Im Gespräch mit Raymond Augé

Arkadiko: Brückenschlag zwischen Spring und OSGi

JAXenter: Arkadiko liegt aktuell in der Version 0.1 vor. Das deutet darauf hin, dass sich das Projekt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Ist Arkadiko bereits für die Anwendung im Enterprise-Bereich geeignet?

Raymond Augé: Arkadiko steht immer noch am Anfang seiner Entwicklung. Dennoch hat sich der Proof of Concept bereits als sehr nützlich erwiesen. Es ist aber momentan noch zu früh zu sagen, Arkadiko sei bereit für den allgemeinen Enterprise-Einsatz. Andererseits ist das Risiko, wie bereits erwähnt, so niedrig, dass man eigentlich nichts verlieren kann – außer den paar Minuten, um Arkadiko in seiner Spring-Umgebung einzurichten.

Zurzeit bietet Arkadiko zwei Hauptfunktionen:

  1. Es soll geeignete Beans im OSGi Framework als Services veröffentlichen (Beans, die kein Interface implementieren, werden ignoriert. Es ist möglich, Beans nach Name oder Klasse zu ignorieren. Auch Wildcard-Muster-Erkennung ist möglich.)
  2. Arkadiko registriert einen Listener für jede angemeldete Bean, der auf neue Services reagiert, die im OSGi Framework ankommen und der Abhängigkeit der Bean entsprechen. Die Bean wird ersetzt und somit das Verhalten der Beans außerhalb des Spring-Framework-Containers verändert. Über das OSGi-Framework wird Spring um dynamische Bean-Ersatzfunktionen erweitert.

JAXenter: Wie soll sich Arkadiko in den nächsten Wochen und Monaten weiterentwickeln?

Raymond Augé: Man kann sagen, dass Arkadiko ein Projekt ist, das das Ziel verfolgt, sich letztlich selbst überflüssig zu machen. Wenn es keinen Code mehr gibt, der nach OSGi migriert werden muss, hätte Arkadiko seine Aufgabe erfüllt und keinen Nutzen mehr. Aber ich bezweifle stark, dass wir jemals soweit kommen werden. Ich kann mir also vorstellen, dass Arkadiko nur dem Zweck dient, eine Brücke zwischen Spring und OSGi zu schlagen, und nicht als Werkzeug der evolutionären Migration dienen wird.

Ein anderes Ziel, das noch in Arbeit ist, beinhaltet die Fähigkeit, Abhängigkeiten vollständig aus dem Spring-Framework zu beseitigen (abgesehen natürlich von Interfaces), so dass diese komplett vom OSGi-Framework aufgelöst werden können. Das Ziel ist also die vollständige Code-Migration nach OSGi.

Die Ziele von Arkadiko sind einfach, und so ist auch die Code-Basis selbst sehr klein. Ich kann mir vorstellen, dass das Projekt in den nächsten Wochen und Monaten reifen und viele, wenn nicht alle Ziele erreichen wird. Und da es sich um ein Open-Source-Projekt handelt, hoffe ich, dass viele interessierte Entwickler sich am Erreichen dieser Ziele beteiligen werden.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Raymond Augé ist seit 2005 als Senior Software Architect bei Liferay tätig. Dort zeichnet er für die Entwicklung einer Remote Publishing, Workflow-integrierten Staging-Lösung verantwortlich, die über Kontext-Vorschau, Seiten-Versionierung, Webseiten-Branching und Rapid Data Modeling für die Anwendungsentwicklung verfügt. Augé hält einen B.S. in Computer Science an der Laurentian University.
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