Attachmate kauft Novell

Hartmut Schlosser

Der Netzwerk- und Linux-Spezialist Novell wird von Attachmate übernommen. Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass die Übernahme für insgesamt 2,2 Milliarden US-Dollar über den Tisch gegangen sei. Damit hat Novell das Angebot Attachmates für 6,10 US-Dollar pro Aktie angenommen, während Elliott Associates LP vor wenigen Wochen mit seinem Angebot von 5,75 US-Dollar pro Aktie noch abgewiesen worden war.

Des Weiteren hat Novell angekündigt, einige seiner Urheberrechte an die CPTN Holdings LLC abzutreten, einem Industriekonsortium unter der Führung von Microsoft. 450 Millionen US-Dollar lässt sich das Konsortium die IP-Rechte kosten. Welche Teile genau davon betroffen sind, ist noch nicht bekannt geworden.

Attachmate will Novell nun in die beiden Geschäftsbereiche Novell und SUSE aufteilen und durch weitere Attachmate-Lösungen wie NetIQ ergänzen. Attachmate-CEO Jeff Hawn wird zitiert, die Ergänzung des Attachmate-Portfolios durch Novell werde die Bandbreite der angebotenen Lösungen erweitern. Novells Kundenverpflichtungen sollen in vollem Umfang übernommen werden und weitere Investitionen in die Novell-Produktpalette sollen Kunden wie Partnern zu Gute kommen.

Welche Rolle Microsoft bei der Aufteilung Novells IP-Rechte spielt, ist derzeit noch unklar. Laut einem Bericht auf zdnet.com äußert sich Horacio Gutierrez, Microsofts Vizepräsident für Intellectual Property and Lizenzfragen, Microsoft freue sich darauf, die Zusammenarbeit mit Novell weiterzuführen, um IT-Lösungen bestehend aus Komponenten unterschiedlichster Provenienz anbieten zu können:

We are pleased to be a part of the acquisition of certain intellectual property assets of Novell. Microsoft looks forward to continuing our collaboration with Novell into the future, to bring mixed source IT solutions to customers.

Novell, das Unternehmen hinter SuSE Linux, hatte 2006 ein Patent-Abkommen mit Microsoft abgeschlossen, das Microsoft die Verteilung von SuSE Linux ermöglichte. Das fünfjährige Abkommen sollte zudem sicherstellen, die Interoperabilität zwischen Windows- und Linux-Systemen zu verbessern. Eben in genau diesem Bereich dürfte auch das Interesse Microsofts bei der Novell-Übernahme liegen.

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Hartmut Schlosser
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