Arduino Zero, QNX fürs IoT und disruptive Waschmaschinen [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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Neues Arduino-Board vorgestellt – IT-didaktische Sofware Scratch ist jetzt Open Source – Eine Online-Schule für das Internet der Dinge – Bosch und MongoDB machen gemeinsame IoT-Sache – BlackBerry gibt Projekt „Ion“ bekannt – Crowdfunding: intelligente Waschmaschine „Reason“

Neues Arduino-Board „Zero“

Letzte Woche erblickte auf der Maker Faire Bay Area ein neues Arduino-Board das Licht der IoT-Welt: das „Zero“. Herzstück des Boards ist eine SAMD21 MCU mit einem 32-Bit ARM Cortex-M0+-Kern. Besonderes Merkmal des Boards ist der eingebettete Debugger von Atmel (EDBG), der ein vollständiges Debugging-Interface zur Verfügung stellt, ohne dass zusätzliche Hardware nötig wäre. Die neue Erweiterung für die Arduino-Plattform richtet sich an experimentierfreudige Kreative, die ihre innovativen Ideen in den Bereichen Smart Devices, Wearables, Automatisierung und Robotik umsetzen möchten – der Fantasie sind mit den vielfältigen Boarderweiterungen im Arduino-Universum kaum noch Grenzen gesetzt.Arduino Zero

Scratch Open Source

Die Ursprünge vieler IoT-Projekte sind spielerisch – schließlich fängt jeder IoT-Begeisterte, meist ohnehin schon DIY-affin, klein an: mit kostengünstiger Hardware, leicht zu erlernender Software, Prototypen und Testszenarien. Wohl auch deshalb geht die aktuelle Konjunktur von IoT-Technologien Hand hin Hand mit neuen IT-didaktischen Ansätzen. Das IBM-Projekt Node-RED etwa liefert ein übersichtliches Drag-and-Drop-UI, durch das die Konfiguration von IoT-Anwendungen zum Spaziergang wird. Mit dem Arduino Designer hat die französische Entwicklerin Mélanie Bats eine Eclipse-Entwicklungsplattform speziell für Kinder erstellt. Insofern dürfte die Meldung, dass das Massachusetts Institute of Technology seine pädagogische Entwicklungsumgebung und Programmiersprache Scratch als Open Source freigegeben hat, auch für das IoT von hoher Bedeutung sein. Der Code steht ab sofort unter GPL-2-Lizenz auf GitHub bereit.  Einen Einblick in Scratch gibt das folgende Video:

Eine Schule für das IoT

Unter dem Dach der Online-Lernplattform Peer 2 Peer University (P2PU) formiert sich eine „School of IoT“, erreichbar unter der leicht einzuprägenden URL http://schoolofiot.org. Hier soll, ganz im Geiste der Non-Profit-Organisation, ein kostenloses Lehrangebot rund um das Internet der Dinge entstehen. Jede Woche werden hier neue Projekte und interessante Technologien vorgestellt und besprochen. Naheliegend, schließlich passen die DIY-Mentalität von IoT-Kreativhackern und der dezentrale, informelle Charakter der P2PU bestens zusammen. Das Kursangebot soll in Kürze starten. Registrierungen sind bereits möglich.

Bosch partnert mit MongoDB

Das Internet der Dinge ist auch eine neue wichtige Big-Data-Domäne. So ist es nur konsequent, dass Bosch Software Innovations und MongoDB gemeinsame IoT-Sache machen, wie sie diese Woche in einer Pressemitteilung ankündigten. Im Tandem wollen sie ab sofort Big-Data-Lösungen für Unternehmen aus den Bereichen Mobilität, Einzelhandel/Supply Chain und Fertigung bieten. Das neue Bündnis möchte die Entwicklung von Anwendungen unterstützen, mit denen sich aussagekräftige und komplexe Echtzeitdaten aus Sensoren und anderen Connected Devices wie Autos oder Industriemaschinen nutzen und analysieren lassen. Das Software-Paket von Bosch Software Innovations ermöglicht es, Geräte nach vorgegebenen Regeln sicher in Geschäftsprozesse zu integrieren. Dies schafft eine Plattform für den Anschluss verteilter Dinge und Geräte, um Anwendungen für das (IoT) bereitzustellen, so wie beispielsweise Flottenmanagement und vorrausschauende Wartung. Die Skalierbarkeit und das dynamische Datenmodell von MongoDB sollen ihr Übriges tun. Das Software-Paket von Bosch Software Innovations besteht aus Kernprodukten für das Business Process Management (BPM), Business Rules Management (BRM) und Device Management (M2M) und eignet sich für unterschiedlichste IoT-Anwendungsszenarien, darunter Mobilität, Energie, Fertigung, Smart Home und Smart Cities.   

Projekt Ion: BlackBerry im IoT

Träge Produktentwicklung, sinkende Absatzzahlen und reichlich Häme: Seit einigen Jahren nun ist der einstige Smartphone-Pionier BlackBerry auf der Suche nach einer neuen Unternehmensstrategie. Der lange Marsch zurück an die Spitze der Mobilgerätehersteller erwies sich auch mit einer neuen Smartphone-Generation als Via Dolorosa. Doch nun entpuppt sich das Internet der Dinge als regelrechter Jungbrunnen für BlackBerry. Kein Wunder, mit dem Embedded-Betriebssystem QNX von QNX Systems, das 2010 von BlackBerry übernommen wurde, hat der kanadische Konzern gute Chancen, auf diesem neuen Markt Fuß zu fassen. So wurde vor einigen Monaten bekannt, dass der Automobilhersteller Ford QNX statt Microsoft-Technologien in Erwägung zieht. Jetzt wurde auf der IoT-Konferenz O’Reilly Solid ein brandneues BlackBerry-IoT-vorgestellt: Project Ion. Dieses besteht aus drei Initiativen: einer Cloud-Lösung aus dem Hause QNX, dem Aufbau eines IoT-Ökosystems und neuen Mitgliedschaften im Industrial Internet Consortium und in der Application Developer Alliance.

Übrigens: Einige Keynotes der O’Reilly Solid werden heute noch live gestreamt – einen Zeitplan gibt es hier.

Disruptive Waschmaschine?

Über intelligente Kühlschränke wird ja kontrovers diskutiert und viel gespottet. Aber wie sieht es mit anderen smarten Haushaltsgeräten aus – Waschmaschinen zum Beispiel? Crowdfunding-Plattformen sind hier möglicherweise ein guter Indikator. Unser Crowdfunding-Projekt der Woche ist, wenige Stunden vor Ende der Kampagne, kurz vor dem Finanzierungsziel. „Reason“ ist nicht nur der Name des Produkts, sondern tatsächlich auch der des Erfinders, Andrew Reason. Die intelligente Waschmaschine aus Wales, seit 2009 in Arbeit, ist nicht nur mechanisch optimiert und mit einer vergleichsweise großen Tür versehen worden. Sie kann auch drahtlos kommunizieren, ihren eigenen Standort ermitteln und sich auf dieser Basis an den Härtegrad des Wassers anpassen. Mit der zugehörigen Smartphone-App lassen sich angeblich Stromverbrauch und –kosten berechnen. Von der App ist in dem Image-Video – mit heroischem Soundtrack und im 80er-Look – leider nichts zu sehen. Trotzdem konnte das Projekt viele Spender für sich begeistern. Eine Nachfrage nach vernetzten, modernisierten Waschmaschinen scheint also durchaus zu bestehen. Es gibt einen Markt für die disruptive Waschmaschine!

 

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