Die XML-Anfragesprache XQuery im Praxiseinsatz

Auf den Weg gebracht

Wolfgang Lezius

Die Anfragesprache XQuery ist auf dem besten Wege, ein Standard zur Abfrage von XML-Dokumenten zu werden. Die jüngsten Spezifikationen zeigen vielversprechende Ansätze, mit der endgültigen Verabschiedung ist Mitte 2003 zu rechnen. Doch um zu einem wirklichen Standard zu werden, muss eine Anfragesprache ausdrucksstark und zugleich intuitiv sein. Der vorliegende Artikel untersucht an einem konkreten Anwendungsbeispiel, inwieweit diese Kriterien von XQuery erfüllt werden.

Ein fehlender Standard zur Abfrage von XML-Dokumenten hat viele Entwickler bislang davon abgehalten, XML-Anfragesysteme einzusetzen. Erste Ansätze wie XQL oder XML-QL waren zwar sehr vielversprechend, konnten sich aber auf Grund zu schwacher Ausdruckskraft oder unzureichender Implementierungen nicht durchsetzen. Das World Wide Web Consortium (W3C) hat dieses Dilemma bereits 1998 erkannt und eine Arbeitsgruppe zur Spezifikation eines neuen Anfragestandards eingesetzt. Das ehrgeizige Ziel dieser Arbeitsgruppe bestand darin, eine Anfragesprache zu schaffen, die die herausragenden Eigenschaften der verfügbaren XML-Anfragesprachen integriert und mit dem bewährten Design der Anfragesprachen SQL und OQL verbindet. Als Ergebnis ist XQuery entstanden, das in der aktuellen Spezifikation vom November 2002 vorliegt. Da für diese Spezifikation noch keine vollständige Implementierung vorliegt (Stand: Januar 2003), wird in diesem Artikel die Spezifikation vom August 2002 zu Grunde gelegt ([1],[2]). Einige Experten sagen XQuery eine strahlende Zukunft voraus – die Sprache könnte das SQL des 21. Jahrhunderts werden. Im Folgenden wird untersucht, ob dem W3C tatsächlich der ganz große Wurf gelungen ist. Dazu wird ein einfaches Anwendungsbeispiel aus der Praxis vorgestellt, in dessen Kontext XQuery seine Stärken unter Beweis stellen soll.

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Geschrieben von
Wolfgang Lezius
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