt – ja, richtig verstanden! Bei der Müdigkeit verhält es sich nämlich wie bei der Ballmer´s Peak: Der Microsoft-Boss ist bekannt für seine These, dass zwei oder drei Drinks durchaus dabei helfen, ungewünschte Ablenkungen auszublenden und sich besser auf eine bestimmte Aufgabe zu fokussieren.

Genauso hilft eine gewisse Grundmüdigkeit des Gehirns dabei, sich besser zu konzentrieren. Es ist schlicht zu wenig Brainpower vorhanden, um die Konzentration zu verlieren – klingt doch logisch, oder?

Eine leichte Müdigkeit scheint sich also inspirierend auf die Arbeit auszuwirken. Und Entwickler verfügen gemeinhin über genug Brainpower, dass sie größtenteils nur 80 Prozent davon benötigen, um ihre Arbeit zu erledigen.

Bildschirmlicht

Viele Entwickler sind vor allem nachts dem hellem Licht ihres Bildschirmes ausgesetzt – und dieses verändert bekanntlich den Tag-Nacht-Rhythmus. Mit der Zeit führt das dazu, dass sich der komplette Biorhythmus von Entwicklern umstellt.

Hat der Körper einmal die magische Drei-Uhr-Grenze überwunden, scheint er sich dem Willen seines Herren zu beugen und ermöglicht ein beschwerdefreies Arbeiten bis in die frühen Morgenstunden. Je öfter das geübt wird, desto schneller kommt der Körper in den Nachtarbeitsmodus.

Fazit

Das Fazit des „Geeks with a hat“ lautet: Entwickler arbeiten nachts, weil sie so keinem strikten Zeitkorsett unterworfen sind, was zu einer entspannteren Arbeitseinstellung führt. Ablenkung für das Gehirn ist nicht vorhanden, und der helle Bildschirm hält einen wach!

Na wer sagt´s denn! Entwickler sollten sich also von der Gesellschaft nicht einreden lassen, dass es falsch ist, erst um 14 Uhr zu frühstücken! Denn während die anderen die Nacht verschnarcht haben, waren Entwickler fleißig bei der Arbeit – und merken sicher schnell, wie dieser Beitrag zu verstehen ist.

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Athanassios Danoglidis
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