Kanban und Agilität bietet Flexibilität ohne Chaos

Auch IT-Administratoren arbeiten agil

Kai Lippok, Susanne Reppin

Meist spricht man nur in der Softwareentwicklung von agilen Teams – so bisher auch bei der XING AG, wo Kanban und SCRUM in den Entwicklerteams seit Längerem erfolgreich eingesetzt werden. Unsere Erfahrung zeigt nun, dass Agilität und Kanban in der Kombination auch für IT-Administrationsteams großen Sinn macht.

Die XING AG wurde 2003 (als openBC) gegründet und ist damit ein relativ junges Unternehmen. Die ursprüngliche IT wurde von Dienstleistern implementiert und war für nur wenige Mitarbeiter ausgelegt. Mit wachsender Mitarbeiterzahl wurde dann 2006 ein eigenes Admin-Team gegründet, dem ich als zweiter Mitarbeiter beitrat. Seitdem ist neben dem Unternehmen auch die IT-Landschaft rapide gewachsen. Neben der Zentrale wurden auch die Standorte Barcelona und Istanbul sowie die Rechenzentren miteinander vernetzt.

Die Aufgabe ist klar und komplex zugleich

Neue Teams verlangen zusätzlich nach neuen Lösungen, z. B. umfangreiche Testumgebungen und Server für zweckgebundene Software. Die Aufgabe des bald sechsköpfigen IT-Admin-Teams besteht nun darin, die Teammitglieder bestmöglich zu unterstützen, die IT zu dokumentieren, das Know-how im Team gleichmäßig zu verteilen und Wissensredundanzen im Team zu schaffen. Außerdem sollen die anstehenden Aufgaben transparent, also für alle im Team sichtbar sein und sinnvoll verteilt werden. Kurz: Wir wollen alle Aufgaben zeitnah und mit hoher Qualität zur besten Zufriedenheit erledigen… „Do it!“

Der Weg zu Kanban lag auf der Hand

Als Teamleiter des IT-Teams habe ich nun nach einer Lösung gesucht, die oben genannte Punkte abdeckt und wenig Overhead verursacht. Das Maintenance Entwicklerteam der XING AG hatte bereits erfolgversprechende Erfahrungen mit Kanban gemacht. So lag die Lösung erstmal auf der Hand. Lasst es uns mit Kanban versuchen (Kasten: „Deshalb haben wir uns für Kanban entschieden“).

Deshalb haben wir uns für Kanban entschieden
  • Transfer von Wissen: Durch die aktive Zusammenarbeit entsteht im positiven Sinn eine Redundanz. Dadurch wird vermieden, dass nur eine Person im Team die Kompetenz für ein Produkt hat.
  • Transparenz: Durch das offene Kanban Board weiß jeder im Team, woran der andere gerade arbeitet. Das tägliche „Stand-Up-Meeting“ verstärkt dieses noch.
  • Mehr Geschwindigkeit: Wir erhoffen uns, sobald das Team eingespielt ist, einen stärkeren Fluss und eine schnelle Durchlaufzeit der Karten, also Erhöhung der Geschwindigkeit.
  • Erfahrungswerte: In der Softwareentwicklung hat es sich für Maintenance-Teams als effektiv erwiesen. Warum sollte es also in einem Administrationsteam nicht funktionieren?
  • Für uns als Admin-Team einfacher umzusetzen als SCRUM.
Geschrieben von
Kai Lippok, Susanne Reppin
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