Automatisierung via API

Automation Programming Interface: APIs werden zunehmend automatisiert

Lori MacVittie

© Shutterstock / Panchenko Vladimir

API steht bekanntermaßen für Application Programming Interface. Doch inzwischen ist ein weiterer API-Bereich entstanden, dessen Bedeutung ständig steigt – für den IT-Betrieb. Hier steht das A eher für Automation. Denn es sind immer häufiger konsistente, wiederholbare Prozesse für die Bereitstellung von Anwendungen zu entwickeln.

Im Laufe der Jahre haben sich Application Programming Interfaces (APIs) deutlich verändert. Während die Schnittstellen zwischen den Anwendungen ursprünglich sehr enge Definitionen hatten, wurden sie im Laufe der Zeit immer abstrakter. So kommen heute am häufigsten RESTful APIs zum Einsatz, um die Anwendungen miteinander zu verbinden. Dabei werden APIs unabhängig von der Implementierung und der Art des Aufrufs in der Regel weiterhin mit der Entwicklung von Anwendungen in Verbindung gebracht.

Aber in den letzten Jahren ist ein anderer API-Bereich entstanden, der ständig erweitert wurde. Im Gegensatz zur Entwicklung von Anwendungen ist für den IT-Betrieb die mögliche Automatisierung mit Hilfe von Schnittstellen deutlich wichtiger. Denn hier liegt der Fokus auf den Fähigkeiten der APIs zur Automatisierung von Aufbau, Konfiguration und Betrieb von Infrastruktur- und Anwendungsdiensten. Daher müssen sich die entsprechenden Schnittstellen auf die Vereinfachung der Automatisierung konzentrieren.

Dieser Schwerpunkt ist wichtig, wenn Unternehmen nach der Automatisierung von Geschäftsprozessen in die zweite Phase der digitalen Transformation eintreten und die Automatisierung auf die Liefer- und Bereitstellungspipeline erweitern. Diese Skalierung der Automatisierung erfordert die Fähigkeit, konsistente, wiederholbare und vorhersehbare Prozesse zu entwickeln. Damit lassen sich Anwendungen effizient und reibungslos  bereitstellen.

Mehrheit der Unternehmen nutzt Automatisierung

Laut einer Studie von Kentik aus dem Jahr 2019 nutzen bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) die Automatisierung zur Netzwerkkonfiguration und weitere 40 Prozent für die automatisierte Richtlinienverwaltung. Untersuchungen von F5 legen nahe, dass dieser Prozentsatz wohl noch höher liegt – demnach automatisieren 86 Prozent das Netzwerk. Diese Studie (State of Application Services) hat auch eine zunehmende Konsistenz bei der Automatisierung in der gesamten Bereitstellungspipeline festgestellt.

Dabei verändern sich die in Unternehmen eingesetzten Werkzeuge. Während Python immer noch eines der am häufigsten genutzten Tools ist, steigt der Einfluss von DevOps und Cloud-nativen Anwendungen auf die IT. Die Bereitstellungspipeline basiert zunehmend auf Lösungen wie Jenkins und Ansible sowie auf Online-Diensten wie GitHub und GitLab Enterprise. In Zukunft kommen zunehmend fortschrittliche Analysen hinzu, die ausführbare Erkenntnisse für Infrastruktur- und Anwendungsdienste bieten.

Automatischer Aufruf von APIs

Es werden auch immer mehr Systeme – und immer weniger Menschen – die APIs in der gesamten Bereitstellungspipeline aufrufen. Daher ist es unerlässlich, operative APIs speziell mit Blick auf die Automatisierung zu entwickeln. Dabei sind mehrere Punkte zu beachten.

Erstens kann es notwendig sein, das System zu berücksichtigen, von dem aus eine operative API aufgerufen wird. Die von Jenkins oder einem Repository verfügbaren Daten werden sich zweifellos deutlich von den Daten unterscheiden, die von herkömmlichen Tools und Diensten zur Netzwerkautomatisierung stammen. Das könnte bedeuten, dass man Daten von anderswo bezieht oder, wenn möglich, auf standardisierte Werte zurückgreift.

Zweitens ist es entscheidend, den Aufruf von APIs durch eine „beglaubigte Maschine“ getrennt vom Aufruf durch einen „beglaubigten Nutzer“ zu behandeln. Die meisten der heutigen Authentifizierungssysteme gehen von einem menschlichen Nutzer aus. API-Schlüssel können eine gute Option sein, erfordern jedoch einige Kenntnisse des IT-Betriebs. Denn er muss ein System einrichten, betreiben und verwalten, das ausschließlich maschinelle Berechtigungsnachweise bearbeitet. Dies ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die dritte und letzte Phase der digitalen Transformation, in der KI-basierte Anwendungsdienste und -prozesse einen großen Teil des IT-Betriebs ausmachen.

Fazit

Bereits heute gibt es Werkzeuge zur Erstellung von Skripten, mit deren Hilfe sich Prozesse automatisieren lassen. Aber Unternehmen muss klar sein, dass sich das A in der Abkürzung API in Zukunft fast ausschließlich auf die Automatisierung bezieht. Dies gilt zumindest für den IT-Betrieb, da Interaktionen und Aufrufe von APIs zunehmend durch Maschinen und immer seltener durch Menschen erfolgen.

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Geschrieben von
Lori MacVittie

Lori MacVittie ist Principal Technical Evangelist, Office of the CTO bei F5 Networks

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