Auf dem Weg zum Docker-Ökosystem: Cloudbreak verbindet Docker mit Hadoop

Hartmut Schlosser

Docker ist spätestens nach seinem ersten Major-Release letzter Woche in aller Munde. Die Container-Technologie wird nicht nur immer häufiger eingesetzt, auch die Entwicklung eines Ökosystems an Erweiterungen und Tool-Anbindungen schreitet voran. Mit RedHat partnert Docker beispielsweise, um die Interoperabilität zwischen Docker und den zertifizierten Container Services von Red Hat zu verbessern. Ein neues Projekt schickt sich nun unter dem Namen Cloudbreak an, Docker intelligent mit Hadoop zu verdrahten.

Die Idee hinter Cloudbreak ist es, ein Docker-basiertes Hadoop Provisioning bereit zu stellen. Geboten wird ein REST API für die Verwaltung von Hadoop Clustern, die sich auf den unterschiedlichsten Umgebungen befinden können: AWS EC2, Azure, physikalische Server oder Laptops. Zum Einsatz kommt dabei das Apache-Projekt Ambari, das für die Verwaltung von Docker-Containern eingesetzt wird.

Ambari selbst zielt darauf ab, Komponenten für Provisionierung, Management und Monitoring von Hadoop Clustern zu liefern, auf die sowohl über eine Web-Oberfläche als auch über die unterliegenden REST APIs zugegriffen werden kann. Auf diesen Arbeiten setzt Cloudbreak auf und bringt Cloud-spezifische Docker-Images ins Spiel.

Cloudbreak wurde auf dem letzten Hadoop Summit vorgestellt und ist jetzt kurz vor dem ersten Release, das auch Open Source verfügbar gemacht werden soll. Die Entwickler von SequenceIQ haben eine Serie von Blog-Posts gestartet, in denen die Funktionsweise von Cloudbreak beschrieben wird. Zur Einführung eignen sich auch die Slides vom Hadoop Summit, auf denen der Cloudbreak-Ansatz nochmals prägnant beschrieben wird:

Use Docker

Build cloud-specific ‚Dockerized Images’

Provision the cluster

Use Ambari

Was ist Docker?

Im März 2013 wurde Docker vom Unternehmen Dotcloud als Open-Source-Projekt freigegeben und hat seither einen regelrechten Hype erlebt. Laut Techcrunch ist Docker eines der am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte derzeit. Bei den JAX Innovation Awards 2014 gewann das Projekt den ersten Preis in der Kategorie „Most Innovative Open Technology„. Im Januar 2014 hatte das Venturekapital-Unternehmen Greylock Partners das Docker-Projekt mit einer Finanzspritze in Höhe von 15 Millionen Dollar bedacht.

Docker ist eine offene Plattform für Entwickler und Sysadmins für das Bauen, Ausrollen und den Betrieb verteilter Anwendungen. Docker kapselt die Anwendung von den Unterschieden der Betriebssysteme und Hardware-Gegebenheiten ab. Anwendungen werden mit sämtlichen Abhängigkeiten in virtuelle Container gepackt, die auf beliebigen Umgebungen betrieben werden können – von Desktops über Server bis zur Cloud.

Docker besteht aus der Docker Engine, welche eine leichtgewichtige Laufzeitumgebung und ein Packaging Werkzeug umfasst, sowie aus Docker Hub, ein Cloud Service für das Teilen von Anwendungen und die Automatisierung von Workflows. Derselbe Container, der von Entwicklern auf einem Laptop für Builds und Tests genutzt wird, kann auf skalierte Umgebungen, in Produktion, auf VMs, auf Bare Metal, auf OpenStack Clustern, in Public Clouds und mehr übertragen werden.

Aus ökonomischer Sicht ergeben sich Effizienzgewinne durch eine alternative Form der Virtualisierung. Agiles Skalieren, Flexibilität beim Entwickeln und echte Cross Cloud Deployments gehören zu den weiteren Vorteilen der Technologie.

Wie Matt Jaynes jüngst in seinem Blogpost „Docker Misconceptions“ einräumte, kann Docker allerdings nicht das Wunder vollbringen, alle Sysadmin-Probleme zu lösen. Docker solle als fortgeschrittene Optimierung betrachtet werden, die einen nicht davor befreie, sein System genau zu kennen.

At the moment, you need more systems expertise to use Docker, not less. Nearly every article you’ll read on Docker will show you the extremely simple use-cases and will ignore the complexities of using Docker on multi-host production systems. This gives a false impression of what it takes to actually use Docker in production.

Zur Einführung in Docker empfiehlt sich das unten stehende Video von Docker-Gründer und CTO Solomon Hykes. Im kommenden Java Magazin wird Docker übrigens das Schwerpunktthema sein – stay tuned!

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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